Montag, 06.03.2017 | Autor: Jörg Stroisch, Foto: Project Photos GmbH & Co. KG

Von wegen Preisabsturz: Die Nachfrage nach Immobilien bleibt stabil

Foto: Project Photos GmbH & Co. KG
Worum geht´s
  • Immobilienmarkt
  • Immobilienpreise
  • Trends

Der „Focus“ titelte vor wenigen Tagen: „Preisabsturz um fast 50 Prozent droht! 30 Städte, in denen Immobilien zu teuer sind“. Die Angst vor einem Absacken der Immobilienpreise greift immer mehr um sich.

 

Eine Angst, die der Lobbyverband der Immobilienbranche nicht verstehen kann. Im Gegenteil: ine Umfrage unter Bauträgern und Projektentwicklern zeige einen stabilen Nachfragemarkt und einen schnellen Abverkauf von Wohnungen.

Der „Focus“ prophezeite vor wenigen Tagen einen „Preisabsturz bei Immobilien um fast 50 Prozent droht! 30 Städte, in denen Immobilien zu teuer sind“.  

Immobilienmarkt ist äußert stabil und solide

Dem stellte nun der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen eine eigene Umfrage entgegen, die ein anderes Bild zeichnet: "Das derzeitige Geschäftsfeld der Bauträger und Projektentwickler kann nur als äußerst stabil und solide bezeichnet werden", bewertete BFW-Präsident Andreas Ibel die Ergebnisse der neuen Mitgliederumfrage zum Wohneigentumsmarkt.

Die mittelständischen, überwiegend regional verankerten Mitgliedsunternehmen des BFW stehen nach Verbandsangaben für 50 Prozent des Wohnungsneubaus in den Ballungszentren Deutschlands.

Nach wie vor große Nachfrage nach Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen 

Die Nachfrage nach Wohneigentum ist regional gespeist und konzentriert sich auf das mittlere Preissegment mit Zwei- bis Drei-Zimmer Wohnungen“, so Ibel weiter.

61,5 Prozent der befragten Projektentwickler und Bauträger sehen demnach keine Änderungen bei den Abverkaufszeiten. Fast ein Drittel der Unternehmen gibt an, der Abverkauf der Wohnungen verlaufe sogar schneller als üblich. Nur sechs Prozent stellen zögerliche Verkäufe fest.

Nachfrage im mittleren Preissegmanet steigt nach BFW weiter

Auch bei der Nachfrage geht der Trend – so die Umfrage - weiter nach oben: Fast 96 Prozent der Befragten sehen eine gleichbleibende oder sogar steigende Nachfrage. Nach ihren Angaben speist sich die Nachfrage dabei überwiegend aus den jeweiligen Angebotsorten oder dem regionalen Umfeld. Die überregionale Nachfrage liegt unter 16 Prozent und die internationale sogar unter 1,5 Prozent.

Etwas weniger als sechs Prozent der Eigentumswohnungen werden im unteren Preissegment angeboten, 65 Prozent im mittleren und 29 Prozent im höheren Preissegment. Die Immobilienunternehmen bauen und verkaufen dabei überwiegend 2-3 Zimmer Wohnungen. Mit 4,3 bzw. 3,5 Prozent sind 1-2 Raumwohnungen und Wohnungen mit mehr als 4 Zimmern eher die Ausnahmen.

Steigt der Zins, fallen die Immobilienpreise

Die Studie, gegen die sich der BFW wendet, stammt vom Empirica-Institut. Und in dieser Immobilienmarkt-Studie wird zwar attestiert, dass der Markt gerade stabil sei – aber wirft auch die Frage auf, ob das auch in Zukunft so bleiben werde.

Denn wenn die Zinsen steigen, so die Vermutung, werden auch die Kaufpreise wieder fallen. Im Prinzip widersprechen sich die beiden Aussagen also gar nicht, denn auch die BFW-Umfrage fragt nur die Jetztzeit ab.

Kommentare (0)

Kommentieren, ergänzen Sie jetzt den Artikel oder geben Sie dem Autor Feedback. Einfach anmelden und losschreiben.
Foto: Sebastian Fery / Haufe
Foto: Sebastian Fery / Haufe

Es schreibt für Sie

Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
Jörg Stroisch
Viele Banken bieten derzeit zur Immobilienfinanzierung ein Schnelltilgerdarlehen an. "Klingt gut", werden Sie sich jetzt vielleicht sagen. Das ist es auch, denn für ein solches Darlehen gewähren die Banken einen Zinsrabatt bis zu einem halben Prozentpunkt. Also ein ganz enormer Zinsunterschied zum Standardkredit.  
Bankkredit ade! Viele Häuslebauer oder Wohnungskäufer finanzieren ihre Immobilie mit einem Kredit vom Ehepartner, den Eltern oder Geschwistern. Für diese "Privatsache" interessiert sich auch das Finanzamt. Der Darlehensgeber muss die Soll-Zinsen beim Finanzamt als Einkünfte versteuern. Fragt sich nur, mit welchem Steuersatz. Diese Frage hat jetzt der Bundesfinanzhof geklärt.
Seit März 2016 gilt das Gesetz zur Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie. Das hört sich schon schlimm an. Und tatsächlich: Angeblich haben die Sparkassen deswegen im ersten Halbjahr 2016 bereits 8,9 % weniger Wohnungsbaukredite an Privatkunden vergeben als noch im Vorjahr – und das bei derzeit historisch niedrigen Zinsen.   Stellt sich die Frage: Wer hat heute noch Chancen auf ein Baudarlehen, eine Anschlussfinanzierung oder einen Kredit für die Renovierung und welche Voraussetzungen müssen Sie dafür erfüllen? 
Banken, Versicherer, Vermittler und Bausparkassen: Wer sein Eigenheim sicher, langfristig und zinsgünstig finanzieren will, sollte mehrere Finanzierungsangebote vergleichen.  Denn die Zinsunterschiede schwanken enorm und machen unterm Strich bis zu 80 Prozent aus. 
Wäre es nicht toll, wenn Sie sich trotz noch laufendem Darlehen die derzeit niedrigen Zinsen schon für die Zukunft sichern könnten? Das geht: Mit einem Forward-Darlehen.  Der Preis dafür ist allerdings meist ein Zinsaufschlag. Gerade für eine Anschlussfinanzierung bei einem Darlehen mit einem noch hohen Zinssatz bietet das Forward-Darlehen jedoch eine gute und günstige Sicherheit.

 meineimmobilie.de-Tipp

Es wurde bereits viel über eine Immobilienblase spekuliert – und in der Tat sind an manchen Orten die Kaufpreise und -verhalten ungesund. Davon müssen Sie sich aber als privater langfristig investierender Immobilienkäufer nicht weiter beeindrucken lassen. Viel wichtiger ist, dass Sie auf eine solide Finanzierung achten, die Ihre finanziellen Möglichkeiten realistisch abbildet.

 

Dass die Kaufpreise höher sind, wenn die Zinsen niedrig, und umgekehrt, bedeutet im Endeffekt nur, dass Sie am einen Ende sparen und am anderen Ende draufzahlen. Sollten Ihnen die derzeitigen Kaufpreise zu hoch sein, dann sparen Sie doch Eigenkapital für einen späteren Zeitpunkt an. Dann profitieren Sie potenziell bei wieder sinkenden Preisen zusätzlich auch noch von den Kreditkosten, denn Sie müssen ja aufgrund Ihrer Ersparnisse weniger Geld aufnehmen.