Montag, 10.11.2014 | Autor: Heidi Hecht, Foto: © lesniewski - Fotolia.com

Bauabnahme: Erst prüfen, dann Schlussrechnung zahlen!

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Worum geht´s
  • So führen Sie die Bauabnahme richtig durch 
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Wer ein Eigenheim baut, der möchte nach all dem Baustress so schnell wie möglich einziehen. Allerdings sollten Sie dabei nichts überstürzen, denn vor dem Einzug steht erstmal noch ein wichtiger Termin an: Die Bauabnahme.

Was viele Bauherren unterschätzen: Die Bauabnahme ist, neben der Vertragsunterzeichnung, der rechtlich gravierendste Schritt beim Bauen!  

Vorsicht: Wer den Bau abnimmt, muss zahlen!

Erst die Bauabnahme, dann der Einzug – diese Reihenfolge sollten sich Bauherren zu Herzen nehmen. So heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung des Verbandes Privater Bauherren (VPB). Denn ab dem Zeitpunkt der Bauabnahme gehen alle Gefahren und Risiken auf den Bauherren über!

Doch nicht nur das: Zudem beginnt die Gewährleistungsfrist zu laufen, die Versicherung wird fällig und die Schlusszahlung muss geleistet werden.

Mit der Abnahme des Hauses bescheinigt der Bauherr dem Bauunternehmer, dass das Haus im Großen und Ganzen in Ordnung ist", erläutert VPB-Vertrauensanwalt Holger Freitag. 

Führen Sie Ihre Bauabnahme in aller Ruhe auf der Baustelle aus

Die Bauabnahme sollte definitiv vor Ort stattfinden. "Die Bauabnahme hat weitreichende Folgen. Bauherren sollten deshalb auf einem Ortstermin auf der Baustelle bestehen und sich nicht mit einer Abnahme zwischen Tür und Angel abspeisen lassen", rät der Rechtsanwalt.

Genau das versuchen aber viele Firmen, denn sie drängen auf schnelle Abnahme.

Um festzustellen, ob tatsächlich alles seine Ordnung hat, ist die förmliche Bauabnahme direkt im Haus und mit allen Vertragspartnern der korrekte Weg. 

Führen Sie eine "Vorabnahme" vor der eigentlichen Bauabnahme durch

Bereiten Sie als Bauherr die Abnahme systematisch vor. Überprüfen Sie ein paar Tage vor dem eigentlichen Abnahmetermin mit den Handwerkern gemeinsam mit ihrem Bausachverständigen die Arbeiten der einzelnen Gewerke, rät der Verband Privater Bauherren.

Mit der Liste der Mängel und Fragen geht der Bauherr dann zum eigentlichen Bauabnahmetermin.

Nehmen Sie einen Sachverständigen mit zur Bauabnahme

Im besten Fall in Begleitung seines Sachverständigen, denn der spricht und versteht die Fachsprache und kann beurteilen, was die Ausführungen und Zusagen der anderen Teilnehmer bedeuten.

Er weiß zum Beispiel, wie viel Zeit der Bauherr dem Bauunternehmer für das Beseitigen eventueller Mängel einräumen sollte, und wie viel Werklohn der Bauherr dafür zunächst einbehalten kann. 

Halten Sie alle Mängel im Abnahmeprotokoll fest

Die Bauabnahme sollte unbedingt protokolliert werden. Listen Sie in dem Abnahmeprotokoll alle Mängel auf, die bei der Begehung festgestellt werden sowie alle Beanstandungen aus früheren Baustellenkontrollen, die noch nicht behoben wurden.

Sind die noch vorhandenen Mängel gravierend, kann der Bauherr unter Umständen die Abnahme zu diesem Zeitpunkt verweigern.

"Das ist aber die Ausnahme", erläutert Rechtsanwalt Freitag gängige Praxis. "Im Normalfall wird der Bauherr das Haus trotz kleinerer Mängel abnehmen. Natürlich muss die Baufirma die Mängel noch beseitigen, das muss sich der Bauherr im Protokoll ausdrücklich vorbehalten", erklärt Holger Freitag.

"Versäumt er das, kann er nur noch Schadenersatz geltend machen, statt schnell ein mangelfreies Haus zu bekommen."

Behalten Sie sich eine Vertragsstrafe vor

Vorsicht gilt auch bei Vertragsstrafen: "Hat der Bauherr beispielsweise eine Vertragsstrafe vereinbart, falls die Bauzeit überschritten wird, dann muss er sich auch diese Vertragsstrafen im Abnahmeprotokoll ausdrücklich vorbehalten – sonst geht sie verloren." 

Bauabnahme: Zahlen Sie nicht vor der Schlussrechnung!

Oft vereinbaren die Parteien auch einen weiteren Termin, bis zu dem alle Mängel beseitigt sein müssen. Zu diesem zweiten Treffen sollte der Bauherr dann seinen Sachverständigen erneut mitnehmen, damit der beurteilt, ob die monierten Schäden tatsächlich repariert wurden. "Bauherren sollten sich für die Abnahme Zeit nehmen", mahnt Rechtsanwalt Freitag.

"Auf keinen Fall sollten sie die Schlussrechnung vor der Abnahme bezahlen, weil sie damit ihr stärkstes Druckmittel aus der Hand geben.

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Ist die Immobilie errichtet, steht die Bauabnahme auf dem Plan. Lassen Sie sich hier bloß nicht zu einer schriftlichen, formlosen Bauabnahme überreden. Eine förmliche Bauabnahme ist im Hinblick auf Baumängel und Pfusch sinnvoll!
Wer baut und dabei Handwerker beschäftigt, muss dafür auch zahlen. Denn die vom Bauherrn beauftragte Bauunternehmer arbeiten üblicherweise nicht kostenfrei und wollen für ihre erbrachten Leistungen honoriert werden.   Und das spätestens dann, wenn sie fertig sind. Ein eindeutiges Zeichen dafür ist die präsentierte Schlussrechnung.
Ein alter Handwerkerspruch lautet: Ein guter Hausbau dauert so lange wie eine Geburt. Ihr krönender Abschluss ist die Bauabnahme.   Mit ihr ändert sich auf einen Schlag ziemlich viel – weshalb Bauherren sich vorab schon dafür wappnen sollten.

 meineimmobilie.de-Tipp

Ein unabhängiger Bausachverständiger kann Ihnen dabei helfen, Mängel am Bau rechtzeitig aufzuspüren und wirksam zu reklamieren. Verbraucherzentralen und Bauherrenverbände vermitteln Ihnen auf Anfrage einen Fachmann in Ihrer Nähe.