Montag, 26.04.2010 | Autor: Eike Schulze/Anette Stein/Katja Fleschuetz/mb

Immobilienbewertung vor dem Verkauf

Das Versilbern einer Immobilie will gut vorbereitet sein. Zum einen muss ein marktgerechter Preis für das Objekt ermittelt werden. Zum anderen sollte sich der Verkäufer Kenntnisse darüber aneignen, welche Instrumente der Werbung es beim Immobilienverkauf gibt und wie er diese gezielt nutzen kann.

Wer eine Immobilie verkaufen möchte, muss entscheiden, ob er dies über einen Makler abwickeln lassen oder selbst ausführen möchte. Doch unabhängig davon, welchen Weg der Verkäufer wählt: die richtige Vorbereitung ist ein wichtiger Faktor des erfolgreichen Verkaufs. Denn bevor das Objekt angeboten werden kann, muss es bewertet werden, um einen passenden Angebotspreis festlegen zu können.

Angebotspreis festlegen

Dies ist auch notwendig, wenn ein Makler mit dem Verkauf beauftragt wird, denn nur so kann der Immobilieneigentümer die Bewertung des Maklers nachvollziehen und einschätzen beziehungsweise ihm gegenüber die eigene Kaufpreisforderung durchsetzen.

Auf den Wert von Immobilien wirken sich die Lage, die Bauart und der Zustand aus. Doch sind diese Faktoren nicht beständig, sondern unterliegen fortlaufend Schwankungen, denn was heute als attraktiv gilt, kann schon nach einiger Zeit uninteressant sein. Und auch die allgemeine Situation auf dem Immobilienmarkt wirkt sich natürlich auf die erzielbaren Preise aus.

Lage und Zustand

Für welchen Preis eine Immobilie an den Mann oder die Frau gebracht werden kann, hängt nicht davon ab, was diese einmal gekostet hat, wie sie ausgestattet ist oder wie viel in sie investiert wurde, sondern ausschlaggebend ist in erster Linie die Attraktivität der Lage und die sich daraus ergebende Nachfrage sowie die zu erzielenden Preise für vergleichbare Objekte. Doch auch der allgemeine Zustand des Objekts muss berücksichtigt werden, um Wertminderungen oder notwendige Investitionen einschätzen zu können.

Für die Bewertung ergibt sich daraus zum einen die Notwendigkeit, eine ehrliche Bestandsaufnahme der Immobilie vorzunehmen, die auch alle Mängel berücksichtigt. Zum anderen muss der Verkäufer möglichst viele Informationen über die regionale Marktsituation und die dort erzielten Verkaufspreise vergleichbarer Objekte recherchieren.

Professionelle Gutachten

Laien sollten die Schätzung des Wertes der Immobilie aber professionellen Gutachtern überlassen. Dies bietet eine gute Basis für die Festlegung eines Angebotspreises. Zudem ist der Profi sicherer in seinen Einschätzungen und sein Gutachten hat eine größere Überzeugungskraft als ein selbst erstelltes.

Das Gutachten eines Bausachverständigen empfiehlt sich bei Anzeichen von Bauschäden oder -mängeln an der Immobilie. Vieles davon kann der ungeübte Laie nicht erkennen und zu spät entdeckte unvermeidbare Sanierungsmaßnahmen sind teuer und können den Wert der Immobilie mindern. Der Sachverständige ermittelt die Schäden, kalkuliert die Kosten für deren Beseitigung und leistet energetische Beratung und Planung, mit dem Ziel einen guten Energiepass auszustellen.

Gutachterausschuss

Mit der Bewertung der Immobilie kann der Gutachterausschuss oder ein Immobilienbewertungsgutachter beauftragt werden. Der Gutachterausschuss setzt sich aus unabhängigen Experten zusammen und ist eine neutrale und vom Gericht anerkannte Instanz.

Die Kosten für ein Gutachten durch den Gutachterausschuss können regional sehr unterschiedlich sein, während sich Immobilienbewertungsgutachter und Sachverständige an einer einheitlichen Honorartabelle orientieren. Bei Wertgutachten hängt der Preis von der Schwierigkeitsstufe und der Höhe des Verkehrswertes ab.

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Katja Fleschütz ist Rechtsanwältin, Fachanwältin für Steuerrecht und als Unternehmensberaterin tätig.
Katja Fleschuetz

 meineimmobilie.de-Tipp


Wählen Sie nach Möglichkeit einen Gutachter, der ortsansässig und tatsächlich unabhängig und nicht selbst als Makler tätig ist, da sich sonst dessen Eigeninteresse auf das Ergebnis des Gutachtens auswirken kann.