Samstag, 01.02.2014 | Autor: Heidi Schnurr, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007

Indexmiete vereinbaren: Was Ihnen eine Indexmiete bringt

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2007
Worum geht´s

Wie Sie als Vermieter eine Indexmiete vereinbaren können und welche Vorteile Ihnen eine solche Mieterhöhungsvariante bringt.

Sie ist gerecht und - wenn man erst einmal weiß, wie es geht - sehr leicht zu berechnen. Die Rede ist von der wenig bekannten Indexmiete. Von allen Mieterhöhungsmöglichkeiten lässt sich dem Mieter am leichtesten "verkaufen": Mit dieser koppeln Sie die künftige Miethöhe an die Entwicklung des allgemeinen Verbraucherpreisindices. 

 

Den Index berechnet das Statistische Bundesamt - also eine neutrale Stelle - jeden Monat neu.

Indexmiete: Damit erhöht sich Ihre Miete fast automatisch

Der Lebenshaltungskosten-Index ist ein neutraler Wertmesser für Ihre Miethöhe. Steigt der Index, erhöht sich Ihre Miete, ohne dass Sie mit dem Mieter um Ihr Geld feilschen müssen. Sinkt der Index allerdings, fällt auch Ihre Miete!

Dieses Phänomen taucht in der Praxis allerdings so gut wie nie auf, da die Lebenshaltungskosten im Schnitt stetig steigen.

Ein Zeitmietvertrag ist bei der Indexmiete kein Muss mehr

Eine Indexmiete können Sie nicht bei preisgebundenem Wohnraum vereinbaren. Dafür aber bei jedem befristeten oder unbefristeten Wohn- oder Gewerberaummietvertrag.

Bis zum 31.8.2001 mussten Sie einen Indexmietvertrag entweder auf Lebenszeit eines der Vertragspartner abschließen oder dafür sorgen, dass der Mieter ihn auf eine Mindestlaufzeit von 10 Jahren verlängern konnte.

Doch diese 10-Jahres-Frist gehört für Wohnungsvermieter seit dem 1.9.2001 der Vergangenheit an. Sie können seither eine Indexmiete abschließen, ohne sich zeitlich beschränken zu müssen bzw. auf Ihr Kündigungsrecht verzichten zu müssen.

Für Gewerberaumvermieter gilt weiterhin die 10-Jahres-Frist

Gewerberaumvermieter haben es da schwerer: Für die gilt weiterhin die 10-Jahres-Frist!

Nur eine Erleichterung gibt es für Gewerberaumvermieter seit dem 14.9.2007: Sie brauchen für eine bisher genehmigungspflichtige Gleitklausel keine Einzelgenehmigung mehr nach § 2 PaPkG beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle einzuholen. Diese Genehmigungspflicht ist entfallen.

So berechnen Sie Ihre Indexmiete

Wenn Sie wissen wollen, um wie viel sich der Index seit der letzten Mieterhöhung erhöht oder verringert hat, klicken Sie einfach hier.

Die Indexmiete gilt mindestens für 1 Jahr

Während der Laufzeit der Indexmiete muss die Miete jeweils ein Jahr unverändert bleiben. Vorher dürfen Sie keine neue Mieterhöhung losschicken.

Die beiden einzigen Ausnahmen: eine Mieterhöhung wegen baulicher Änderungen nach § 559 BGB aufgrund von Umständen, die der Vermieter nicht zu vertreten hat, sowie eine Erhöhung der Betriebskosten nach § 560 BGB.

Solange Ihre Indexmietenvereinbarung läuft, ist eine Mieterhöhung nach § 558 BGB auf die ortsübliche Vergleichsmiete ausgeschlossen.

Indexmieterhöhung: Erst rechnen, dann schreiben

Die erhöhte Miete können Sie mit einer schriftlichen Änderungserklärung geltend machen. Dafür müssen Sie die jeweils eingetretene Änderung angeben. Das Gleiche gilt, wenn der Index gefallen ist und Ihr Mieter eine Mietsenkung geltend machen will.

In dem Schreiben müssen Sie die jeweilige neue Miete oder den Erhöhungsbetrag in einem konkreten Geldbetrag angeben. Die höhere Miete muss Ihr Mieter mit Beginn des übernächsten Monats nach dem Zugang der Erklärung zahlen.

Beispiel:

Sie schicken Ihr Mieterhöhungsschreiben im März ab. Ab Mai muss Ihr Mieter die erhöhte Miete zahlen.

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Foto: Heidi Schnurr / Bildschön, Laila Weber
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Heidi Schnurr arbeitet als Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Mietrecht für Vermieter. Ihre Praxis-Tipps speziell für Vermieter finden sich in zahlreichen Fachpublikationen, Loseblattwerken, Büchern und ...
Heidi Schnurr

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