Donnerstag, 23.05.2013 | Autor: Judith Engst , Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2008

Leserfrage: Kann ich meinen Umzug auch ohne Belege absetzen?

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2008
Worum geht´s
  • Umzugskosten absetzen
  • Pauschale oder Einzelnachweis
  • Voraussetzungen für die steuerliche Absetzbarkeit
Stichworte zu diesem Thema

"Meinen Umzug von Hamburg nach Stuttgart habe ich privat mit Freunden und einem kostenfrei geliehenen Transporter erledigt. Kann ich ihn trotzdem irgendwie von der Steuer absetzen?" Diese Frage erreichte vor Kurzem die Redaktion. Antwort: Ja - das geht, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Umzugskosten können Sie von der Steuer absetzen. Das geht allerdings nur, wenn der Umzug beruflich bedingt ist. Konkret heißt das: Entweder Ihr Arbeitgeber muss den Umzug angeordnet haben, etwa durch die Versetzung an einen anderen Standort. Oder der Umzug muss Ihnen bei der Fahrt zur Arbeit eine tägliche Wegeersparnis von mindestens einer Stunde einbringen (Hin- und Rückfahrt zusammengerechnet).

Die Umzugskosten können Sie auf Nachweis absetzen. Dann allerdings müssen Sie für jeden einzelnen Posten Belege einreichen. Also für den angemieteten Transporter oder Umzugsdienst, für den Elektriker, der in der neuen Wohnung den Herd anschließt, für die Aushilfen, die Ihnen beim Kistenschleppen helfen.

Falls Sie das nicht können - etwa weil Freunde Ihnen helfen und der Transporter unentgeltlich geliehen ist - können Sie den Umzug aber auch pauschal geltend machen. Und das heißt: Sie kommen ganz ohne Belege aus.

Ab März 2012 betrug die Umzugskostenpauschale 679 €. Seit Januar 2013 liegt sie bei 687 €. Umzüge ab August 2013 dürfen Sie sogar pauschal mit 695 € von der Steuer absetzen. Für verheiratete Paare gilt etwa der doppelte Betrag, also 1.357 € ab März 2012, 1.374 € seit Januar 2013 und 1390 € ab August 2013.

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 meineimmobilie.de-Tipp

Gerade bei privat organisierten Umzügen ist es häufig gar nicht möglich, dem Finanzamt Belege zu liefern. Meist kommen ohnehin durch Belege weniger Kosten zusammen, als Sie pauschal absetzen können.

 

Nutzen Sie daher die Möglichkeit, Ihre Umzugskosten pauschal geltend zu machen. Keine Nachlässigkeit dürfen Sie sich allerdings erlauben, wenn es um den Beweis für die berufliche Veranlassung Ihres Umzugs geht.

 

Sprich: Weisen Sie, zum Beispiel mithilfe eines Routenplaners, nach, um wie viel sich der tägliche Weg zur Arbeit verkürzt. Reichen die Streckenangaben nicht aus, fügen Sie eine andere Begründung an. Etwa die Angabe, dass Sie durch Ihren neuen Wohnort einen fast täglichen Stau auf der Autobahn umgehen können.