Donnerstag, 08.12.2011

Stefan Onischke

Stefan Onischke ist Dipl.-Ing. (Univ.) und freiberuflicher Architekt. Bisherige Veröffentlichungen in Bayerische Haus- und Grundbesitzerzeitung, Abendzeitung München.
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Vor etwa 50 Jahren hat sich noch kaum einer Gedanken über Energiesparmaßnahmen bei Gebäuden gemacht. Viele Altbauten haben deshalb einen sehr hohen Verbrauch. Dennoch sind längst nicht alle älteren Bauwerke Energieschleudern, denn wenn sie modernisiert wurden, sind sie vielleicht sogar sparsamer als manche Neubauten.

Der Verkäufer eines Hauses ist genauso wie der Vermieter dazu verpflichtet, dem Kaufinteressenten einen gültigen Energieausweis für sein Gebäude vorzulegen. Den Energieausweis muss und sollte er jedoch nicht zum Bestandteil des Kaufvertrages machen, sonst haftet der Verkäufer für die Richtigkeit der Angaben und ist schadensersatzpflichtig, wenn die energetische Qualität des Hauses nicht mit den Daten aus dem Energieausweis übereinstimmt.

Dem Energieausweis kommt auch beim Verkauf von Immobilien eine erhebliche Bedeutung zu. Verkäufer sind verpflichtet, den Energieausweis beim Verkauf zugänglich zu machen. Immobilienkäufer können sich anhand der Werte im Energieausweis ein Bild von der energetischen Qualität des Gebäudes machen.

Wenn der Vermieter einen Energieausweis für sein Gebäude erstellen lässt, sollte er alle Angaben, die der Aussteller aufgenommen hat, noch einmal genau überprüfen. Denn falls sich herausstellt, dass der Energieausweis Fehler enthält, kann der Mieter unter Umständen Schadenersatzansprüche gegen den Vermieter erheben.

Vermieter müssen zwar neuen Mietern den Energieausweis zugänglich machen, doch dies ist keine Voraussetzung für den wirksamen Abschluss eines Mietvertrags. Aus diesem Grund sollte der Energieausweis auch nie zum Bestandteil eines Mietvertrags gemacht werden.

Durch die Energieeinsparverordnung sollen Vermieter und Verkäufer von Immobilien gezwungen werden, einen Energieausweis erstellen zu lassen. Deshalb wurde die Vorlagepflicht in der EnEV festgeschrieben. Wer sich nicht daran hält, riskiert ein Ordnungswidrigkeitsverfahren und Bußgeld.

Alle Vermieter werden demnächst gesetzlich dazu verpflichtet sein, einen Energieausweis für die vermieteten Objekte bereitzuhalten. Das heißt jedoch nicht, dass jeder, der möchte, Einsicht in den Energieausweis nehmen kann. Die Rechte und Pflichten des Vermieters sind in der Energieeinsparverordnung genau festgelegt.