Donnerstag, 06.12.2007 | Autor: Sabine Seeberg

Planung

Das äußere Erscheinungsbild eines Hauses ist die Visitenkar-te seines Bauherrn. Damit Ihr Bauvorhaben kein Einheitshaus wird, das ohne Rücksicht auf Landschaft und Umgebung auf dem Grundstück erstellt wird, ist die richtige Wahl eines guten Entwurfverfassers entscheidend für die angemessene Gestal-tung. Suchen Sie sich in der Umgebung besonders gut ges-taltete Häuser aus und fragen Sie nach den Architekten. Die Investition bei der Wahl eines Architekten macht sich meis-tens bezahlt. Der Bauherr merkt dies aber häufig erst zu spät, denn meistens treten Pannen erst dann auf, wenn das Haus/die Wohnung fast bezugsfertig ist und die ersten Ge-danken über die Platzierung der vorhandenen Einrichtungs-gegenstände gemacht werden. Dann wird festgestellt, dass z. B. der Schlafzimmerschrank nicht ins Schlafzimmer passt, da dieser zu groß ist oder die Höhe im Dachgeschoss auf-grund der Dachkonstruktion (Lattenrost und Gipskarton etc.) nicht mehr ausreichend ist. Vorentwurf Lassen Sie sich daher nach dem ersten Vorentwurf des Architekten einige Tage Zeit und überlegen Sie genau, ob z. B. Ihr Bedarf an Zimmern (Anzahl der Kinderzimmer, ggf. Arbeitszimmer etc.) gedeckt ist, ob Ihre Möbel in die dargestellten Grundrisse platziert werden können oder ob neue teure Möbel angeschafft werden müssen. Sind die Türöffnungen richtig eingeplant und stimmen die Öffnungs-richtungen etc.? Äußere Gestaltung eines Hauses Die äußere Gestaltung eines Hauses kann man durch ? Vor- und Rücksprünge, ? Erker, ? ein Hauseingangsvordach oder ein Eingangselement, ? etwaige Abrundung der Balkone, ? Fenster unterschiedlicher Formen und Größen, z. B. Drei-eckfenster, Fenster mit Sprossen, ? unterschiedliche Materialien wie z. B. Putz, Holzverschalung usw. optisch erheblich aufwerten. Beachten Sie jedoch, dass bei der äußeren Gestaltung sich Ihr Bauvorhaben in die unmittelbare Umgebung einfügt. Dabei sollte u.a. bei der Planung auch die Dachform, die Dachein-deckung, die Fassadengestaltung etc. mit berücksichtigt wer-den. Eine optische Aufwertung verteuert i. d. R. Ihre Baukosten nicht unerheblich. Lassen Sie deshalb Ihrem Architekten in der Gestaltung nicht freien Lauf, da manche Konstruktionen einen erheblichen Aufwand auslösen und somit sehr teuer sind. Besprechen Sie mit dem Architekten Ihre finanzielle Lage, damit er dennoch ein Optimum an Gestaltung und Kosten für Sie erarbeiten kann. Gute Grundrisse entsprechen den Wohnbedürfnissen der jeweiligen Bewohner. Sie müssen wirtschaftlich, praktisch und funktionell sein. Kostensparendes Bauen Die eigenen vier Wände sind in Deutschland teuer. Mittlerwei-le kostet ein Reihenhaus für eine Familie im Bundesdurch-schnitt etwa 180.000 Euro. In Süddeutschland, insbesondere im Raum München ? aufgrund der hohen Grundstücksprei-se ? sogar noch um ein Wesentliches mehr. Um diese Aus-gaben überhaupt noch zu leisten und finanzieren zu können, bietet kostensparendes Bauen gute Möglichkeiten. Sparen beim Bauen bedeutet nicht Verzicht, sondern insbe-sondere eine ausgereifte Grundrissplanung und Konstruktion, einen gut organisierten Bauablauf, Minimierung des Energie-verbrauchs etc. Die tatsächlichen Bedürfnisse der Bewohner, zukunftsweisende Nutzungsänderungen der Wohnräume, gesunde Baumaterialien etc., sollten die wesentlichen Prüfkri-terien für eine langfristige Entscheidung sein. Eigenleistung Es soll nicht um jeden Preis billig sein, sondern es soll sich um Einsparungen