Donnerstag, 13.12.2012 | Autor: Heidi Schnurr

Trinkwasser-Kontroll-Frist: Verlängerung bis 2013 ist beschlossene Sache

Worum geht´s

Laut Trinkwasserverordnung müssen Vermieter mit einem zentralen Wasserspeicher ab 400 Liter bis zum 31.12.2013 ihr Trinkwasser untersuchen lassen, sonst droht ihnen ein Bußgeld.

 

Nach der aktuellen Trinkwasserverordnung müssen Vermieter erst bis zum 31.12.2013 das Trinkwasser ihrer Immobilie kontrollieren lassen. Diese lang ersehnte Gesetzesänderung wurde am 13.12.2012 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Das sind gute Nachrichten für Vermieter.

Die Prüf-Frist wurde bis 31.12.2013 verlängert

Die Trinkwasserverordnung ist am 11.11.2011 in Kraft getreten. Danach müssen Vermieter, die einen zentralen Wasserspeicher mit mehr als 400 Liter im Haus haben. Der ursprüngliche Gesetzenwurf sah noch vor, dass der Mieter bis zum 31.10.2012 ihr Trinkwasser auf mikrobakterielle Belastung untersuchen zu lassen sollte. Ansonsten droht ihnen ein saftiges Bußgeld bis zu 25.000 Euro - doch in letzter Sekunde hat sich diese Frist zugunsten der Vermieter doch noch geändert!

Die Prüf-Frist wurde jetzt doch  bis zum 31.12.2013 verlängert

Wer bis jetzt noch immer nichts unternommen hat, kann sich freuen! Die geltende Prüf-Frist in der Trinkwasserverordnung wurde jetzt nämlich nochmal kurzfrisitg bis zum 31.12.2013 verlängert  - und zwar rückwirkend.

Diese Änderung wurde jetzt im Bundesgesetzblatt veröffentlich und ist damit amtlich!

Aus 1 mach` 3: Der Untersuchungsturnus hat sich verlängert 

Doch nicht nur die Prüf-Frist wurde bis zum 31.12.2013 verlängert, sondern auch der Untersuchungsturnus von einmal jährlich auf alle 3 Jahre. Danach muss das Trinkwasser aus Anlagen aus denen gewerblich, aber nicht öffentlich Trinkwasser abgegeben wird, regelmäßig untersucht werden. 

Diese Fristverlängerung entlastet vor allem Wohnungsvermieter, denn auch die gelten dann ausdrücklich als "gewerbliche Trinkwasserabgeber"  im Sinn der Verordnung. 

Die verlängerten Prüffristen und der Untersuchungsturnus treten rückwirkend in Kraft.

Wann Sie eine Großanlage zur Trinkwassererwärmung haben 

Was eine „Großanlage zur Trinkwassererwärmung“ ist, wurde bislang über die anerkannten Regeln der Technik definiert. Doch eine konkretere Definition soll jetzt dirket in die Verordnung wandern. 

Demnach ist eine „Großanlage zur Trinkwassererwärmung“ eine Anlage mit

a) Speicher-Trinkwassererwärmer oder zentralem Durchfluss-Trinkwassererwärmer mit einem Inhalt von mehr als 400 Litern oder

b) einem Inhalt von mehr als 3 Litern in mindestens einer Rohrleitung zwischen Abgang des Trinkwassererwärmers und Entnahmestelle. Der Inhalt einer Zirkulationsleitung soll dabei unberücksichtigt bleiben; entsprechende Anlagen in Ein- und Zweifamilienhäusern zählen nicht zu Großanlagen zur Trinkwassererwärmung.

Die Pflicht, bestehende Großanlagen der Trinkwassererwärmung dem Gesundheitsamt anzuzeigen, ist ebenfalls entfallen: Eine Anzeigepflicht im Bestand gibt es nicht!

Was Legionellen im Trinkwasser bedeuten

Stagnation von Trinkwasser in Leitungen, Warmwasseraufbereitungen und Ablagerungen im Rohrnetz ieten reichlich Nährboden für gefährliche Keime: Die sogenannten Legionellen treten überwiegend im warmen Wasser zwischen 20 Grad Celsius und 55 Grad Celsius auf und können beispielsweise durch Wasserdampf in die Atemwege gelangen und zu einer lebensbedrohlichen Lungenentzündung führen.

Für die zuständigen Immobilienbesitzer wird es dann teuer, wenn Mieter Schadensersatzansprüche wegen Legionellen im Trinkwasser geltend machen. „Deshalb ist es wichtig, durch präventive Maßnahmen, sprich Untersuchungen auf diese Keime durch ein akkreditiertes Labor, die Qualität des Trinkwassers und damit die Sicherheit der Konsumenten zu gewährleisten“, erklärt Günther Kirsten, Experte für Technische Gebäudeausrüstung der GTÜ.

Kommentare (1)

6.7.2013, 1:52 Uhr von wassertankstelle Profil ansehen
Dieses Jahr ist es soweit! Die Frist läuft im Dezember 2013 ab. Unabhänig von der Trinkwasserwasserverordnung rate ich das Wasser ohnehin untersuchen zu lassen. Ich blogge zum Thema Wasser und Legionellen sind zwar ein schwerwiegendes, aber nicht das einzige Problemthema. Medikament, Hormonaktive Stoffe, etc. Mehr Infos bekommen Sie unter wasser minus infos punkt com. Freue mich auf Ihr Feedback
Foto: Heidi Schnurr / Bildschön, Laila Weber
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Heidi Schnurr arbeitet als Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Mietrecht für Vermieter. Ihre Praxis-Tipps speziell für Vermieter finden sich in zahlreichen Fachpublikationen, Loseblattwerken, Büchern und ...
Heidi Schnurr
News: Vermieter von Mehrfamilienhäusern sind dazu verpflichtet, die zentrale Anlage für Warmwasserbereitung ein Mal im Jahr auf Legionellen untersuchen zu lassen. Das schreibt die neue Trinkwasserverordnung vor. Allerdings: Dafür haben sie noch bis 31.12.2013 Zeit. Die Kosten für die Untersuchung sind auf die Mieter umlegbar.
Am 1. November tritt die neue Trinkwasserverordnung in Kraft. Doch überraschend ist, dass offensichtlich kaum jemand darauf so richtig eingestellt ist. Außerdem grassieren nur Tatsachenfragmente im Web, was für Verwirrung sorgt, beschreibt Jörg Stroisch.
Topstory: Die sehr gefährlichen Legionellen werden durch das Sprühwasser etwa einer Dusche auf den Menschen übertragen. Damit sie nicht gefährlich werden, müssen Vermieter seit dem 1. November 2011 das Wasser eventuell überprüfen lassen. Das schreibt die neue Trinkwasserverordnung vor.

 meineimmobilie.de-Tipp

Die Hängepartie, ob und bis wann Sie das Trinkwasser untersuchen lassen müssen, ist beendet. Die Frist 31.10.2012 gehört der Vergangenheit an. Die Verlängerung der Prüf-Frist bis Ende 2013 ist nun endlich in trockenen Tüchern!