Freitag, 10.07.2015 | Autor: Judith Engst, Foto: © fuxart - Fotolia.com

Monatsrate für den Hauskauf: Absetzbar oder nicht?

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Worum geht´s

• Immobilienkredit
• Monatsrate
• steuerliche Absetzbarkeit

Unsere Immobilie zahlen wir mit einer monatlichen Rate von 800 Euro ab. Können wir die von der Steuer absetzen?“ Tja, damit würde sich ganz schön Geld sparen lassen, deswegen könnte diese Leserfrage womöglich auch für Sie interessant sein.

Zunächst einmal kommt es darauf an, ob Sie die Immobilie selbst nutzen oder vermieten. Danach richtet sich die Antwort auf die Frage nach der steuerlichen Absetzbarkeit.

Selbstnutzer: Kreditrate ist meist nicht absetzbar

Wenn Sie selbst in Ihrer Immobilie wohnen, können Sie die Kreditrate meist nicht absetzen, auch nicht anteilig! Denn Wohneigentum dient nicht der Erzielung von Einkünften. Deshalb können Sie die Kosten für die Anschaffung (auch via Kredit) auch nicht steuerlich geltend machen.

Falls Ihr Eigenheim aber - etwa als Gewerbetreibender, Arzt oder Anwalt - jedoch zum Betriebsvermögen gehört, dann teilen Sie die Raten auf: Absetzbar ist der Zinsanteil der monatlichen Raten, also die Kosten für den Kredit.

Diesen Zinsanteil können Sie sehr wohl von der Steuer absetzen und in der Anlage G bzw. SE als gewinnmindernde Kosten einfließen lassen.

Vermieter können die Finanzierungskosten absetzen

Bei Vermietung oder Verpachtung können Sie ebenfalls den Zinsanteil Ihrer Kreditrate als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Den betreffenden Ausgabeposten müssen Sie nur in der Anlage V zu Ihrer Steuererklärung eintragen.

Bei einem Annuitätendarlehen, wie es für die Immobilienfinanzierung typisch ist, ändert sich der Zinsanteil ständig, wenngleich die Raten gleich bleiben. Zu Beginn der Kreditlaufzeit liegt der Tilgungsanteil meistens nur bei 2 bis 3 Prozent - so viel von der Darlehenssumme wird also pro Jahr getilgt, der Rest der Raten entfällt auf die Sollzinsen. Am Schluss der Kreditlaufzeit ist der Zinsanteil nur noch äußerst gering, und der Tilgungsanteil hoch.

Mit der Abschreibung sparen Sie zusätzlich Steuern

Falls Sie sich jetzt fragen, ob denn die Anschaffung eines Mietobjekts steuerlich überhaupt keine Rolle spielt - doch natürlich: Abgesetzt wird diese Anschaffung aber nicht dadurch, dass Sie die Tilgung Ihres Kredits geltend machen, sondern dadurch, dass Sie zusätzlich die Immobilie über 50 Jahre abschreiben.

Ob das Geld für die Immobilienanschaffung aus Eigenkapital oder aus einem Immobilienkredit stammt, ist damit gleichgültig.
 

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Foto: Judith Engst / Redaktion meineimmobilie.de
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Judith Engst hat sich als Wirtschafts- und Finanzjournalistin auf die publizistische Beratung im Bereich Finanzen, Geldanlage, Recht und Steuern spezialisiert. Für sie sind Immobilien ein unentbehrlicher Baustein zur ...
Judith Engst
Die wenigsten können Ihre Immobilie mal eben so aus der Portokasse finanzieren. Viel üblicher ist das Annuitätendarlehen – im Volksmund auch Hypothekendarlehen genannt. Das gilt als Standardform der Immobilienfinanzierung.  Es ermöglicht eine Finanzierung zu Marktzinsen. Allerdings hat man da die Qual der Wahl unter allen Darlehensanbietern.
Die in Deutschland häufigste Kreditform beim Immobilienkauf oder -bau ist das Hypothekendarlehen. Hier werden in gleichbleibenden Raten die Schulden bei der Bank zurückgezahlt. Aber neben dem Hypothekendarlehen gibt es noch weitere Formen wie etwa das Bauspardarlehen oder das Versicherungsdarlehen. Praxisnahe Texte helfen Ihnen hier beim Vergleich.

 meineimmobilie.de-Tipp

Steuerspar-Tipp: Nehmen Sie nur für die Einliegerwohnung ein Darlehen auf

 

Falls Sie eine kreditfinanzierte Immobilie teils selbst nutzen und teils vermieten oder dem Betriebsvermögen zuordnen, hilft Ihnen folgende Möglichkeit, Steuern zu sparen:
 

Zahlen Sie den selbstgenutzten Teil der Immobilie mit den Eigenmitteln, die Sie mitbringen. Nehmen Sie ein Darlehen nur für den vermieteten bzw. betrieblichen Teil auf. Dann können Sie die Sollzinsen voll absetzen, denn diese sind ja verknüpft mit der Absicht, durch Vermietung, Gewerbebetrieb oder Nutzung in freiberuflicher Tätigkeit Einkünfte zu erzielen.