Montag, 09.05.2011 | Autor: Heidi Schnurr

Stichtag 09.05.2011: Die 5 häufigsten Fragen zum Zensus

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81,1 Millionen Menschen leben in Deutschland - oder sind es etwa doch ein paar mehr? Um das herauszufinden, findet in wenigen Tagen, genauer gesagt am 09.05.2011, eine Volkszählung statt: der sogenannte "Zensus 2011". Wer jetzt glaubt, dass nur jemand klingelt und kurz mal durchzählt, hat sich geschnitten. Die 5 häufigsten Fragen rund um den Zensus finden Sie hier.

1. Wer befragt wird

Befragt werden 4 Gruppen:

  • Haushalte,
  • Haus- und Wohnungseigentümer,
  • Wohnungsunternehmen und
  • die Leitung von Einrichtungen.

Bei den Haushalten werden per Zufallsverfahren 7,9 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner ausgewählt und um Auskünfte über sich selbst gebeten.

Als Haus- und Wohnungseigentümer erhalten Sie auf jeden Fall einen Fragebogen. Sie gehören damit zur großen Gruppe der 17,5 Millionen Immobilienbesitzer.

Auch große Wohnungsunternehmen, die viele Immobilien besitzen oder verwalten, werden im Rahmen der Gebäude- und Wohnungszählung zum Stichtag 09.05.2011 um Auskunft gebeten.

Da Bewohnerinnen und Bewohner von Notunterkünften, Flüchtlingslagern, psychiatrischen Kliniken sowie Gefängnisinsassen nur schlecht persönlich befragt werden können, erhalten stellvertretend die Leiterinnen und Leiter der Einrichtungen einen Fragebogen.

2. Was Sie gefragt werden

Bei der Haushaltsbefragung werden Fragen zu Alter, Geschlecht, Bildung, zur Erwerbstätigkeit von Selbstständigen und sogar zum Migrationshintergrund gestellt. Selbst Fragen zur Religionszugehörigkeit sind im Fragebogen enthalten. Um es jedoch gleich vorweg zu nehmen: Die Frage zur Religionszugehörigkeit müssen Sie nicht beantworten - die anderen allerdings schon.

So beispielsweise die zum Familienstand und ob Sie mit einem Lebenspartner zusammen in der Wohnung leben. Sogar, ob Sie noch weitere Wohnsitze in Deutschland haben und wann Sie bzw. Ihre Eltern (ab 1955) nach Deutschland gezogen sind.

Selbst bei der Schulbildung wird ins Detail gegangen: Es wird nach Ihrem Abschluss gefragt. Außerdem danach, warum Sie in der Woche vom 09.05.2011 bis 15.05.2011 gerade (z. B. wegen Urlaub, Krankheit, Elternzeit) mehr oder weniger zufällig zu Hause sind.

Bei Haus- und Wohnungseigentümern geht es darum, was für ein Gebäude sie besitzen (Ein-/Zweifamilienhaus, Wohn- oder Geschäftshaus), wann es gebaut wurde, wie es beheizt wird (Blockheizung, Zentralheizung, Etagenheizung) und wie viele Wohnungen es in dem Gebäude gibt.

Bei den Wohnungen ist die Größe, die Anzahl der Räume und der Bewohner von Interesse. Ebenso die Ausstattung. Da müssen Sie angeben, ob es in Ihrer Wohnung eine Badewanne oder Dusche und eine Toilette gibt. Hier geht's zum Musterfragebogen.

Dass Wohnungsunternehmen nicht für oft tausende Wohnungen mal eben einen Berg von Fragebögen ausfüllen können, liegt auf der Hand. Deswegen stellen die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder den Wohnungsunternehmen ein kostenloses Datenverarbeitungsprogramm zur Verfügung.

