Donnerstag, 23.01.2014 | Autor: heihec, Foto: © decisiveimages - Fotolia.com

Messie: der Albtraum eines jeden Vermieters

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Worum geht´s
  • Selbstauskunft hilft gegen Messie-Mieter
  • Der richitge Umgang mit Messie-Mietern
  • Messie-Mieter kündigen
Stichworte zu diesem Thema

Müll, Ärger und hohe Kosten: Mieter mit dem sogenannten Messie-Syndrom gehören zu dem Albtraum eines jeden Vermieters. Denn deren Zwang, wertlose und verbrauchte Sachen jahrelang zu sammeln, bringen gerade Kleinstvermieter an den Rand wirtschaftlicher Existenz.

Geruchsbelästigungen, Schädlingsbefall oder gar die völlige Unbewohnbarkeit der Wohnung: Geraten Vermieter an einen Mieter mit dem Messie-Syndrom, sind Ärger und Kosten vorprogrammiert. 

Die ARAG-Experten informieren in einer aktuellen Pressemitteilung über die Möglichkeiten des Vermieters, gegen „Messies“ in der Mietswohnung vorzugehen.

Bestehen Sie vor Mietvertragsabschluss auf eine Selbstauskunft

Vor Abschluss eines Mietvertrages sollte der Vermieter vom potenziellen Mieter immer eine detaillierte Selbstauskunft verlangen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Angabe der bisherigen Vermieter, damit der Vermieter sich bei ihm über den potenziellen Mieter erkundigen kann.

Verweigert der Mieter die Selbstauskunft und die Zustimmung zur Kontaktaufnahme mit den bisherigen Vermietern, sollte dies den Vermieter stutzig machen. Dann besser Abstand vom Abschluss eines Mietvertrages mit diesem Interessenten nehmen.

Vereinbaren Sie ein Besichtigungsrecht

Kommt es zur Vertragsunterzeichnung, sollte im Mietvertrag vereinbart werden, dass der Vermieter das Recht hat, in regelmäßigen Abständen die Wohnung zu besichtigen. 

So kann sich der Vermieter bei begründetem Verdacht regelmäßig in der Wohnung umsehen und bei Gefahr direkt einschreiten.

Müll in der Wohnung: Darf der Mieter das? 

Stellt sich heraus, dass ein Mieter übermäßig viel Unrat oder gar Müll in der Wohnung lagert, muss der Vermieter sofort handeln. Grundsätzlich ist der Mieter zu einem pfleglichen Umgang mit der Mietsache verpflichtet. Er darf Ihre Wohnung deswegen nur so nutzen, dass an ihr kein Schaden entsteht.

Das Lagern von Müll, mit allen seinen Folgen, stellt meist keinen pfleglichen Umgang dar. In einem solchen Fall sollten Sie Ihrem Mieter eine angemessene Frist zur Müllbeseitigung setzen. Hält er diese Frist nicht ein, macht sich der Mieter schadensersatzpflichtig und muss die Kosten der Entsorgung übernehmen.

Wann Sie dem Messie-Mieter kündigen dürfen

Eine Kündigung des Mieters kommt nur dann in Betracht, wenn der Sammelzwang des Mieters Ausmaße annimmt, die dem Vermieter nicht mehr zugemutet werden können. Das ist dann der Fall, wenn es aufgrund der Lagerung zu Schädlingsbefall kommt oder wenn die Nachbarschaft durch Geruchsentwicklung aus der betroffenen Wohnung beeinträchtigt wird.

Damit ist für eine Kündigung eine gewisse Erheblichkeit der Beeinträchtigung erforderlich. Auf jeden Fall muss der Vermieter vor Ausspruch der Kündigung dem Mieter eine angemessene Frist zur Beseitigung der Beeinträchtigung setzen.

Mit dem Ordnungsamt gegen den Messie-Mieter

Um möglichst schnell Schaden von seinem Eigentum abzuwenden, kann der Vermieter versuchen, die Ordnungsämter der Stadt oder Gemeinde einzubeziehen. Diese können im Wege der Gefahrenabwehr den Mieter verpflichten, seine Wohnung von Unrat und Müll zu befreien.

Beispielsweise, wenn von der Lagerung von Müll in einer Wohnung eine Gesundheitsgefährdung ausgeht. Der Mieter ist dann auch für die Entsorgung des Mülls verantwortlich und hat die Kosten einer solchen Räumung und Entsorgung zu tragen.

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Den perfekten Mieter gibt es nicht. Dennoch müssen Sie jemanden finden, dem Sie Ihre Immobilie guten Gewissens anvertrauen können. Dabei kann es nichts schaden, wenn Sie sich nicht nur auf Ihr Bauchgefühl verlassen, sondern Ihrem Mieter in spe ein wenig auf den Zahn fühlen.
Den Albtraum vieler Vermieter haben Sie sicherlich auch schon irgendwo im Fernsehen gesehen: Eine völlig vermüllte, heruntergewohnte Wohnung - nur mit viel Aufwand und Kosten bekommen Sie so eine Wohnung überhaupt wieder vermietbar! Falls es auch Sie "erwischt" hat und Sie einen solchen "Traummieter" so schnell wie möglich wieder loshaben möchten, verrät Ihnen dieser Beitrag, wie Ihre Chancen vor Gericht stehen und was Sie tun können, um möglichst bald wieder eine vermietbare Wohnung zu haben.    

 meineimmobilie.de-Tipp

Vorsicht: Ist der Mieter aus gesundheitlichen oder finanziellen Gründen nicht in der Lage, die amtlich angeordnete Entrümpelung vorzunehmen, können schlimmstenfalls Sie dafür in die Pflicht genommen werden (AG Arnsberg 5 L 36/08).