Montag, 07.04.2008 | Autor: heihec

Immobilienkonjunktur-Index knickt durch Finanzkrise ein

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Der Immobilienkonjunktur-Index knickt ein. Viele Befragte zeigen sich besorgt und vermuten einen konjunkturellen Rückgang in der Zukunft. Das ist das Ergebnis einer Befragung des Immobilienberaters King Sturge.

Trotz des gesamtwirtschaftlich positiven Trends sieht die deutsche Immobilienbranche den nächsten sechs Monaten demnach beunruhigt entgegen. So sank das umfragebasierte Immobilienklima im März 2008 gegenüber dem Vormonat um elf auf 102,1 Zählerpunkte. Zu diesem Ergebnis kommt die Märzerhebung des King Sturge Immobilienkonjunktur-Index.

"Auch wenn die Krise an den Finanzmärkten nun auch auf die Stimmungslage in der deutschen Immobilienwirtschaft durchgeschlagen ist, besteht kein Grund zur Panik. Die Fundamentaldaten des Immobilienmarktes sind nach wie vor in Ordnung: Einbrüche bei der Flächennachfrage oder Mietentwicklung sind nicht zu beobachten und Blasenbildung gibt es im Gegensatz etwa zum spanischen oder britischen Immobilienmarkt auch nicht", sagt Sascha Hettrich, Managing Partner von King Sturge Deutschland.

Deutsche Immobilienwirtschaft reagiert nervös

Während sich die Realwirtschaft gegen die weltweite Finanzkrise, den starken Euro und die hohen Ölpreise bislang erfolgreich gewehrt hat, reagiert die deutsche Immobilienwirtschaft zunehmend nervös auf die anhaltend schlechten Signale aus dem Ausland.

Vor allem Immobilienanleger sind derzeit skeptisch. Die Mehrheit der Befragten sieht eine rückläufige Nachfrage nach Investitionen, die vor allem auf einer sinkenden Kaufpreis-/ Wertentwicklung beruht. Deutlich wird dies im Investmentklima, das auf 81,4 Zählerpunkte sinkt.

Flächennachfrage sinkt

Obwohl Mieten und die Flächennachfrage von dieser Einschätzung noch nicht im gleichen Maß betroffen sind, sinkt das Nachfrageklima von 131,9 auf 124,3 Punkte. Dagegen scheint die Talfahrt der Immobilienkonjunktur gebremst. Lag der Zählerstand im Januar 2008 noch bei 184,5 Zählerpunkten, wurden im März 183,4 Punkte erreicht.

Die seit Beginn 2007 rückläufigen statistischen Daten für die Immobilienwirtschaft einerseits und die besorgte Einschätzung der immobilienwirtschaftlichen Entwicklung der nächsten sechs Monate andererseits, weisen auf einen weiteren Rückgang hin. "Die verständliche Verunsicherung im Markt ist auch ein Signal dafür, dass mit noch weiteren negativen Einflüssen der Finanzkrise auf die Realwirtschaft gerechnet werden muss", so Hettrich weiter.

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 meineimmobilie.de-Tipp


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