Samstag, 14.02.2015 | Autor: heihec, Foto: © jogyx - Fotolia.com

Garten, Terrasse und Balkon: Was der Mieter darf

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Worum geht´s

Was der Mieter auf Balkon und Terrasse darf und was nicht!

Topstory: Kaum zeigt sich der erste Sonnenstrahl am Himmel, zieht es wieder viele Deutsche in den Garten oder auf den Balkon. Graben, grillen oder feiern - was darf der Mieter wirklich auf seiner Terrasse oder dem Balkon und wann müssen Sie als Vermieter schlichtend eingreifen? 

Keine Frage: Das Grillen zählt zum Lieblingssommersport der Deutschen. Und im Garten, auf der Terrasse oder auch auf dem Balkon ist das Grillen im Sommer erlaubt. Allerdings verbietet das Immissionsschutzgesetz das Grillen im Freien, wenn Qualm konzentriert in die Wohnungen und Schlafräume von Nachbarn zieht.

Deshalb sollten Wohnungseigentümer mit einigem Abstand zum Nachbarhaus grillen und dabei die Windrichtung beachten.

Gegrillt werden darf in der Zeit von April bis September ein Mal im Monat auf dem Balkon, wenn die benachbarten Mitmieter oder -eigentümer 48 Stunden vorher darüber informiert werden.

Wichtig ist es beim Feiern im Freien, die Ruhezeit ab 22 Uhr einzuhalten. Wird allerdings im Mietvertrag das Grillen auf dem Balkon und Garten verboten, ist das Grillverbot wirksam, so entschied das Landesgericht Essen (10 S 438/01).

Tische und Stühle dürfen raus auf den Balkon oder die Terrasse

Den Balkon und die Terrasse dürfen Wohnungseigentümer oder Mieter nutzen wie sie wollen. Der Vermieter darf das Aufstellen von Stühlen, Bänken, Tischen und anderen Gartenmöbeln nicht verbieten.

Das Amtsgericht Schöneberg entschied in einem Urteil (6 C 360/85), dass auch Blumenkübel, Blumenkästen und Blumentöpfe auf dem Balkon und der Terrasse erlaubt sind. Vorausgesetzt, die Blumenkästen sind ordnungsgemäß befestigt und gefährden nicht beim kleinsten Windchen Passanten oder Nachbarn.

Sichtschutz nur, wenn nicht gebohrt werden muss

Möchte der Mieter einen unauffälligen Sichtschutz auf dem Balkon anbringen, ist ihm das erlaubt. Jedoch muss er darauf achten, nicht das Mauerwerk zu beschädigen. Das Anbringen einer Markise kann aber nur mit Zustimmung des Vermieters erfolgen.

Für das Reinigen des ist der Mieter zuständig. Hierzu gehört auch das Säubern des Abflusssiebes. Bei stärkeren Verschmutzungen, zum Beispiel durch Tauben, muss der Vermieter einschreiten. Reparaturen am Balkon sind Sache des Vermieters.

Wer den Garten rund ums Haus nutzen darf

Ist bei einem Mietshaus ein Garten vorhanden, muss beachtet werden, wie der Vermieter die Gartennutzung festgelegt hat. Vermietet er einen Garten zusammen mit einer Wohnung, so steht die Nutzung ausschließlich dem betreffenden Mieter zu.

Eine Umgestaltung muss in Absprache mit dem Vermieter geschehen. Sonst muss der Mieter bei Auszug den früheren Zustand wiederherstellen. Steht der Garten aber allen Mietern zur Verfügung, so darf er auch von Kindern der Mieter und deren Spielkameraden genutzt werden, so der Mieterverein Hamburg.

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Da sonnt sich Ihr Mieter jeden Mittag nackt auf seinem Balkon: "Urlaub auf Balkonien", nennt er das. Seine Unterwäsche flattert derweil munter im Wind und jeden Morgen hängt er seine geblümte Bettwäsche zum Lüften über das Balkongeländer. Die Nachbarn haben Sie schon schmunzelnd darauf angesprochen. Ihnen ist das Ganze eher hoch peinlich. "Fremdschämen" nennt sich das und Sie fragen sich insgeheim: Kann ich dem Mieter das verbieten?
„Meine kleine grüne Oase“, nennt es Ihr Mieter liebevoll – und fühlt sich sichtlich wohl auf „seinem Balkonien“. Ihnen ist der Balkon etwas zuuuu grün.    Zudem hat sich bereits der darunter wohnende Mieter über das tropfende Gießwasser und die vielen Vögel beschwert, die nun an der grünen Hauswand der "Oase" nisten und auf seinen Gartenmöbeln sichtbare Spuren hinterlassen.    Rechtlich ist es so: Der Mieter darf zwar seinen Balkon begrünen, allerdings muss er sich dabei an ein paar Spielregeln halten.
News: Die sonnigen Tage in den kommenden Wochen werden viele Hausbesitzer und Mieter dafür nutzen, auf ihrem Balkon oder im Garten den Grill anzuwerfen. Doch während sich der eine auf seine Wurst freut, fühlt sich der andere vom Geruch belästigt. Mit Rücksicht lassen sich Nachbarschaftsstreitigkeiten ums Grillen vermeiden.
"Mir stinkt es gewaltig!" sagte sich wohl ein Berliner Mieter, der sich täglich darüber ärgerte, dass Rauchschwaden des unter ihm wohnenden Mieters zu ihm hoch zogen. Prompt minderte er seinem Vermieter die Miete. Was der dazu sagte?
Der häufigste Vorsatz fürs neue Jahr lautet bei vielen: Rauchen abgewöhnen! Leider nicht bei zwei Mietern aus Rathenow. Die rauchten täglich auf ihrem Balkon - sehr zum Leidwesen des über ihnen wohnenden Mieters: Dem stank gewaltig, was da von unten nach oben direkt in seine Wohnung zog.  

 meineimmobilie.de-Tipp


Mieter dürfen in der Wohnung selbst rauchen so viel sie wollen. Selbst das Rauchen auf dem Balkon kann nur zeitlich begrenzt untersagt werden.

 

Im Sinne einer guten nachbarschaftlichen Beziehung Ihrer Mieter untereinander, sollten Sie als Vermieter generell vermittelnd bei Streitfällen eingreifen.