Montag, 19.12.2011 | Autor: Eike Schulze/Anette Stein/Katja Fleschuetz/mb, Foto: © bluedesign - Fotolia.com

Immobilienverkauf: Auf der Suche nach einem Makler

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Worum geht´s
  • Immobilienverkauf
  • Makler beauftragen
  • Gute Makler, schlechte Makler
  • Qualitätsmerkmale eines Maklers
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Wer die Vermarktung der Immobilie nicht selbst durchführen möchte, kann einen Makler mit dem Verkauf des Objekts beauftragen. Naheliegend dabei wäre es, einfach das nächstbeste Maklerbüro an der Ecke auszuwählen, doch ist davon abzuraten.

 

Stattdessen sollten Immobilienverkäufer sich gezielt auf die Suche begeben. Für den Erfolg der Veräußerung der Immobilie ist dies unerlässlich.

Doch auch wenn der Eigentümer es dem Makler überlassen will, sein Objekt zu verkaufen, so sollte sich der Verkäufer über Angebot und Nachfrage auf dem Markt im Klaren sein und mit den wichtigsten Aspekten der Vermarktung von Immobilien auseinandergesetzt haben.

Denn nur so kann er die Leistungsfähigkeit eines Maklers überhaupt einigermaßen realistisch beurteilen und muss nicht blind dessen Einschätzungen vertrauen. Es gibt einige Kriterien, anhand derer das Wirken eines Maklers unter die Lupe genommen werden kann:

Wie Sie gute Makler von schlechten Maklern unterscheiden

Gute Makler kennen den hiesigen Markt und können die Verkaufschancen von Immobilien einschätzen. Sie wissen, welche Preise zu erzielen sind, wie sie die zu vermittelnden Objekte durch entsprechende Werbung präsentieren und mit potenziellen Käufern umgehen müssen.

Sie konfrontieren den Verkäufer mit ihrer Einschätzung über den Wert des Objekts, auch wenn dieser 20 Prozent oder mehr unter der Verkaufspreisvorstellung dessen liegt. Erfolgreiche Makler werden eher einen Vertrag ablehnen, als ihren Objektbestand mit überteuertem Wohnraum zu belasten.

Ein großer Objektbestand spricht nicht unbedingt für den Makler

Ein paar Worte zum Objektbestand: Die Tatsache, dass ein Maklerbüro eine Vielzahl von Objekten anbietet, spricht nicht unbedingt für den Erfolg desselben, sondern eher dafür, dass es ständig neue Aufträge annimmt, aber kaum Angebote vermittelt werden.

Für die einzelnen Objekte bleibt so weniger Geld aus dem Werbebudget des Maklers übrig, und auch die Zeit, die dieser für die Bewerbung einsetzen kann, verringert sich. Natürlich hängt die zu bearbeitende Menge von Objekten auch von der Anzahl der im Büro arbeitenden Makler ab.

Experten gehen davon aus, dass ein Makler ungefähr 15 bis 20 Objekte angemessen betreuen kann. Diesem Richtwert wird in der Praxis zwar kaum ein Maklerunternehmen entsprechen, doch sollte der Immobilienverkäufer bei der Auswahl trotzdem darauf achten, dass sich der Bestand des Maklers in einem gewissen Rahmen bewegt.

Wählen Sie den Makler nach seiner Spezialisierung aus

Es empfiehlt sich außerdem, ein Maklerbüro auszuwählen, das sich spezialisiert hat oder über Fachabteilungen verfügt, da ein Makler unmöglich in allen Marktbereichen gleich kompetent sein kann.

Firmen, die alles anbieten, was es auf dem Immobilienmarkt gibt - vom Grundstück über die kleine Ferienwohnung, der Luxusvilla bis hin zum Gewerbeobjekt - sollten deshalb gemieden werden.

