Dienstag, 08.02.2011 | Autor: Heidi Schnurr, Foto: © Martin Debus - Fotolia.com

Zahl der Woche: Nur jeder 3. Vermieter macht alles richtig

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Nur jeder 3. private Vermieter holt bereits vor Mietvertragsabschluss Erkundigungen über seinen künftigen Mieter ein: Ist er solvent? Hat er stets pünktlich seine Forderungen bezahlt?

Professionelle Vermieter sind vorsichtiger und machen es besser: Von denen verlässt sich keiner beim Mietvertragsabschluss allein auf sein Bauchgefühl oder auf den dicken Sportwagen, den der Mietbewerber direkt vor dem Haus geparkt hat! Wie professionelle Vermieter an die auch für Sie wichtigen Informationen kommen, verrate ich Ihnen hier.

Mietnomaden sind kein lokales Problem

Schlaue Vermieter schöpfen ihre vorvertraglichen Möglichkeiten voll aus. Wohl wissend, dass es sich bei Mietnomaden um keine lokalen Erscheinungen handelt. Denn auch das hat die Bielefelder Mietnomaden-Studie belegt: Es kann jeden und überall treffen!

Schon deswegen setzen professionelle Vermieter auf

- Abfragen bei Auskunfteien,

- Mietschuldenfreiheitsbescheinigungen des Vorvermieters oder

- Bescheinigungen des Arbeitgebers und

- sogar Kontoauszüge!

Nur wer fragt, erhält auch eine Antwort

Auf der anderen Seite beklagen sie, dass datenschutzrechtliche Einschränkungen ihrer Informationsbeschaffung häufig im Weg stehen. Gerade bei Mieterselbstauskünften antworten Mietinteressenten deswegen oft - zulässigerweise - falsch auf unzulässige Fragen.

Dennoch gilt für private Vermieter die Faustregel: Nur wer überhaupt Fragen stellt, kann falsche Antworten erhalten!

Zwar zeigt die Studie, dass "Mietnomadentum" auch auftritt, wenn Erkundigungen eingeholt wurden - aber eben weniger!

Kein Vertragsschluss ohne Mieterselbstauskunft!

Die meisten Vermieter setzen bei der Informationsbeschaffung auf die Selbstauskunft des Mieters als Informationsquelle. Danach kommt die Gehaltsbescheinigung bzw. der Einkommensnachweis vom Arbeitgeber.

Die Schufa oder eine sonstige Auskunftei gaben 20 % der Befragten als Informationsquelle an.

Fragen allein reicht nicht: Pochen Sie auf einen Nachweis

Zwar fragten auch private Vermieter nach der beruflichen Tätigkeit des Mieters, seiner aktuellen Vermögenssituation und seinem bisherigen Mietverhältnis - allerdings forderten die meisten dafür keinen Nachweis vom Mieter!

Meineimmobilie.de empfiehlt:

Wer schlau ist, greift auf 3 bis 4 Informationsquellen gleichzeitig zurück.

Denn auch das hat die Bielefelder Studie ergeben: Wer gleich auf mehrere "Pferde setzt", wird zwar durchschnittlich 25 % der Mietinteressenten wegen ihrer Auskunftsergebnisse ablehnen - aber lieber ein Ende mit Schrecken als später ein Schrecken ohne Ende!

Kommentare (1)

8.2.2011, 11:07 Uhr von Gate Profil ansehen
Genau: Man sollte unbedingt die relevanten Auskünfte des Bewerbers einholen (z.B. Kopien von Gehaltsbescheinigungen, beidseitige Personalausweiskopie, Selbstauskunft, Mietschuldenfreiheitsbescheinigung) und genau hinsehen; bei unlauteren Bewerbern stimmt meist etwas nicht. Manchmal genügt ein Anruf beim derzeitigen Vermieter oder die Frage an den Bewerber nach dem Grund des beabsichtigten Wohnungswechsels. Bei Mietnomaden ist eine erstaunliche Flexibilität bei der Vereinbarung von Besichtigungsterminen (gerne auch werktags am Vormittag - kein Problem) zu bemerken, und der Einzug kann schon am bevorstehenden Wochenende erfolgen, die Schlüssel würde man am liebsten sofort mitnehmen - natürlich werden noch fehlende Unterlagen nachgereicht... endlich, so denkt der Vermieter nach Wochen vergeblichen Inserierens, ist die Wohnung an den Mann gebracht - und schon sitzt er in der Falle. Mietnomaden mögen statistisch kaum eine Rolle spielen, aber dies ist ja auch bei Schwerverbrechern der Fall. Den konkret Betroffenen interessiert die Statistik nicht. Der Verwalter