Montag, 13.01.2014 | Autor: Heidi Hecht, Foto: © Valeriy - Fotolia.com

Immobilie ersteigern: Der große Schnäppchen-Irrtum

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Worum geht´s
  • Immobilie aus Zwangsversteigerung ist nicht unbedingt ein Schnäppchen

Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten... Eine Traum-Immobilie aus der Zwangsversteigerung ergattern: "Welch ein Schnäppchen!", denken sich da viele kaufwütige Interessenten. Doch oft entpuppt sich das als teurer Irrtum, denn manches vermeintliche Schnäppchen geht zum Schluss doch teurer über den Tisch als es auf dem freien Markt verkauft werden könnte.  

Wer bei einer Zwangsversteigerung erfolgreich zuschlägt, der bekommt die versteigerte Immobilie meistens billig – das ist ein leider weit verbreiteter Irrtum. In seiner aktuellen Pressemitteilung warnt der Verband Privater Bauherren (VPB) Immobilieninteressenten vor diesem teuren Trugschluss.

Zwangsversteigerung: So kaufen Sie nicht die Katze im Sack

Mal eben die Immobilie von innen anschauen, bevor Sie mitsteigern? Das geht leider trotz hohem Anfangspreis bei der Zwangsversteigerung nicht. Denn Eigentümer, denen die Zwangsversteigerung droht, lassen selten eine Besichtigung zu.

Der Blick von außen muss reichen. Doch selbst hier ergibt sich für den Interessenten ein dickes Problem: Ein Laie kann die Substanz der Immobilie nicht mit dem bloßen Blick von außen einschätzen. Ein unabhängiger Sachverständiger dagegen schon. Deshalb sollten Sie lieber einen Sachverständigen zurate ziehen, statt die Katze im Sack zu kaufen.

So gehen Sie bei einer Zwangsversteigerung klug vor

Wer sich für eine Zwangsversteigerung interessiert, der sollte auch die Bedingungen der Auktion kennen. Wie wird geboten? Welche Sicherheiten müssen (sofort!) hinterlegt werden? Und vor allem: Was passiert, wenn Sie als Bieter tatsächlich den Zuschlag bekommen?

Welche zusätzlichen Gebühren werden dann fällig und wie schnell müssen Sie den kompletten Kaufpreis bezahlen?

Bekommen Sie bei einer normalen Auktion den Zuschlag, müssen Sie außer dem Kaufpreis auch noch diverse Nebenkosten tragen, ganz wie beim normalen Hauskauf auch. Zusätzlich winkt allerdings auch noch die Auktionscourtage. Auch hier rät der VPB, sich im Vorfeld genau über die Modalitäten der Versteigerung zu informieren.

Weitere Arten der Zwangsversteigerung

Zwangsversteigerungen werden in der Regel von Banken betrieben, wenn die Besitzer einer Immobilie ihre Kredite nicht mehr bedienen können.

Bis zur Zwangsversteigerung kann es allerdings auch gehen, wenn sich Erben oder Geschiedene nicht über den Wert der Immobilie einig werden und es deswegen zur Versteigerung kommt. Das nennt sich dann Teilversteigerung.

Außerdem gibt es noch normale Auktionen, bei denen wertvolle Immobilien und Liebhaberobjekte meistbietend versteigert werden. 

Wer viel will, lässt die Bieter erst mal ins Haus 

Sowohl bei der Teilungsversteigerung als auch bei normalen Auktionen haben die Eigentümer ein großes Interesse daran, ihre Immobilie allen Bietern vorab zu präsentieren. Schließlich wollen sie bei der Auktion so viel wie möglich erlösen.

Wollen Sie bei so einer Immobilie mitbieten, sollten Sie sich vorab mit dem eigenen Bausachverständigen in aller Ruhe in der Immobilie umsehen, um den Wert der Immobilie und die Kosten eventueller Umbaumaßnahmen realistisch einzuschätzen.  

Kommentare (1)

15.1.2014, 10:43 Uhr von Matulla Profil ansehen
Wie bei jeder Auktion sollte sich ein Bieter bei der Zwangsversteigung einer Immobilie ein Gebots-Limit setzen, das er durch die Marktlage vor Ort und den Bauzustand des Objekts, unter Hinzuziehung von Experten ermittelt hat. Dieses Limit sollte er in der Hitze eines Bietergefechts einhalten. Wird dieses Preislimit überboten; nicht traurig sein. Neue Versteigerung, neues Glück.
Bei einer Zwangsversteigerung kann ab und an ein super Schnäppchen ergattert werden. Aber es geht auch andersherum. Informationen rund um die Zwangsversteigerung.

(RGBl. , 1897 , 369 ) Änderungshistorie: Bekanntmachung 1898-05-20 (RGBl. , 1898 , 369, 713 ) Gesetz zur Änderung des Gesetzes über ...
Wer sich für ein Objekt interessiert, das zur Zwangsversteigerung ausgeschrieben ist, sollte sich vorher eingehend informieren. Einfach aus Spaß mitbieten geht nicht, denn ist der Zuschlag erteilt, gibt es kein Zurück. Damit das eigene Geld nicht fehlinvestiert wird, sollte das zu versteigernde Objekt vorab genau unter die Lupe genommen werden.
Bei Zwangsversteigerungen soll man ja angeblich noch echte Schnäppchen machen können. Getreu dem Motto: Des einen Leid, des anderen Freud'. Doch die Realität sieht mittlerweile ganz anders aus. Das erzählte mir gestern mein Segel-Freund Toni am Telefon.
Bei Zwangsversteigerungen können zum Teil wertvolle Immobilien unter den Hammer kommen. Auch Laien dürfen mitbieten, doch sie sollten gut vorbereitet sein. Denn nur wer sich wirklich auskennt, kann bei Zwangsversteigerungen ein Immobilienschnäppchen machen.
Bei Versteigerungen können Interessenten manchmal ein echtes Immobilien-Schnäppchen erwischen. Um nicht die Katze im Sack zu kaufen, sollten sie sich vorher eingehend informieren.

 meineimmobilie.de-Tipp

Informationen, wann und wo Zwangsversteigerungen stattfinden, erhalten Sie beim jeweiligen Amtsgericht, über das Amtsblatt oder den Staatsanzeiger.

 

Der Verband Privater Bauherren stellt außerdem in seinem Servicebereich einen Ratgeber zum Thema „Zwangsversteigerung“  kostenlos zur Verfügung.