Dienstag, 26.05.2009 | Autor: Heidi Schnurr

Zahl der Woche: Ist auch Ihr Mieter ein Viel-Raucher?

Am 31.05. ist Welt-Nichtrauchertag. Schön, wenn auch Ihr Mieter zum Kreis der Nichtraucher zählt: Das tut nicht nur seiner Gesundheit gut, sondern auch Ihrer Wohnung. Doch noch raucht jeder Vierte. Wer die dadurch verursachten Wohnungsschäden zahlen muss, lesen Sie hier.

In Deutschland rauchen 25 % aller Erwachsenen regelmäßig. 4 % sind Gelegenheitsraucher. Dabei gibt es mehr rauchende Männer als Frauen.

Der Grundstein fürs Rauchen wird bereits vor dem 20. Lebensjahr gelegt: 82 % der heutigen Raucher haben bereits vor ihrem 20. Geburtstag zur Zigarette gegriffen!

145 Milliarden Zigaretten werden pro Jahr allein in Deutschland verqualmt. Die meisten Raucher greifen 20-mal am Tag zur Zigarette, manche sogar über 40-mal.

Vergilbte Wohnung: Wer renovieren muss

Stellen Sie sich vor, Ihr Mieter gehört auch dazu - und das riechen Sie schon beim Betreten des Treppenhauses. Leider sieht man es auch nach einer gewissen Zeit: Nikotin lagert sich auf den Tapeten und im Teppich ab.

Raucherwohnungen müssen deswegen häufiger renoviert werden, als "ganz normale" Wohnungen. Die Frage ist nur, wer die Renovierung einer Raucherwohnung bezahlen muss: der rauchende Mieter oder sein Vermieter?

Reicht normales Überstreichen nicht, winkt Schadenersatz

Diese Frage klärte bereits der Bundesgerichtshof in 2 Grundsatzurteilen. Das erste Urteil gab bereits den ersten Fingerzeig zugunsten der Raucher: Rauchen - so die Richter - zählt noch zum vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache (BGH, Urteil v. 28.06.2006, VIII ZR 124/05-1, WM 2006, S. 513).

Ein übervertragsgemäßer Gebrauch der Mietsache liegt allerdings vor, wenn sich die Nikotinspuren nicht mehr durch "normales" Renovieren im Rahmen der Schönheitsreparaturen "wegrenovieren" lassen (BGH, Urteil v. 05.03.2008, VIII ZR 37/07, WM 2008, S. 151). In diesem Fall haben Sie dann einen Anspruch auf Schadenersatz.

Unwirksame Renovierungsklausel: Was jetzt?

Stellt sich heraus, dass Ihre Renovierungsklausel unwirksam ist, gilt: Sie können nur dann vom Mieter Schadenersatz für den stinkenden Teppich und die vergilbten Tapeten verlangen, wenn sein exzessives Rauchen zu einer übervertragsgemäßen Abnutzung geführt hätte.

Rauchen trotz Rauchverbot: Das ist gut für Ihre Geldbörse

Haben Sie dagegen mit dem Mieter vereinbart, dass in der Wohnung nicht geraucht werden darf, stellt das Rauchen eine Pflichtwidrigkeit dar. Das bedeutet: Die Spuren seines Nikotinkonsums muss der Mieter beim Auszug entfernen.

Können Sie dagegen keine solche individualvertraglich getroffene Abrede vorweisen, verhält sich Ihr Mieter noch vertragsgemäß, wenn er in Ihrer Mietwohnung raucht und dadurch Nikotinablagerungen an den Wänden verursacht.

Die gemütliche Zigarette am Abend auf dem Balkon ist erlaubt

Das gilt auch, wenn er gemütlich jeden Abend auf seinem Balkon seine Zigarre pafft. Ärgern sich Mitmieter, dass der Mieter darunter bei geöffnetem Küchenfenster raucht, müssen sie das hinnehmen. Nur im Treppenhaus bzw. im Hausflur darf Ihr Mieter nicht rauchen!

Umstritten ist, ob Sie schon per Mietvertrag dem Mieter verbieten dürfen, dass er raucht. Jedenfalls muss Ihnen ein Mietinteressent nicht schon bei Mietvertragsabschluss von sich aus offenbaren, dass er ein starker Raucher ist.

Fragen Sie ihn aber und erzählt er Ihnen, er hätte mit dem Rauchen aufgehört, bleibt Ihr Mietvertrag selbst dann wirksam, wenn er später wieder mit dem Rauchen beginnt!

Meineimmobilie.de empfiehlt:

Wenn Sie nicht eine total verrauchte Wohnung zurückhaben wollen, bleibt Ihnen nur eines: Vereinbaren Sie mit Ihrem Mieter individualvertraglich, dass nicht in Ihren Mieträumen geraucht werden darf. Am besten Sie schreiben das handschriftlich in Ihren Mietvertrag hinein!

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