Dienstag, 09.06.2009 | Autor: heihec

Selbstjustiz der Vermieter bei Mietnomaden

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News: Die Mehrheit der deutschen Vermieter sind bei der Neuvermietung von Immobilien sehr vorsichtig. So versuchen sie sich durch Einkommensnachweis, Bonitätsauskunft oder Kautionsbarzahlung zu schützen, doch einen hundert prozentigen Schutz vor Betrügern ist dies nicht.

Eine aktuelle Befragung unter 2265 Vermietern vom Immobilienportal ImmobilienScout24 zeigt, wie vorsichtig deutsche Vermieter sind. Anstatt den Angaben des Mieters zu vertrauen, verlangen sie detaillierte Sicherheiten. Knapp zwei Drittel aller geschädigten Vermieter verlangen schon vor der Unterzeichnung eines neuen Mietvertrages eine Kautionszahlung in bar. So sollen insolvente und zahlungsunwillige Mieter abgeschreckt werden.

Weiterhin wichtig sind ein Gehaltsnachweis (58,7 Prozent), eine Bonitätsauskunft (51,6 Prozent) sowie eine Mietschulden- Freiheitsbescheinigung (22,1 Prozent). Etwas weniger misstrauisch sind Vermieter, die noch keinen Streit mit zahlungsunwilligen Mietern hatten: Nur jeder Zweite besteht auf einen Einkommensnachweis, rund 46 Prozent vermieten ihre Immobilie nicht ohne eine Kautionsbarzahlung.

Jedes zehnte Opfer greift zu Selbstjustiz

Sind die Mietnomaden erst mal in einer Wohnung, bekommt man sie nicht so schnell raus. Deshalb verlassen sich inzwischen nur noch 58 Prozent der Opfer auf den üblichen Rechtsweg mit außerordentlicher Kündigung und Räumungsklage. Jeder zehnte betrogene Vermieter nimmt sein Recht selbst in die Hand und räumt die Wohnung ohne Gerichtsbeschluss, tauscht das Schloss aus, stellt Strom und Wasser ab oder droht den zahlungsunwilligen Mieter.

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