handeln, die keine Abstriche am Wohnkom-fort bedeuten. So wäre es zum Beispiel falsch, auf einen op-timalen Wärmeschutz zu verzichten. Auch eine kleinere Wohnfläche käme nur in seltenen Fällen in Betracht. Bauwilli-ge sollten durch mehr Eigenleistungen und das Zusammenle-gen von Bad und WC sparen. Die Kosten lassen sich auf jeden Fall mit einer sorgfältigen Planung drosseln. Diese muss vor Baubeginn bis ins letzte Detail stehen. Dabei sollten keine komplizierten Baukörper gewählt werden. Darüber hin-aus sollte aus Kostengründen nicht auf Schallschutz oder eine Unterkellerung verzichtet werden. Tipp! Bei der Planung der Grundrisse sollte man hinsichtlich der Kosten folgende Punkte beachten: ? Planen Sie keine Decken über ca. 5 m Spannweite, da sonst der Kostenanteil ? abgesehen von einer stärkeren Deckenkonstruktion ? für die notwendige Bewehrung un-verhältnismäßig hoch, also sehr teuer wird. ? Achten Sie (auch hinsichtlich des Schallschutzes) darauf, dass Küche und Bad bzw. WC neben- bzw. übereinander liegen (siehe auch Abschnitt 14.2 ?Schallschutz?). ? Sämtliche Grundrisse, Wohnungsaufteilungen, Fenster und Türöffnungen etc. sollten den Rohbaurichtmaßen entspre-chen, damit für Fenster und Türen keine aufwendigen Sonderanfertigungen notwendig sind. Durch die Anwen-dung einer Maßordnung werden die Abmessungen von Bauteilen so aufeinander abgestimmt, dass ein Aneinan-derfügen ohne ein Teilen der Mauersteine möglich ist. Bau-richtmaße sind geradzahlige Vielfache von 12,5 cm. ? Die Verwendung von Fertigteilen kann neben einer Kostensenkung auch aus Schallschutzgründen für Innentreppen und aus Wärmeschutzgründen für Balkone sinnvoll sein. ? Planen Sie Ihr Haus möglichst funktional und sachlich, denn Vorsprünge, Erker etc. verteuern Ihr Bauvorhaben nicht selten um bis ca. 15 %. Dies hat auch den Vorteil, dass hinsichtlich der neuen Wärmeschutzverordnung der Wärmebedarf niedriger ist, je geringer die Oberfläche der Hausaußenfläche bei gleichem Volumen ist (siehe auch Abschnitt 14.1 ?Wärmeschutz?). Preiswertes Bauen ?Preiswertes Bauen? ist heute eine Forderung, über die in weiten Kreisen Einigkeit besteht. Nur an der Stelle, wo der Hebel für Sparmaßnahmen anzusetzen ist, scheiden sich die Geister. Häufig steht der Verzicht auf den Keller in der Liste der Sparvorschläge ganz oben. Begründet wird der kellerlose Bau in der Regel damit, dass der Keller seine traditionellen Funktionen ? Lager für Vorräte und Brennstoffe ? heute verlo-ren habe und damit nicht mehr benötigt werde. Der zusätzli-che Hinweis, dass bei Verzicht auf den Keller ca. 20.000 Euro eingespart werden können, erscheint vielen Bauwilligen zu-nächst überzeugend. So ist insbesondere in den südlichen Bundesländern eine noch häufigere Entscheidung zugunsten des Kellers zu beo-bachten. Dies ist im Wesentlichen auf die hohen Grund-stückspreise und deren maximale Gebäudenutzung zurückzu-führen. Keller pro/contra Im Laufe der Zeit hat der an sich unbeachtete Kellerraum deutlich an Aufmerksamkeit gewonnen. Neben der Unterbrin-gung für Strom-, Wasser- und Gasanschlüsse und der Nut-zung für die Heizung und Lagerung von Brennstoffen ist er zur hochgeschätzten Ausbaureserve geworden. Im Zuge der Freizeitgestaltung werden Hobbyräume gebraucht. So ist mancher Keller ein moderner Arbeits- oder Fitnessraum ge-worden. Oft benötigt man zusätzlichen Wohnraum, weil sich Familien-zuwachs ankündigt oder ein weiteres Familienmitglied aufge-nommen wird. Der Dachboden, falls