Montag, 06.04.2009 | Autor: Bernhard Metzger/mb

Kosten sparen mit Komfort

Kostensparendes Bauen bedeutet nicht, dass der Bauherr beim Wohnkomfort Abstriche machen muss. Im Gegenteil: Er sollte nicht am falschen Fleck sparen.

Die eigenen vier Wände sind in Deutschland teuer. Mittlerweile kostet ein Reihenhaus für eine Familie im Bundesdurchschnitt etwa 180.000 Euro. In Süddeutschland, insbesondere im Raum München - aufgrund der hohen Grundstückspreise - sogar noch deutlich mehr. Deshalb ist kostensparendes Bauen wichtig.

Ausgereifte Grundrissplanung

Sparen beim Bauen bedeutet nicht Verzicht, sondern insbesondere eine ausgereifte Grundrissplanung und Konstruktion, einen gut organisierten Bauablauf, Minimierung des Energieverbrauchs. Die tatsächlichen Bedürfnisse der Bewohner, zukunftsweisende Nutzungsänderungen der Wohnräume, gesunde Baumaterialien, sollten die wesentlichen Prüfkriterien für eine langfristige Entscheidung sein.

Es soll nicht um jeden Preis billig sein, sondern es soll sich um Einsparungen handeln, die keine Abstriche am Wohnkomfort bedeuten. So wäre es zum Beispiel falsch, auf einen optimalen Wärmeschutz zu verzichten. Auch eine kleinere Wohnfläche käme nur in seltenen Fällen in Betracht.

Kostensparendes Bauen

Bauwillige können durch das Zusammenlegen von Bad und WC sparen. Die Kosten lassen sich auf jeden Fall mit einer sorgfältigen Planung drosseln. Diese muss vor Baubeginn bis ins letzte Detail stehen. Dabei sollten keine komplizierten Baukörper gewählt werden. Darüber hinaus sollte aus Kostengründen nicht auf Schallschutz oder eine Unterkellerung verzichtet werden.

Tipps für Grundrissplanung

Bei der Planung der Grundrisses sollten folgende Punkte beachtet werden:

  • keine Decken über etwa fünf Meter Spannweite planen, da sonst der Kostenanteil - abgesehen von einer stärkeren Deckenkonstruktion - für die notwendige Bewehrung unverhältnismäßig hoch wird
  • Darauf achten (auch hinsichtlich des Schallschutzes), dass Küche, Bad und WC neben- bzw. übereinander liegen
  • Sämtliche Grundrisse, Wohnungsaufteilungen, Fenster und Türöffnungen sollten den Rohbaurichtmaßen entsprechen, damit für Fenster und Türen keine aufwendigen Sonderanfertigungen notwendig sind. Baurichtmaße sind geradzahlige Vielfache von 12,5 Zentimetern.
  • Die Verwendung von Fertigteilen kann neben einer Kostensenkung auch aus Schallschutzgründen für Innentreppen und aus Wärmeschutzgründen für Balkone sinnvoll sein
  • Das Haus möglichst funktional und sachlich planen, denn Vorsprünge und Erker verteuern das Bauvorhaben nicht selten um bis 15 Prozent. Dies hat auch den Vorteil, dass hinsichtlich der Energieeinsparverordnung der Wärmebedarf niedriger ist, je geringer die Oberfläche der Hausaußenfläche bei gleichem Volumen ist

meineimmobilie-Tipp:
Baukosten können Sie auch sparen, indem Sie Eigenleistungen erbringen. Sie sollten diese aber nur mit Bedacht einsetzen. Denn wenn durch Unwissenheit Mängel auftreten oder andere Handwerker mit ihrer Arbeit nicht beginnen können, dann sind die Ersparnisse schnell wieder aufgebraucht.

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Es schreibt für Sie

Dipl.-Ing. (FH) Bernhard Metzger ist freier Sachverständiger für Schäden an Gebäuden, Mitglied im LVS, BGDS und BBauSV und Autor einschlägiger Fachliteratur.
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