Donnerstag, 12.08.2010 | Autor: mb

Google Street View: Widerspruch möglich

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News: Google will Bilder von Häusern und Straßenzügen im Internet veröffentlichen - ohne die Eigentümer um Erlaubnis zu fragen. Hausbesitzer und Vermieter haben jedoch die Möglichkeit, ihre Immobilie auf den Aufnahmen schwärzen zu lassen.

Wer als Hauseigentümer oder Vermieter nicht möchte, dass Bilder der eigenen Immobilie bei Google Street View betrachtet werden können, sollte unbedingt Widerspruch bei Google einlegen. Das rät die Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus & Grund Deutschland in einer Pressemitteilung zur geplanten Einführung von Street View in Deutschland. "Immobilieneigentümer haben ein Recht darauf, dass Bilder ihrer Häuser geschwärzt werden, so dass diese nicht bei Google Street View erscheinen. Die Google-Kamera hat die Bilder nämlich in einer Höhe geschossen, die deutlich über der Augenhöhe eines Normalbürgers liegt. Hecken und Zäune, die bewusst als Sichtschutz dienen sollten, wurden so umgangen", kritisiert Haus & Grund-Präsident Rolf Kornemann.

Widerspruch möglich

In einer Pressemitteilung hatte Google bekannt gegeben, dass Street View bis Ende des Jahres in Deutschland eingeführt werden soll. Zunächst werden demnach die 20 größten Städte des Landes abrufbar sein. "Durch die innovativen Straßenansichten mit einem Radius von 360 Grad können Nutzer ihre Stadt virtuell erkunden, Wegbeschreibungen abrufen oder den Dienst für die Wohnungssuche nutzen", wirbt Google für seine neue Internetanwendung Street View. Dem Unternehmen scheint jedoch bewusst zu sein, dass nicht alle Hauseigentümer von den Bildern ihres Eigentums im Netz begeistert sind. So könnten Mieter und Eigentümer bei Google den Antrag stellen, dass ihr Haus vor der Online-Veröffentlichung der Bilder unkenntlich gemacht wird - online oder schriftlich per Post.

Service für potenzielle Mieter

Haus & Grund weist darauf hin, dass es auch Vermieter gibt, die es gutheißen, dass ihre Immobilie bei diesem Internetdienst zu sehen ist. So könnten sich beispielsweise potenzielle Mieter ein besseres Bild von einem Gebäude und seiner Umgebung machen.

Kommentare (1)

18.8.2010, 11:27 Uhr von Gilhorn Profil ansehen
Ganz abgesehen davon, daß ich nicht der Ansicht bin, daß durch Google Streetview die Privatsphäre verletzt wir, kann sich ein erheblicher Interessenkonflikt zwischen Vermieter und Mieter ergeben. Wünscht der Eigentümer und Vermieter, daß seine vermietete Immobilie zu Werbungszwecken in Google Streetview zu sehen ist und einer seiner Mieter hat diese Immobilie verpixeln lassen, dann ist Streit vorprogrammiert. Da stellt sich doch die rechtliche Frage, wie weit die Interessen des Mieters über die Interessen des Vermieters gehen. Das gesamte Widerspruchsprozedere ist rechtlich unausgegoren und war von hysterischen Allesverneinern ein Schnellschuß, welcher nach hinten losgeht.