Freitag, 24.07.2009 | Autor: mb

Löschen der Grundschuld lohnt sich nicht

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News: Wer getilgte Grundschulden löschen lässt, verschenkt in der Regel Hunderte Euro.

Wer sich für den Hausbau einen Kredit bei der Bank nimmt, muss in den meisten Fällen eine sogenannte Grundschuld geben. Verkauft der Eigentümer sein Haus und tilgt mit der Verkaufssumme den übrigen Kredit, kann er seine Grundschuld löschen lassen. Dies sei jedoch unnötig und verursache nur Kosten auf Seiten des Verkäufers und des Käufers, heißt es in einer Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Doppelte Gebühren bei Löschung der Grundschuld

Mit der Grundschuld sichert sich die Bank ab. Wenn der Kreditnehmer seine Tilgungsraten nicht mehr bezahlt, darf die Bank eine Zwangsvollstreckung einleiten. Hat der Eigentümer mit dem Verkauf seines Hauses den Kredit jedoch vollständig abbezahlt, gilt seine Immobilie als schuldenfrei und er kann sie dem Käufer lastenfrei übergeben - auch ohne die Grundschuld löschen zu lassen. Würde er sie löschen, entstünden ihm dadurch Kosten. Der Käufer würde die Grundschuld in den meisten Fällen wieder eintragen lassen und zahlt dann noch einmal Notar- und Grundbuchgebühren.

Grundschuldabtretung

Die Verbraucherzentrale rät, eine sogenannte Grundschuldabtretung zu veranlassen. Dabei bleibt die Grundschuld bestehen und kann von der finanzierenden Bank des Hauskäufers weitergenutzt werden - auch wenn es sich dabei um ein anderes Kreditinstitut handelt. Die Grundschuld wird dann von der einen zur anderen Bank weitergereicht. Hierbei bleibt nach Angaben der Verbraucherschützer die ursprüngliche Grundschuld im Grundbuch bestehen und erhält nur einen Vermerk, dass sie an die finanzierende Bank des Käufers abgetreten wird.

Dadurch sparen sich beide Seiten unnötige Kosten. Die Verbraucherzentrale gibt folgendes Beispiel: Wird beim Verkauf die Immobilie lastenfrei übergeben, muss der Verkäufer für die Löschung einer Grundschuld von 150.000 Euro gut 300 Euro einkalkulieren, die jeweils etwa zur Hälfte an den Notar und das Grundbuchamt zu zahlen sind. Der Käufer muss wiederum über 600 Euro an Notar- und Amtsgebühren zahlen, wenn er für die Finanzierung eine Grundschuld in gleicher Höhe eintragen lässt. Für die Abtretung der Grundschuld werden bei gleichem Grundschuldbetrag hingegen nur einmalig etwas mehr als 300 Euro fällig, die in aller Regel der Käufer übernimmt. Üblicherweise erklären sich Banken mit einer Abtretung einverstanden, da für das finanzierende Institut damit keine Einbußen bei der Kreditsicherheit verbunden sind.

Löschungsbewilligung ausstellen lassen

Wenn der Käufer seinen Kredit bei der selben Bank nimmt, bei der die Grundschuld liegt, fallen nur dann Gebühren an, wenn das Darlehen höher ist als die bereits bestehenden Grundschulden und die Bank deshalb noch zusätzliche Sicherheiten braucht.

Auch wenn die Grundschuld nicht gelöscht wird, kann der Eigentümer von der Bank eine sogenannnte Löschungsbewilligung verlangen, mit der bestätigt wird, dass die Grundschuld stillgelegt ist. Für die Ausstellung dieser Bewilligung darf die Bank keine Gebühren verlangen.

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