Montag, 29.08.2011 | Autor: Heidi Schnurr/mb, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2006

Lärm: Wenn ein Mieter sich gestört fühlt

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2006
Rücksichtslose Mieter, die Krach machen, wann immer sie wollen, sind nicht gerade der Traum eines Vermieters. Denn durch sie fühlt er sich vielleicht nicht nur selbst gestört, sondern auch andere Mieter können sich über den Lärm beschweren. Dann muss der Vermieter durchgreifen, sonst zahlt er am Ende drauf.

Musik wird oft nicht schön empfunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden, reimte schon einmal Wilhelm Busch. Tatsächlich klingt sicherlich nicht alles wie Musik in den Ohren des Vermieters.

Unerfreuliche Geräusche

Schon gar nicht, wenn er es sich Samstagmittags zu Hause auf seiner Couch bequem gemacht hat und unerfreuliche Geräusche an sein Ohr dringen: Zuerst der Staubsauger des Nachbarn - der steht im Hof und saugt sein Auto aus.

Der andere Nachbar beginnt gerade seinen Rasen zu mähen. Und als wäre das nicht schon genug, bohrt der Mieter in der Küche in der oberen Etage ein paar Löcher - er hat eine neue Küche bekommen und beginnt sie gerade voller Enthusiasmus aufzubauen.

Mieterbeschwerde über Lärm

"Dürfen die das?", fragt der Vermieter sich insgeheim. Tja, wo viele Menschen an einem Ort vereint sind, muss schon das eine oder andere Geräusch hingenommen werden.

Ein Mieter beklagt sich, dass sein schwerhöriger Nachbar ständig bis spät in die Nacht den Fernseher so laut aufgedreht hat, dass er nicht schlafen kann. Ein anderer Mieter berichtet dem Vermieter von dem Lärm aus einem Biergarten, der bei warmem Wetter bis weit nach Mitternacht zu hören ist.

Schlimmstenfalls Mietminderung

Ärgert sich der Vermieter, kann er sich an den Lärmstörer halten. Ärgert sich sein Mieter über Lärm, darf er dem Vermieter schlimmstenfalls sogar die Miete mindern! Wenn der Mieter sich über Lärm ärgert, heißt es für den Vermieter: Ruhe bewahren!

Der Mieter fühlt sich durch den Biergarten-Lärm gestört. Er bittet den Vermieter, mit geeigneten Maßnahmen gegen die Störer vorzugehen. Der Vermieter sollte solche Bitten unbedingt ernst nehmen. Ignoriert er die nämlich einfach, könnte der Mieter ihn sogar verklagen! Zu den allgemeinen Schutzpflichten des Vermieters gehört es nämlich, den Mieter vor Störungen Dritter zu schützen.

Einschreiten des Vermieters

Der Vermieter ist deshalb verpflichtet - soweit möglich -, gegen Lärm und sonstige Immissionen von Dritten vorzugehen. Vorab sollte der Vermieter aber unbedingt die folgenden zwei Fragen klären: Muss er überhaupt gegen den Lärmstörer vorgehen? Muss er eventuell mit einer Mietminderung rechnen?

Der Vermieter muss nur dann etwas unternehmen, wenn der Lärmverursacher verpflichtet ist, die Lärmbelästigung zu unterlassen. Das ist nicht immer der Fall - selbst wenn sich nicht nur der Mieter, sondern viel mehr Menschen vom Lärm gestört fühlen. Stammt der Lärm von Mitbewohnern, muss der Vermieter tätig werden.

Lärm im Haus und draußen

Ob er nun etwas unternehmen muss oder nicht, hängt auch davon ab, ob es sich um eine Lärmstörung innerhalb des Hauses handelt. Hält sich beispielsweise ein Mitmieter nicht an die Ruhezeiten und dreht er seine Stereoanlage weit über Zimmerlautstärke auf, kann der Vermieter verlangen, dass er dies in Zukunft unterlässt.

Viel schwieriger wird es dagegen, wenn der beanstandete Lärm von außen kommt. Denn hier muss der Vermieter - und damit auch der Mieter - häufig den Lärm einer Straßenbaustelle hinnehmen. Mieter dürfen wegen Lärms die Miete mindern, wenn dieser nicht ortsüblich ist beziehungsweise eine wesentliche Beeinträchtigung darstellt.

Dann muss der Vermieter unter Umständen in den sauren Apfel beißen und eine Mietkürzung schlucken. Besonders ärgerlich für den Vermieter, wenn er für die Lärmbelästigung gar nichts kann oder auch nichts dagegen unternehmen kann.

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 meineimmobilie.de-Tipp


Viele Mieter vergreifen sich häufig beim Thema Mietminderung: Entweder sie kürzen fälschlicherweise zu Unrecht die Miete oder sie setzen den Kürzungsbetrag viel zu hoch an. Dabei berechtigt nicht jede Lärmstörung gleich zur Mietminderung. Vor allem wenn Ihr Mieter schon beim Mietvertragsabschluss von dem Lärm wusste beziehungsweise mit ihm rechnen musste.