Dienstag, 01.01.2008 | Autor: Anette Stein/mb

Versicherungen: Schutzausrüstung für die Immobilie

Sie kostet Geld, doch im Fall des Falles springt sie ein: die Versicherung. Jeder Eigentümer sollte über einen guten Versicherungsschutz für seine Immobilie verfügen. Sonst kann es im Schadensfall teuer werden.

Durch den Versicherungsvertrag übernimmt der Versicherer gegen Zahlung einer Prämie gegenüber dem Versicherungsnehmer (mehrere Versicherungsnehmer = sogenannte Gruppenversicherung) die Gefahr eines möglichen zukünftigen Personen- oder Sachschadens.

Leistungsversprechen der Versicherung

Wesentlicher Inhalt des Versicherungsvertrages ist ein Leistungsversprechen des Versicherers für einen etwaigen zukünftig eintretenden Versicherungsfall. Beim Versicherungsvertrag handelt es sich um einen privatrechtlichen gegenseitigen Vertrag, der einem Garantievertrag oder einer Bürgschaft ähnlich ist und Sonderregelungen nach dem Gesetz über den Versicherungsvertrag (VVG) unterliegt.

Auch soweit eine Pflicht zum Abschluss einer Versicherung besteht, unterliegt der Vertrag den Normen des VVG. Beim Versicherungsvertrag sind zwei Grundtypen zu unterscheiden: Die Schadenversicherung (z. B. Feuer-, Transport-, Haftpflichtversicherung sowie sonstige Sachversicherungen) und die Personenversicherung (z. B. Lebens-, Unfall- und Krankenversicherung).

Im Falle einer Schadenversicherung hat der Versicherer bei Eintritt des Versicherungsfalls den eingetretenen Vermögensschaden zu ersetzen. Im Falle einer Personenversicherung hat er den vereinbarten Betrag als Kapital oder Rente zu zahlen oder sonstige vereinbarte Leistungen zu entrichten.

Verwalter ist in der Pflicht

Grundsätzlich hat der Verwalter einer Eigentumswohnanlage dafür zu sorgen, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Immobilienversicherungen abgeschlossen werden und der Eigentümer so ausreichenden Schutz genießt.

Wohngebäudeversicherung

Wichtig für eine Immobilie ist eine umfassende Wohngebäudeversicherung. Sie soll Schutz gegen Schäden durch Feuer, Sturm, Hagel und Leitungswasser bieten. Diese Versicherung kann im Paket erworben werden oder die Immobilie wird einzeln gegen jede der Gefahren versichert.

Ob das Versicherungspaket günstiger ist oder die Einzelversicherungen, muss abhängig von der Lage des Hauses entschieden werden. Häufig werden günstige Neubautarife angeboten. Hierfür ist die Dauer der Rabattgewährung ausschlaggebend.

Große Unterschiede finden sich bei den Prämien, deshalb sollten unbedingt mehrere Angebote verglichen werden. Die Wohngebäudeversicherung sollte bereits in der Bauzeit abgeschlossen werden, um mögliche Schäden am Rohbau abzusichern.

Gemeinschaftliche Versicherungen

Zu einer ordnungsgemäßen Verwaltung gehören der Abschluss einer Feuerversicherung des gemeinschaftlichen Eigentums zum Neuwert und die angemessene Versicherung der Wohnungseigentümer gegen Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht.

Feuerversicherung

Die Versicherungen hat der Verwalter regelmäßig im Namen der Wohnungseigentümer abzuschließen. Das Wohnungseigentumsgesetz sieht zunächst eine Feuerversicherung für das gemeinschaftliche Eigentum vor.

Soll Sondereigentum mitversichert werden, bedarf es einer Vereinbarung der Wohnungseigentümer und einer Einbeziehung in den Versicherungsschutz. Der Versicherer gewährt im Rahmen der Feuerversicherung regelmäßig Versicherungsschutz insbesondere gegen Schäden durch Brand, Blitzschlag, Explosion, Rauch, Ruß und Löschwasser.

Gegenstände in den Wohnungen werden von der Feuerversicherung nicht umfasst. Der einzelne Wohnungseigentümer kann diesbezüglich Versicherungsschutz durch Abschluss einer Hausratversicherung erlangen.

Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht

Das Wohnungseigentumsgesetz sieht zudem auch eine angemessene Versicherung der Wohnungseigentümer, die sogenannte Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht, vor. Diese Versicherung soll dem Schutz gegen die aus dem gemeinschaftlichen Eigentum aufgrund gesetzlicher Haftpflichtbestimmungen privatrechtlichen Inhalts drohenden Risiken dienen.

Insbesondere sollen Schadensersatzansprüche oder Ansprüche wegen Verletzung einer Verkehrssicherungspflicht abgewehrt werden können.

Versichert sind Personen- und Sachschäden, die durch fehlerhafte Errichtung der Immobilie oder mangelhafte Unterhaltung verursacht sind. Die Verletzung eines Passanten oder die Beschädigung eines Fahrzeugs durch herabstürzende Gebäudeteile ist ebenso versichert wie die Verletzung von Verkehrssicherungspflichten wie Räum- und Streupflichten bei Schnee- oder Eisglätte oder Beleuchtungspflichten.

Weitere Versicherungen

Die Wohnungseigentümer können vereinbaren, dass über die im Wohnungseigentumsgesetz genannten Versicherungen hinaus weitere Versicherungen abgeschlossen werden, beispielsweise um Sondereigentum dem Versicherungsschutz zu unterstellen.

Gewässerhaftpflicht

Die Gewässerschadenhaftpflichtversicherung deckt Schäden ab, die durch die Verschmutzung von Bach-, Fluss-, See- und insbesondere Grundwasser entstehen können und für welche die Wohnungseigentümergemeinschaft haftbar gemacht werden kann. Läuft aus einem Tank Heizöl aus und verursacht dieses einen Umweltschaden, haftet der Eigentümer auch ohne Verschulden in voller Höhe.

Dabei ist es unerheblich, wenn der Tank regelmäßig gewartet wurde. Eigentümer von Immobilien mit einer Ölheizung sollten deshalb eine Gewässerschadenversicherung abschließen. Die Versicherungsleistungen sind fast identisch. Die Prämie ist abhängig von der Größe und davon, ob ein Öltank ober- oder unterirdisch installiert wurde. Die Deckungssumme sollte mindestens drei Millionen Euro betragen.

Leitungswasserschaden

Die Leitungswasserschadenversicherung deckt Schäden ab, die durch Wasser verursacht werden, das beispielsweise infolge eines Rohrbruchs oder infolge von Frost aus den Zu- und Ableitungen der Wasserversorgung ausgetreten ist.

Sturm und Hagel

Sturm- und Hagelschadenversicherung: Sie deckt Schäden und Folgeschäden aus unmittelbaren Sturm- und Hagelschlageinwirkungen, unter Ausschluss von Verglasungen und außen angebrachten Antennen und Markisen, ab. Eine Sturm- und Hagelversicherung ist im Wohnungseigentumsgesetz nicht zwingend vorgeschrieben, kann aber freiwillig abgeschlossen werden.

Gebäudeglasversicherung

Gebäudeglasversicherung: Sie deckt die Kosten der Erneuerung zerbrochener Scheiben des gemeinschaftlichen Eigentums ab.

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Anette Stein ist Betriebswirtin und arbeitet als freiberufliche Redakteurin und Buchautorin. Sie hat sich vor allem auf den Bereich der privaten Finanzen spezialisiert und zahlreiche Publikationen zu diesem Thema ...
Anette Stein

 meineimmobilie.de-Tipp


Wenn Sie eine Immobilie erwerben, sollten Sie im Hinblick auf Ihren Versicherungsschutz eine Bestandsaufnahme machen und dann die noch fehlenden Versicherungen abschließen. Folgende Versicherungen sind für Ihre Eigentumswohnung auf jeden Fall notwendig:

  • Wohngebäudeversicherung; mindestens eine Feuerversicherung
  • Haus und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung
  • Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung, wenn Ihre Immobilie mit einer Ölheizung ausgestattet ist
  • Wohnungs- und Grundstücksrechtsschutz-Versicherung