3. Wie die Befragung abläuft

Die Haushaltsbefragung startet am 09.05.2011 und soll bereits am 01.08.2011 fertig sein. Gehören Sie zu den "Auserwählten", erhalten Sie Besuch von einem Interviewer. Allerdings keinen Überraschungsbesuch, sondern Sie erhalten 2 Wochen vor dem Zensusstichtag eine Postkarte, wann der Interviewer vorbeikommt. Fragen Sie nach seinem Ausweis und lassen Sie sich nicht drängen, denn pro Fragebogen erhält der Interviewer zirka 7,50 Euro.

Wichtig: Sie müssen den Interviewer nicht in Ihre Wohnung lassen!

Auf Wunsch hilft er Ihnen beim Ausfüllen des Fragebogens. Ansonsten können Sie den Fragebogen aber auch allein entweder auf Papier oder online bearbeiten.

Sie haben zum vorgeschlagenen Termin keine Zeit? Dann können Sie einen anderen Termin vereinbaren. Wohin Sie sich wenden können, steht auf der Postkarte. Es reicht, wenn ein erwachsener Familienangehöriger zu Hause ist, der Auskunft darüber geben kann, wer außer ihm noch da wohnt.

Die Gebäude- und Wohnungszählung wird nicht per Interviewer durchgeführt. Den Fragebogen erhalten Sie mit der Post und können Sie entweder zurückschicken oder online ausfüllen.

4. Was passiert, wenn Sie sich weigern

Als Haus- und Wohnungseigentümer kommen Sie nicht an der Befragung vorbei, denn laut Gesetz ist es so: Wer ausgewählt wird, muss auch mitmachen, denn es besteht nach § 18 Zensusgesetz 2011 für alle Datenerhebungen eine Auskunftspflicht.

Allerdings können Sie gegen die Aufforderung zur Auskunftserteilung Widerspruch und Anfechtungsklage erheben. Beides hat jedoch keine aufschiebende Wirkung!

Lediglich das Beantworten der Frage nach dem Bekenntnis zu einer Religion, Glaubensrichtung oder Weltanschauung ist bei der Haushaltsbefragung freiwillig.

Weigern Sie sich, den Fragebogen auszufüllen, wird gegen Sie zunächst ein Zwangsgeld festgesetzt. Wie hoch das ausfällt, hängt vom Einzelfall ab: Die Spannweite geht von 200 Euro bis 7.000 Euro bei Großeigentümern.

Wer glaubt, er könne sich mit dem Zwangsgeld quasi von seiner Auskunftspflicht freikaufen, irrt sich gewaltig: Sie müssen zwar zahlen, Ihre Auskunftspflicht bleibt aber dennoch bestehen. Schlimmstenfalls bekommen Sie außerdem noch ein Bußgeld von 5.000 Euro aufgebrummt, weil Sie die Auskunft gar nicht oder zu spät erteilt haben.

5. Was passiert, wenn Sie lügen

Nach dem Bundesstatistikgesetz muss Ihre Antwort wahrheitsgemäß und vollständig sein und noch dazu fristgerecht eingehen.

Sie handeln nach § 23 Bundesstatistikgesetz bereits ordnungswidrig, wenn Sie vorsätzlich oder fahrlässig eine Auskunft nicht, nicht richtig, nicht vollständig oder nicht rechtzeitig erteilen. Diese Ordnungswidrigkeit kann für Sie mit einer Geldbuße bis zu 5.000 Euro enden.

Meineimmobilie.de empfiehlt:
Mehr Details zur Volkszählung samt aller Fragebogen-Muster finden Sie unter www.zensus2011.de.

Kommentare (2)

31.3.2011, 14:45 Uhr von Heidi Schnurr Profil ansehen
Vielen Dank für Ihren Hinweis! Es muss natürlich 7,9 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner heißen. Den Beitrag haben wir bereits aktualisiert.
30.3.2011, 15:19 Uhr von Zensus2011 Profil ansehen
Die Verfasserin hat da wohl was verwechselt. Die Haushaltsstichprobe findet an rund zwei Millionen Anschriften statt. Befragt werden die rund 7,9 Mio. Personen, die an diesen Anschriften wohnen. Auch würde es mich wundern, wenn sich der Interviewer bereits zwei Wochen vorher ankündigt. Gruß Reiner Zufall