Mittwoch, 24.07.2013 | Autor: Heidi Schnurr, Foto: © bill_17 - Fotolia.com

Mieterhöhung in Bayern: Sie müssen jetzt schnell sein!

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Worum geht´s

In Bayern gilt voraussichtlich ab dem 1.8.2013 in 90 Städten und Gemeinden die gesenkte Kappungsgrenze von 15 % innerhalb von 3 Jahren.  Das hat jetzt die Landesregierung beschlossen.

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Wer in Bayern wohnt und sich mit Mieterhöhungsabsichten trägt, sollte jetzt schnell reagieren. Der Grund: in 90 Städten und Gemeinden in Bayern gilt ab dem 1.8.2013 die gesenkte Kappungsgrenze von 15 %. Damit dürfen Sie die Miete innerhalb von 3 Jahren nur um maximal 15 % anheben. 

Auf die Kappungsgrenze stoßen Sie als Vermieter immer dann, wenn Sie von Ihrem gesetzlichen Mieterhöhungsrecht nach § 558 ff. BGB Gebrauch machen. Danach dürfen Sie Ihre Miete auf die ortsübliche Vergleichsmiete erhöhen.

Normalerweise gibt es 20 % innerhalb von 3 Jahren

Leider setzt Ihnen der Gesetzgeber dafür jedoch Grenzen: Mehr als 20 % innerhalb von 3 Jahren dürfen es nicht sein. Seit der Mietrechtsänderung vom 1.5.2013 dürfen Sie in Gebieten mit einem geringen Wohnungsangebot sogar nur 15 % innerhalb von 3 Jahren vom Mieter fordern.   

Welche Gebiete darunter fallen, dürfen die jeweiligen Landesregierungen bestimmen. Bayern hat als erstes Bundesland davon recht großzügig Gebrauch gemacht und nach München jetzt auch in 89 weiteren Städten und Gemeinden die 15%-Grenze eingeführt. Die soll ab dem 1.8.2013 gelten.   

Bayern senkt in 89 weiteren Städten und Gemeinden die Kappungsgrenze

Die bayerische Landesregierung hat in einer zweiten Verordnung die Senkung der Kappungsgrenze für Mieterhöhungen beschlossen.

Das bedeutet, dass Sie als Vermieter in weiteren 89 bayerischen Städten und Gemeinden in Zukunft nur noch maximal 15 % in 3 Jahren fordern können. Die Verordnung tritt voraussichtlich schon am 1.8.2013 in Kraft.

Für die Landeshauptstadt München gilt bereits seit Mitte Mai 2013 eine reduzierte Kappungsgrenze für Mieterhöhungen.

Von der Zweiten Kappungsgrenzesenkungsverordnung sind folgende Städte und Gemeinden betroffen:

Regierungsbezirk Oberbayern

Kreisfreie Stadt Ingolstadt

Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen: Bad Tölz, Wackersberg, Wolfratshausen

Landkreis Dachau: Dachau, Karlsfeld

Landkreis Ebersberg: Anzing, Emmering, Forstinning, Glonn, Grafing b. München, Kirchseeon, Pliening, Poing, Vaterstetten, Zorneding

Landkreis Erding: Dorfen, Erding, Neuching, Oberding, Wörth

Landkreis Freising: Attenkirchen, Eching, Freising, Moosburg a. d. Isar, Neufahrn b. Freising, Rudelzhausen

Landkreis Fürstenfeldbruck: Adelshofen, Alling, Althegnenberg, Eichenau, Fürstenfeldbruck, Germering, Gröbenzell, Maisach, Mammendorf, Mittelstetten, Olching, Puchheim, Türkenfeld

Landkreis Garmisch-Partenkirchen: Murnau a. Staffelsee

Landkreis Landsberg am Lech: Dießen a. Ammersee, Greifenberg, Schondorf a. Ammersee,

Landkreis Miesbach: Gmund a. Tegernsee, Miesbach

Landkreis München: Aschheim, Baierbrunn, Garching b. München, Gräfelfing, Grasbrunn, Haar, Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Hohenbrunn, Ismaning, Kirchheim b. München, Neubiberg, Neuried, Oberhaching, Oberschleißheim, Ottobrunn, Planegg, Putzbrunn, Straßlach-Dingharting, Taufkirchen, Unterhaching, Unterschleißheim

Landkreis Rosenheim: Bad Aibling

Landkreis Starnberg: Berg, Gilching, Herrsching a. Ammersee, Krailling, Pöcking, Weßling, Wörthsee

Landkreis Weilheim-Schongau: Bernried am Starnberger See, Weilheim i. OB

 

Regierungsbezirk Oberpfalz

Kreisfreie Stadt Regensburg

Landkreis Regensburg: Lappersdorf, Neutraubling

 

Regierungsbezirk Oberfranken

Kreisfreie Stadt Bamberg

 

Regierungsbezirk Mittelfranken

Kreisfreie Städte Erlangen, Fürth, Nürnberg

 

Regierungsbezirk Unterfranken

Kreisfreie Städte Aschaffenburg, Würzburg

 

Regierungsbezirk Schwaben

Kreisfreie Städte Augsburg, Kempten (Allgäu)

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Foto: Heidi Schnurr / Bildschön, Laila Weber
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Heidi Schnurr arbeitet als Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Mietrecht für Vermieter. Ihre Praxis-Tipps speziell für Vermieter finden sich in zahlreichen Fachpublikationen, Loseblattwerken, Büchern und ...
Heidi Schnurr
Alle reden von der Kappungsgrenze und davon, dass die seit der Mietrechtsänderung von 20 % auf 15 % gesunken sei. Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit: Wann und wo die 15%ige Kappungsgrenze gilt und was das für Sie als Vermieter bedeutet, lesen Sie hier.
Seit dem 1.5.2013 ist die Mietrechtsänderung in Kraft. Große Verwirrung herrscht allerdings nach wie vor darüber, wann und um wie viel der Vermieter die Miete erhöhen darf. Nach § 558 BGB dürfen nämlich die Landesregierungen die Kappungsgrenze von den üblichen 20 % auf 15 % innerhalb von 3 Jahren senken. 
Die Kosten steigen, aber Ihre Mieten nicht - das lässt sich ändern: Mit einer Mieterhöhung! Bemerkt nämlich sogar das Finanzamt, dass Sie zu wenig Miete verlangen, kürzt es Ihnen den Werbungskostenabzug. Einmal ganz abgesehen davon, dass sich auch Ihr Konto sehr wahrscheinlich über höhere Mietzahlungen freut.

 meineimmobilie.de-Tipp

Liegt Ihre Mietwohnung in einer der genannten Städten und Gemeinden, sollte Ihr Mieterhöhungsschreiben möglichst vor dem 1.8.2013 bei Ihrem Mieter sein, wenn Sie noch von der 20%-igen Kappungsgrenze profitieren wollen.