vorhanden, ist insbeson-dere bei neueren Häusern bereits ausgebaut und von Anfang an als Wohnraum eingeplant. Hat man einen Keller, lässt sich dann flexibel reagieren. Bei entsprechenden Lichtverhältnis-sen, z. B. durch große Lichtschächte oder Abböschungen, können Arbeitszimmer, Hauswirtschaftsraum oder Gästezim-mer optimal genutzt werden. Im Wohnbereich eröffnen sich dann zusätzliche Reserven. Gegebenenfalls kann das Haus mit Keller von vornherein auch kleiner geplant werden. Gegen einen Keller entscheiden sich Bauherren häufig wegen der hohen Kosten. Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, dass ein großer Teil keine oder falsche Vorstellungen über die zusätzlichen Kosten für einen Keller hat. Dabei belaufen sich die Zusatzkosten für den Keller auf ca. 20.000 Euro. Dieser Wert lässt sich durch Mithilfe und Verschieben einzel-ner Ausbaumaßnahmen (Estrich, Installationen, Bodenbelag) auf einen späteren Zeitpunkt weiter absenken. Bei Berücksichtigung der Kosten für die erforderlichen Keller-ersatzflächen im Wohnbereich (Abstellraum, Heizungsraum, Stellfläche für Waschmaschine u.a.) oder eines Schuppens im Garten steigen die Kosten der kellerlosen Lösung, wo-durch die echten Zusatzkosten für den Keller dann deutlich weniger betragen. Die vermeintlichen Einsparungen beim Verzicht auf den Keller müssen relativiert werden. Denn auch bei den nicht unterkel-lerten Bauten sind Frostschürzen, also ?Wände? bis auf ca. 1,20 m unter Geländeoberkante auszuführen. Mit der Verlän-gerung der Frostschürzen auf ca. 2,60 m und der nachträglich eingebrachten Bodenplatte ist bereits das Kellervolumen er-stellt. Die Mehraufwendungen im Rohbau halten sich damit in Grenzen. Abgesehen von dem zusätzlichen Raumangebot weist die Installationsverteilung in zugänglichen Kellerräumen erhebliche Vorteile gegenüber nicht zugänglichen Installati-onskanälen und -schächten auf. Letztere erfordern ebenfalls einen baulichen Aufwand und zusätzliche Kosten. Kosten eines Kellers Abdichtungs-maßnahme bei Grundwasser Betrachtet man die Kellerkosten im Ganzen, sieht die Sache anders aus. Fundamente und Bodenplatte sind auch beim kellerlosen Haus vorhanden. Bei der Erstellung des Kellers fallen zwar zusätzlich Erdaushub, Kellerwände und Kellerde-cke an, jedoch sind dabei lediglich die Differenzkosten zu-sätzlich heranzuziehen. Diese können sich jedoch erheblich verteuern, wenn mit z. B. Grundwasser, schlechten Boden-verhältnissen, zusätzlichen Abdichtungsmaßnahmen etc. zu rechnen ist oder Verbau-, Wasserhaltungsmaßnahmen etc. notwendig sind. Die Bauausführung des Kellers ist bereits bei der Planung seiner Verwendung anzupassen. In den meisten Fällen ist es ausreichend, übliche Wände und einen einfachen Kellerfuß-boden herzustellen. Immer dann, wenn keine Wohnräume vorgesehen sind, kann auf erhöhte Wärmedämmung verzich-tet werden. Sie eignen sich für alle möglichen Lager- und Abstellzwecke, für die Heizung, zum Wäschetrocknen, aber auch für vorübergehenden Aufenthalt beim Hobby oder bei einer Heimwerkertätigkeit. Sind dagegen im Kellergeschoss Wohnräume geplant, ist auf den Wärmeschutz von Wänden und Fußboden ein Hauptau-genmerk zu legen. Diese Nutzung muss auch wegen der großzügigeren Raumhöhe von Anfang an eingeplant werden. Eine nachträgliche Änderung ist nur mit hohen Kosten oder gar nicht möglich. Bevor Bauherren einen Keller in das Programm einbeziehen, sollten sie bedenken, dass in einer einfacheren Bauweise sich alle diese Raumanforderungen