Der Verkäufer sollte stattdessen lieber ein Büro suchen, das sich entweder auf Wohn- oder Gewerbeimmobilien beschränkt oder in Abteilungen, die verschiedene Objektarten verwalten, untergliedert ist.

Ein gutes Exposes und aussagekräftige Anzeigen sprechen für den Makler

Von entscheidender Bedeutung für einen erfolgreichen Verkauf von Immobilien ist natürlich die Qualität der Werbung, die der Makler für die zu vermittelnden Objekte betreibt.

Bei der Auswahl des Maklers sollte der Immobilienverkäufer deshalb prüfen, ob er in passenden Medien wirbt, wie die Exposés und Anzeigen gestaltet sind, ob diesen ein Wiedererkennungswert innewohnt oder wie oft die Anzeigen geschaltet werden.

Der Makler muss gut erreichbar sein

Nicht zu unterschätzen ist auch der Aspekt, wie gut der Makler für Kaufinteressenten erreichbar ist. Landen Anrufe mehrfach auf dem Anrufbeantworter oder der Mailbox, verlieren die potenziellen Käufer schnell das Interesse und somit verringern sich die Chancen des Verkaufs.

Gute Maklerbüros sind deshalb nicht nur mit modernster Kommunikationstechnologie ausgestattet, sondern geben den Interessenten jederzeit die Möglichkeit, zu den in der Branche üblichen Öffnungszeiten persönlich mit ihnen in Kontakt zu treten.

Kommentare (1)

21.12.2011, 21:38 Uhr von Elba Profil ansehen
Was sind denn "in der Branche üblichen Öffnungszeiten" ? Die meisten Termine sind vor Ort, dann kannder Makler nicht im Büro sitzen. Wichtig ist nur, daß er erreichbar ist und Anrufer auf dem AB am gleichen Tag zurückruft.

Es schreibt für Sie

Katja Fleschütz ist Rechtsanwältin, Fachanwältin für Steuerrecht und als Unternehmensberaterin tätig.
Katja Fleschuetz
Wer seine Immobilie verkaufen oder vermieten will und sich dabei um möglichst wenig selbst kümmern will, nimmt sich einen Immobilienmakler. Davon gibt es reichlich. Sie wollen aber den besten! Es gibt ein paar bewährte Praxis-Tipps, wie Sie bei der Maklersuche die Spreu vom Weizen trennen - und so auch den richtigen Käufer bzw. Mieter für Ihre Immobilie finden.   
Die Grunderwerbsteuer steigt und steigt. In drei Bundesländern (Schleswig-Holstein, Saarland, Nordrhein-Westfalen) liegt sie jetzt schon bei 6,5 Prozent. Umso wichtiger ist es für den Käufer, genau hinzusehen, was da eigentlich beim Berechnen der Grunderwerbsteuer alles mitgerechnet wird.  Die Finanzämter sind dabei nämlich sehr erfinderisch und rechnen auch gern mal Kaufnebenkosten wie die Maklerkosten mit dazu.
Grundstücke sind teuer – und jetzt will auch noch das Finanzamt kräftig von Ihrem Kauf profitieren: mit der Grunderwerbsteuer. Über die Höhe darf jedes Bundesland selbst bestimmen. Aktuell hat Thüringen die Grunderwerbsteuer zum 1.1.2017 auf 6,5 % erhöht. Wann und wie tief Sie pro Bundesland in die Tasche greifen müssen und wo Immobilienerwerb noch günstig ist, zeigt diese aktuelle Steuer-Tabelle.

 meineimmobilie.de-Tipp


Bei der Auswahl des Maklers sollten Sie grundsätzlich auf die genannten Kriterien achten und mehrere Maklerbüros einer kritischen Prüfung unterziehen. Meiden sollten Sie Makler, die sofort konkrete Angaben machen, in welchem Zeitraum Sie Ihr Objekt vermitteln werden oder Ihnen einen bestimmten zu erzielenden Kaufpreis versprechen.