Donnerstag, 08.12.2011

Ulrike Gantert

Ulrike Gantert ist Fachanwältin für Bau- und Architektenrecht sowie Schlichterin/Schiedsrichterin für Baustreitigkeiten. Sie ist in einer Münchener Baurechtskanzlei tätig und Mitglied der ARGE Bau- und Immobilienrecht im Deutschen Anwaltverein. Seit mehreren Jahren hält sie Fachseminare und publiziert zu bau- und architektenrechtlichen Themen.
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Viele Mängel beim Hausbau entstehen in der Regel durch eine mangelhafte Bauüberwachung oder Bauleitung. Das heißt aber auch, dass sie durch eine kompetente Bauüberwachung vermeidbar sind.

Wenn die Handwerker am Bau nicht sauber gearbeitet haben, ist das für den Bauherrn nicht nur ärgerlich, es kann auch weitere Schäden am Haus nach sich ziehen. Der Bauherr hat jedoch das Recht, innerhalb der Gewährleistungsphase Baumängel im Nachhinein geltend zu machen.

Auch wenn der Hausbau und die vorangehende Planungsphase nie völlig fehlerfrei ablaufen - einige Fehler in der Ausführungsplanung könnten dennoch vermieden werden.

Sobald der Architekt auf der Baustelle seine Arbeit erledigt hat, wird er eine Rechnung stellen. Je nach Art und Umfang seiner Arbeit kann die Abrechnung zu unterschiedlichen Zeitpunkten stattfinden. Steht die Abnahmereife für Bauabschnitte, die der Architekt verantwortet hat, noch aus, hat er noch keinen Anspruch auf sein Honorar.

Zu den Pflichten eines Bauherrn gehört es, die Leistungen der Handwerker und Bauunternehmen abzunehmen. Dabei muss er sich an Fristen halten und Mängel rechtzeitig reklamieren. Unterstützung kann er sich dabei von einem Architekten holen.

Bei einem Neubau fallen längst nicht nur die Kosten für das Haus an. Anschlüsse müssen verlegt werden, Gutachter kommen auf die Baustelle, der Bauschutt wir entsorgt. All das und noch einige weitere Ausgaben fallen unter die sogenannten Baunebenkosten. Unter dem Strich ergibt sich meist eine stolze Summe, die auf jeden Fall vor Baubeginn in die Kalkulation miteinfließen muss.

Ein Haus zu bauen bedeutet gleichzeitig, viele Rechnungen bezahlen zu müssen. Bei den Baunebenkosten sollte der Bauherr auf jeden Fall den Überblick behalten - sonst kann die eigene Immobilie schnell zur Schuldenfalle werden.

Meist wird ein Bauvorhaben wenigstens teilweise über Fremdmittel finanziert. Das heißt für den Bauherren, dass er die Baufinanzierung ebenso gründlich planen muss wie sein Haus, damit ihm hierbei keine Fehler unterlaufen.

Bauherren sollten unbedingt darauf achten, dass ihr Haus gemäß den geltenden Brandschutzbestimmungen gebaut wird und dass es standsicher ist. Baumängel in diesen Punkten könnten lebensbedrohlich sein. Im Zweifel helfen Sachverständige.

Für den Schallschutz in Gebäuden gibt es gesetzliche Mindestvorschriften. Doch die liegen weit unter dem, was sich ein Eigenheimbesitzer unter "leise" vorstellt. Nur klare Ansagen bei der Bauplanung schützen den Eigentümer später vor ungewolltem Lärm in den eigenen vier Wänden.