auch im Erdgeschoss verwirklichen lassen. Darüber hinaus lassen sich auch weite-re Abstellflächen im Dachraum (Spitzboden und Abseiten) gewinnen, sodass in der Zahl und Größe von Abstellflächen keine Not herrschen muss. Bei Hanglagen oder anderen Entwurfslösungen bieten sich Kellerräume an und sollten daher auch beansprucht werden. Teil- unterkellerung oft schlechter Kompromiss Ein Kompromiss der ?Teilunterkellerung? in einem flachen Gelände unter einer durchgehenden Sohle scheidet aus Kos-tengründen aus. Das Herunterführen der Fundamente vom nichtunterkellerten zum unterkellerten Teil und zusätzliche konstruktiv bedingte Kosten sind so teuer, dass dann besser ganz unterkellert werden sollte. Ein Keller kann auf vielerlei Weise gebaut werden. Wer das regionale Marktangebot sichtet, findet für sich die preisgüns-tigste Lösung. Es gibt Keller ? aus gemauerten Wänden, die in traditioneller Weise aus Hohlblock- oder Vollsteinen handwerklich errichtet werden, ? aus Ortbeton, der aus einem nahe gelegenen Transportbe-tonwerk kommt, ? aus Betonfertigteilen, die geschosshoch und raum- oder sogar hausbreit gefertigt und in kürzester Zeit montiert werden, ? aus Hohlwandelementen, die wie ein Fertigteil aufgestellt und dann mit Beton verfüllt werden, ? aus einem fix und fertigen Kellerpaket mit Wand- und De-ckenelementen, vom Fertigkeller-Spezialisten in wenigen Tagen aufgestellt. Die zugehörigen Decken werden ? ähnlich den Wänden ? ebenfalls aus Ortbeton, aus massiven Fertigteilen oder aus einer Kombination von Fertigteilen, Deckensteinen und Ver-gussbeton hergestellt. Möglichkeiten zur Senkung der Baukosten Weitere Möglichkeiten, Baukosten zu senken sind: ? Optimale Nutzung des Bauplatzes. Ein ausgereifter und flächenmäßig ausgereizter Grundriss spart Quadratmeter, aber nicht Wohnqualität. ? Durch Planung raffinierter einfacher Grundrisse können unnütze Flächen eingespart und möglichst gleich große Räume für viele Wohnbedürfnisse offen gehalten werden. ? Bildung eines ?Bauteams?. Dabei bringen der Bauherr, Architekt, Statiker, Fachplaner oder die Installateure (ins-besondere Heizung und Sanitär) etc. bereits in der Pla-nungsphase Vorschläge, Anregungen und Wünsche ein, um einen reibungslosen Bauablauf zu gewährleisten. Nicht selten werden dadurch Zusatzkosten vermieden und die Bauzeit verkürzt. ? Denken Sie stets an die Verminderung der Verkehrsfläche. Denn Flurfläche kostet ebenso viel wie Wohnraumfläche. ? Häuser sollen sich verändern können. Eine Familie verändert sich in der Anzahl der Personen. Im Alter sind die alltäglichen Lebensabläufe ganz anders als in der Jugend. Ein großes Gebäude sollte so konzipiert sein, dass es später teilbar ist. ? Auf die teuren Nebenkosten achten. Einfache Baukörper, die nach Süden durch große Fenster die Sonne einfangen, können erheblich Heizenergie sparen. ? Auf gute Wärmedämmung achten. Alle geschlossenen Fassadenteile sollten hochgedämmt sein. Für alle Räume mit geringerem Wärmebedarf (Toiletten, Vorratskammern, Treppen usw.) empfiehlt sich die kühlere Seite. ? Zusammen bauen spart Platz und Energie. Häuser, die zusammenstehen, oder mehrere Gebäude unter einem Dach, reduzieren die Baukosten und die energiefressenden Außenhautflächen. Carport ? Auch die Garage ist nicht notwendig. Ein halboffener ?Car-port? oder ein ganz freier Einstellplatz sind vorerst auch ausreichend. ? Ausgereifte Planung, geringe Baukosten durch Vorferti-gung, optimalen Maschineneinsatz und kürzeste Bauzei-ten. ? Kosten