Dienstag, 28.02.2012 | Autor: Heidi Schnurr, Rechtsanwältin und Chefredakteurin meineimmobilie.de, Foto: © Eisenhans - Fotolia.com

Yorkshire Terrier: Verbotener Hund oder erlaubtes Kleintier?

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Worum geht´s

Verbotener Hund oder erlaubtes Kleintier? Diese Frage klärte ein Richter in Berlin. Vor ihm saß ein kleiner, niedlicher Yorkshire Terrier. 

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Sie tragen Schleifchen und Mäntelchen. Sie haben ihre eigenen Friseure und Boutiquen und werden dorthin meist in teuren, eigens für sie angefertigten Handtaschen getragen. Die Rede ist von Yorkshire Terriern. Das sind eigentlich Hunde. Oder zählen die doch zu den Kleintieren?

 

Wo der Unterschied liegt? Ganz einfach: Kleintiere darf der Mieter ungefragt halten, Hunde aber meist nicht.

Ein Yorkshire Terrier wohnte mit Frauchen in Spandau in einer Mietwohnung. Und das, obwohl laut Formularmietvertrag das Halten von Hunden verboten war.

Andererseits war jedoch das Halten von „Kleintieren“ ausdrücklich im Mietvertrag erlaubt. Deswegen musste das Gericht über den Verbeiner urteilen: Verbotener Hund oder noch erlaubtes Kleintier?

Gericht blieb hart: Hund bleibt Hund!

Der Vermieter stellte sich auf den Standpunkt: „Hund bleibt Hund!“ und behielt damit Recht (AG Spandau, Urteil v. 13.4.2011, 13 C 574/10, GE 2011, S. 1650).

Selbst das Halten von kleinen Hunden bliebe dennoch eine Hundehaltung und sei deswegen keine „Kleintierhaltung“.

Blöd für Frauchen: Im Mietvertrag war zwar das Halten von Kleintieren wie Vögel, Zierfische, Hamster usw. erlaubt. Das Halten von kleinen Hunden war darin nicht erwähnt. Deswegen zählen Hunde nicht zu der erlaubten Kleintierhaltung, sondern zu einer „anderen Tierhaltung“.

Weil die Hundeverbotsklausel nicht nach der Größe, dem Gewicht oder den Eigenheiten eines Hundes differenzierte, fiel auch der Yorkshire unter die Tierverbotsklausel.  

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Foto: Heidi Schnurr / Bildschön, Laila Weber
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Heidi Schnurr arbeitet als Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Mietrecht für Vermieter. Ihre Praxis-Tipps speziell für Vermieter finden sich in zahlreichen Fachpublikationen, Loseblattwerken, Büchern und ...
Heidi Schnurr
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Der Bundesgerichtshof hat schon einmal in einem Urteil genauer definiert, was für ihn „Kleintiere“ sind (BGH, Urteil v. 14.11.2007, VIII ZR 340/06): Das sind solche, die in geschlossenen Behältnissen gehalten werden, also nicht frei in der Wohnung oder dem Haus umherlaufen.

Auch nach dieser Definition würde weder ein Hund, noch eine Katze unter die erlaubten Kleintiere fallen.