Donnerstag, 12.01.2012 | Autor: mb

Zensus 2011: Länder fordern Auskünfte nach

Worum geht´s
  • Zensus 2011
  • Datenerhebung zum Wohnungsbestand
  • Nachforderung
  • Zwangsgeld bei fehlender Auskunft

Im vergangenen Jahr führten die deutschen Behörden eine moderne Volkszählung durch: Mit dem sogenannten Zensus 2011 wurden statistische Daten der Bevölkerung erhoben, unter anderem zum Wohnungsbestand. Dabei galt eine gesetzliche Auskunftspflicht. Fehlende Angaben fordern die statistischen Landesämter nun nach. Eigentümer und Verwalter, die dem nicht nachkommen, müssen mit einem Zwangsgeld rechnen.

Die Statistischen Landesämter verschicken derzeit Bescheide an säumige Bürger. Darin werden Angaben nachgefordert, die der statistischen Erhebung im Rahmen des Zensus 2011 dienen. So bekommen in Niedersachsen derzeit rund 42.000 Eigentümer und Verwalter einen Nachforderungsbescheid, heißt es im Presseblog zum Zensus 2011. "Die noch fehlenden Auskünfte sollten jetzt erteilt werden. Jede einzelne Information ist wichtig, da für vorgesehene statistische Auswertungen der Bestand an Wohnungen vollständig erhoben sein muss", sagt Eckart Methner, Statistik-Vorstand im zuständigen Landesbetrieb für Statistik. Wer die Daten verweigert, muss mit einem Zwangsgeld in Höhe von 300 Euro plus Bearbeitungskosten rechnen.

Gesetzliche Auskunftspflicht beim Zensus 2011

Für den Zensus 2011 - einer umfassenden Datenerhebung bei der Bevölkerung - wurde eine gesetzliche Auskunftspflicht festgelegt. Wer einen Fragebogen bekam, musste ihn ausfüllen. Nur so sei eine gute Qualität der Ergebnisse gewährleistet, begründete das Statistische Bundesamt die Auskunftspflicht. Befragt wurde rund ein Drittel der Bevölkerung, darunter auch etwa 17.5 Millionen Eigentümer von Wohnraum. 

Auskünfte zu Wohnraum, Bildung und Arbeit

Beim Zensus 2011 handelte es sich nicht mehr nur um eine reine Volkszählung. Es wurden auch Auskünfte zu Wohnraum, Bildung und Arbeit eingeholt. Die Befragten konnten einen Papierfragebogen ausfüllen oder online am Zensus teilnehmen. Die Ergebnisse der einzelnen Bundesländer aus der Erhebung werden für Ende 2012 erwartet. Grund für die Befragung war laut Statistischem Bundesamt vor allem die Notwendigkeit von aktuellen Daten zur Bevölkerung. Die Zahlen liefern die Grundlage für politische Entscheidungen, wie etwa den Ausbau von Kindergartenplätzen. Die letzte umfassende Erhebung hatte in Westdeutschland 1987 stattgefunden. In der damaligen DDR wurde 1981 eine Volkszählung durchgeführt. Seitdem hatte man die Daten rechnerisch angepasst.

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