Montag, 23.07.2012 | Autor: Heidi Hecht

Omas Haus verkaufen

Worum geht´s
  • Immobilienverkauf bei Krankheit oder Pflegefall
  • Mit Vollmacht vorsorgen
Stichworte zu diesem Thema

In der Regel können Eigenheimbesitzer nur selbst ihre Immobilie verkaufen. Denn nur sie sind berechtigt, Kaufverträge zu unterzeichnen und ihr Besitzrecht zu übertragen. Doch was tun, wenn die Oma plötzlich nicht mehr dazu in der Lage ist? Informationen zum Immobilienverkauf.

Krankheit oder Pflegefall sorgen häufig dafür, dass Immobilienbesitzer selbst nicht mehr in der Lage sind, ihre Angelegenheiten zu regeln. Das Immobilienportal immonet.de gibt in einer aktuellen Pressemitteilung Informationen zum Immobilienverkauf in solch einem Fall.

Vollmacht für den Verkauf der Immobilie

In der Regel sind nur die Immobilienbesitzer berechtigt, Kaufverträge zu unterzeichnen und ihr Besitzrecht zu übertragen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, dass Immobilienbesitzer einer anderen Person eine Vollmacht ausstellen. Wer eine solche ausstellt, sollte folgende Informationen darin berücksichtigen:

  • Seinen Namen, Anschrift
  • Namen und Anschrift der bevollmächtigten Person
  • Erlaubnis für den Bevollmächtigten, die eigenen Interessen gegenüber Privatpersonen, Unternehmen und Behörden zu vertreten, um den Verkauf der Immobilie abzuwickeln
  • Anschrift und Beschreibung der Immobilie
  • Kaufpreisspanne
  • weitere Details

Verkauf der Immobilie im Pflegefall

Das deutsche Recht schützt pflegebedürftige Immobilienbesitzer vor Betrug. Kommt es zum Pflegefall und kann sich der Betroffene nicht mehr selbst um seine Belange kümmern, bestellt das zuständige Amtsgericht einen Betreuer. Das kann ein naher Angehöriger oder eine außenstehende Person sein. Sind sich die Angehörigen des Betroffenen einig, übernimmt in der Regel der Ehepartner oder eines der Kinder die Aufgaben des Betreuers. Dieser kann dann im Namen des Betroffenen tätig werden. Dabei muss er sicherstellen, dass er bei all seinen Entscheidungen im Sinne des Betroffenen handelt. Rechtspfleger kontrollieren die Betreuer auch, wenn es sich um Familienangehörige handelt.

Vorweggenommene Erbfolge hält Immobilie im Pflegefall außen vor

Eigenheimbesitzer haben die Möglichkeit, ihre Immobilie im Zuge der sogenannten vorweggenommenen Erbfolge zu Lebzeiten an ihre Erbberechtigten weiterzugeben. In der Regel machen davon Eltern Gebrauch, die zu Lebzeiten ihre Immobilie auf eines oder mehrere Kinder übertragen. Tritt dann ein Pflegefall ein, kann diese Immobilie nicht mehr zur Aufwendung der Kosten herangezogen werden. Voraussetzung ist allerdings, dass die Schenkung mindestens zehn Jahre zurückliegt. Ist diese Frist noch nicht verstrichen, können Pflegekosten gegen den Beschenkten geltend gemacht werden. Wichtig für etwaige Auswirkungen auf die Steuer: Die Schenkung sollte ohne Verpflichtungen und Geldleistung erfolgen. Nur dann können sich die Beteiligten sicher sein, keinerlei Steuerpflichten zu unterliegen.

Anfallende Steuern beim Immobilienverkauf

Der Erlös aus dem Verkauf eines zuvor selbst genutzten Hauses ist in der Regel steuerfrei. Voraussetzung: Die Immobilie muss mindestens drei Jahre vor dem Verkauf vom Besitzer selbst bewohnt worden sein. Anders sieht es mit vermieteten Objekten aus, die zur Finanzierung der Pflege veräußert werden sollen. Für Verkaufserlöse muss unter Umständen eine Steuer abgeführt werden. Auch etwaige Abschreibungen könnten rückwirkend steuerlich von Belang sein.

Immobilienwert schätzen lassen

Vor dem Verkauf sollte sich jedoch auch über den Wert der Immobilie informiert werden. Für viele Eigenheimbesitzer hat das eigene Haus auch einen hohen emotionalen Wert, der auf dem Markt natürlich nicht berücksichtigt wird. Oft können nur Sachverständige zweifelsfrei klären, welchen Wert das Gebäude besitzt, wie wertvoll das dazugehörige Grundstück ist und welche Preise für vergleichbare Objekte in der Umgebung erzielt werden.

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News: Eine realistische Einschätzung über den Wert ihrer Immobilie ist für Eigentümer besonders wichtig. Nur so können sie den richtigen Verkaufspreis ermitteln und rasch einen Käufer finden.
News: Private Eigentümer verkaufen eher selten Immobilien. Diese Unerfahrenheit kann jedoch dazu führen, dass die Zielgruppe nicht auf Inserate reagiert, das Objekt weit unter Wert verkauft wird oder etwa der Kaufvertrag rechtlich undicht ist.

 meineimmobilie.de-Tipp

In aller Regel wird der Verkäufer einer Immobilie dem Käufer den Energieausweis zusammen mit den sonstigen relevanten Unterlagen der Immobilie aushändigen. Als Käufer sollten Sie jedoch unbedingt nachprüfen, ob sich der Energieausweis bei den Unterlagen befindet und darauf drängen, dass Ihnen der Energieausweis auch zur Verfügung gestellt wird. Ansonsten müssten Sie sich nochmals einen Energieausweis erstellen lassen.