Montag, 15.06.2009 | Autor: Bernhard Metzger/mb

Keller: Nützlicher Unterbau

Bauherren müssen entscheiden, ob sie in ihrem Haus einen Keller anlegen lassen wollen oder nicht. Aus Kostengründen verzichten immer mehr Hauseigentümer darauf. Doch die zusätzlichen Ausgaben für das Unterkellern können sich am Ende auszahlen.

"Preiswertes Bauen" ist heute eine Forderung, über die in weiten Kreisen Einigkeit besteht. Nur an der Stelle, wo der Hebel für Sparmaßnahmen anzusetzen ist, scheiden sich die Geister. Häufig steht der Verzicht auf den Keller in der Liste der Sparvorschläge ganz oben.

Aus Kostengründen auf Unterkellern verzichten?

Begründet wird der kellerlose Bau in der Regel damit, dass der Keller seine traditionellen Funktionen - Lager für Vorräte und Brennstoffe - heute verloren habe und damit nicht mehr benötigt werde. Der zusätzliche Hinweis, dass bei Verzicht auf den Keller etwa 20.000 Euro eingespart werden können, erscheint vielen Bauwilligen zunächst überzeugend.

Oft wird zusätzlicher Wohnraum benötigt, weil sich Familienzuwachs ankündigt oder ein weiteres Familienmitglied aufgenommen wird. Der Dachboden, falls vorhanden, ist insbesondere bei neueren Häusern bereits ausgebaut und von Anfang an als Wohnraum eingeplant.

Mehr Flexibilität durch einen Keller

Ist ein Keller vorhanden, lässt sich flexibel reagieren. Bei entsprechenden Lichtverhältnissen, zum Beispiel durch große Lichtschächte oder Abböschungen, können Arbeitszimmer, Hauswirtschaftsraum oder Gästezimmer optimal genutzt werden. Im Wohnbereich eröffnen sich dann zusätzliche Reserven.

Fundamente und Bodenplatte sind auch beim kellerlosen Haus vorhanden. Bei der Erstellung des Kellers fallen zwar zusätzlich Erdaushub, Kellerwände und Kellerdecke an, jedoch sind dabei lediglich die Differenzkosten zusätzlich heranzuziehen. Diese können sich jedoch erheblich verteuern, wenn mit Grundwasser, schlechten Bodenverhältnissen und zusätzlichen Abdichtungsmaßnahmen zu rechnen ist oder Verbau- und Wasserhaltungsmaßnahmen notwendig sind.

Teilunterkellerung oft schlechter Kompromiss

Ein Kompromiss der "Teilunterkellerung" in einem flachen Gelände unter einer durchgehenden Sohle scheidet aus Kostengründen aus. Das Herunterführen der Fundamente vom nichtunterkellerten zum unterkellerten Teil und zusätzliche konstruktiv bedingte Kosten sind so teuer, dass dann besser ganz unterkellert werden sollte.

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Dipl.-Ing. (FH) Bernhard Metzger ist freier Sachverständiger für Schäden an Gebäuden, Mitglied im LVS, BGDS und BBauSV und Autor einschlägiger Fachliteratur.
Bernhard Metzger

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Bei der Frage nach der Unterkellerung scheiden sich die Geister. In jedem Fall sollte der Keller nicht ohne Not gestrichen werden. Bauherren, die jeden Euro zwei Mal umdrehen müssen, werden sich aber von zukünftigen, möglichen Nutzungsräumen nicht überzeugen lassen.