Montag, 15.02.2010 | Autor: Stein/Heihec

Rechtsschutzversicherung für Vermieter

Mieter ziehen manchmal gerne vor das Gericht. Vermieter können sich gegen das Prozesskostenrisiko absichern. Tipps rund um die Rechtsschutzversicherung für Vermieter.

Ein Rechtsstreit kann kostspielig werden. Dies kann nicht nur für den der Fall sein, der einen Prozess verliert und neben den Gerichtsgebühren auch die Gebühren des eigenen und des gegnerischen Anwalts tragen muss.

Rechtsschutzversicherung sichert ab

Auch der Gewinner könnte für alle Kosten aufkommen. Ist der Gegner zahlungsunfähig muss der Gewinner alle Kosten übernehmen.

Wohnungseigentümer und Vermieter unterliegen immer einem hohen Kostenrisiko, weil es zumeist um einen hohen Streitwert geht. Insbesondere vermietende Wohnungseigentümer können oft dazu gezwungen sein, einen Prozess zu führen. In der Praxis häufige Streitpunkte sind:

  • der Mieter hat wiederholt seine Miete nicht gezahlt,
  • der Mieter zieht trotz Beendigung des Mietverhältnisses nicht aus,
  • der Mieter mindert die Miete,
  • der Mieter akzeptiert die Betriebskostenabrechnung nicht,
  • der Mieter beschädigt das Eigentum des Vermieters,
  • der Eigentümer will die Jahres- und Hausgeldabrechnung anfechten,
  • die Eigentümerversammlung hat einen rechtswidrigen Beschluss gefasst,
  • der Eigentümer streitet mit der Gemeinde über zu hohe Gebühren oder Steuern,
  • der Eigentümer macht Gewährleistungsansprüche gegen den Bauträger oder Handwerker geltend,
  • der Eigentümer streitet sich mit einem anderen Wohnungseigentümer oder Grundstücksnachbarn über Rechte und Pflichten aus dem Nachbarschaftsverhältnis.

Streitwert bei Rechtsschutzversicherungen

Wer in einem solchen Fall über eine Rechtsschutzversicherung verfügt, kann einen Anwalt seines Vertrauens beauftragen. Wenn die Versicherung dann noch die Deckungszusage für den anstehenden Rechtsstreit erteilt, müssen die möglichen Kosten dem Eigentümer keine schlaflosen Nächte bereiten.

Nachdem das Wohnungseigentumsgesetz reformiert wurde, ist davon auszugehen, dass der bisher übliche Streitwert bei wohnungseigentumsrechtlichen Auseinandersetzungen in Höhe von 3.000 Euro nicht mehr die Regel ist.

Entwicklung des Gegenstandswerts

Es ist eher zu befürchten, dass sich der Gegenstandswert in Zukunft am Wert der Eigentumswohnung orientiert. Bei mietrechtlichen Streitigkeiten kann der Streitwert so schnell die Höhe einer Jahresmiete ausmachen.

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Anette Stein ist Betriebswirtin und arbeitet als freiberufliche Redakteurin und Buchautorin. Sie hat sich vor allem auf den Bereich der privaten Finanzen spezialisiert und zahlreiche Publikationen zu diesem Thema ...
Anette Stein

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Viele Versicherungen sind für den Haus- und Wohnungseigentümer sehr wichtig. Bevor Sie allerdings eine Rechtsschutzversicherung abschließen, sollten Sie zunächst die Grundbesitzerhaftpflicht und Wohngebäudeversicherung abschließen. Diese sichern existenzielle Risiken ab.