sparen durch Gruppenselbsthilfe sowie durch Großeinkäufe (erhöhte Rabattmöglichkeiten nutzen). ? Es muss geprüft werden, ob Rückstellungen erfolgen kön-nen: in den Außenanlagen, im Ausbau des Daches, in et-waigen Anbauten, in der Einrichtung der Küche oder ande-rer Räume und dergleichen mehr. Eigenleistung ? Der Umfang der Eigenleistungen sollte zusammen mit dem Architekten noch einmal in allen Arbeitsvorgängen hinsichtlich einer Ausdehnung des Umfanges untersucht werden. ? Halten Sie die Kostenfolgen von nachträglichen Änderungen in Grenzen, indem Sie sich auf jede Planungsphase intensiv vorbereiten, die aktuellen Fragen behandeln und zu einem eindeutigen Resultat kommen. Orientierung eines Gebäu-des Die Räume eines Gebäudes sollten nach Möglichkeit in folgende Himmelsrichtungen orientiert werden: Raum Orientierung Osten Süden Westen Nor-den Kern-be-reich Eingang (Windfang) o o Treppe o o × Wohnraum o o Essen × × × × Schlafen o o Kinderzimmer o Küche/Essen o Kleinküche (bei Appartement) × × × × × Hausarbeitsraum o Vorräte o Bad × o × WC × × × × o Arbeitszimmer × × × × = gut o = zweckmäßig Tabelle 2: Raumorientierung nach Himmelsrichtungen Räume, welche in andere Himmelsrichtungen orientiert sind als in oben aufgeführter Tabelle dargestellt, kommen insbesondere im Wohnungsbau (Wohnanlagen) als auch bei Doppelhäusern etc. häufig vor, da nicht alle Wohnungen bzw. Räume gleich gut orientiert werden können, wie es z. B. bei einem Einfamilienhaus der Idealfall sein kann. Gerade bei Wohnanlagen gibt es gezwungenermaßen immer besser ausgerichtete (z. B. S/W-Ausrichtung) und weniger gut orientierte Wohnungen (z. B. N/O-Ausrichtung), wobei letztere im Preisgefüge meist günstiger angeboten werden. Betriebs- und volkswirtschaftlich ist der gesamte Lebenszyklus eines in Massivbauweise erstellten Gebäudes über einen Nutzungszeitraum von ca. 80 Jahren zu betrachten. Die in diesem Zeitraum anfallenden Kosten für den Bauunterhalt sind dabei nicht zu unterschätzen. Dabei spielen die Unterhaltszyklen der einzelnen Bauteile bzw. Bauteilschichten die entscheidende Rolle. Vor allem die Wet-terschichten wie Putz, Holzverschalung, Faserzement, Ziegel oder Blech mit ihren eventuell notwendigen Beschichtungen sind in mehreren Forschungsvorhaben untersucht worden. Putz- und Klinkerflächen haben sehr niedrige Unterhaltskosten. Beim Putz ist die Haltbarkeit maßgeblich vom Beschichtungssystem abhängig. Rein mineralische Beschichtungssysteme haben sich besonders gut bewährt. Unterhalts- kosten verschiedener Bauteile Bauteile Bauunterhaltungskosten in (%) der jeweiligen Kosten der Bau-werksteile Häufigkeit von Maßnahmen zur Bauunterhal-tung Jahres- mittelwert in 80 Jahren in 80 Jahren Mauerwerk, Beton, Stahlbe-ton 0,12 10 1 ? 2 Betonwerkstein, Naturstein 0,25 20 1 Stahlbauteile 0,60 48 2 ? 3 Holzwerk 0,60 48 2 ? 3 Dacheindeckung (Steil-dach) 2,20 176 2 ? 3 Dacheindeckung (Flach-dach) 3,40 272 4 ? 5 Dachentwässerung und Bleche 3,00 240 3 ? 6 Außenwandverkleidung (Putz) 1,50 130 3 Außenwandverkleidung (Ziegel) 0,40 32 1 ? 2 Fenster 2,50 200 2 ? 3 Verglasung 1,80 144 3 ? 4 Türen 1,00 80 1 ? 2 Innenputz 0,40 32 1 ? 2 Fliesen 0,25 20 2 ? 3 Estrich und Bodenbelag 1,25 100 2 ? 4 Anstriche (innen) 7,50 600 7 ? 15 Anstriche (außen) 14,00 1120 7 ? 15 Heizung und Lüftung 3,50 280 3 ? 14 Sanitäre Installation 3,30 265 2 ? 10 Elektro-Installation 2,00 160 1 ? 8 Tabelle 3: Bauunterhaltungskosten

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