Donnerstag, 07.07.2011 | Autor: mb

Ferienimmobilie: Kritische Prüfung vor dem Kauf

News: Urlaub im eigenen Häuschen - für viele Deutsche eine verlockende Vorstellung. Doch beim Kauf einer Ferienimmobilie kann einiges schief gehen. Neben den finanziellen Aspekten spielen auch familiäre und organisatorische Überlegungen eine Rolle.

Ein eigenes Ferienhaus, dort wo es am schönsten ist. Viele Deutsche träumen von der Immobilie am Urlaubsziel. Und manche von ihnen möchten direkt schon vor Ort Nägel mit Köpfen machen. Der Verband Privater Bauherren (VPB) warnt in einer Pressemitteilung allerdings vor zu schnellen Kaufentscheidungen. Denn eine Ferienimmobilie kostet oft mehr Geld als zunächst gedacht. Hinzu kommen weitere Punkte, die gut überlegt werden sollten, bevor ein Kaufvertrag unterschrieben wird.

Drei Fragen vor dem Kauf einer Ferienimmobilie klären

Drei wesentliche Fragen sollte sich jede Familie stellen, die den Kauf einer Urlaubsimmobilie erwägt, empfiehlt der VPB: Können wir uns die Immobilie leisten? Was müssen wir in die Bausubstanz investieren? Und werden wir hier alle auf Dauer glücklich? Neben dem Kaufpreis fallen meistens noch weitere Kosten an, zum Beispiel die Maklerprovision und eventuelle Umbau- oder Sanierungskosten. Außerdem müssen die Ausgaben für die laufende Unterhaltung eingerechnet werden. Dazu zählen laut VPB unvermeidliche Nebenkosten wie Steuern, Strom- und Wasseranschlüsse, aber auch Ausgaben für Haussitter, Handwerker, Schornsteinfeger, Gärtner, Winterdienst.

Nicht zu unterschätzen sei nach Meinung des VPB auch die Frage, ob die Familie auf Dauer in dem Haus oder der Wohnung glücklich werden könnte. Kinder, die dieses Jahr noch mit Vergnügen am fast menschenleeren Strand buddeln, sehnen sich vielleicht schon in drei Sommern nach der Disko. Ist die dann unerreichbar weit weg, dürfte das die Stimmung innerhalb der Familie beträchtlich trüben.

Heimwerken im Urlaub statt Erholung

Da die Unterhaltung der Ferienimmobilie ohnehin viel Geld verschlingt, verbringen manche Eigentümer ihre Urlaube damit, notwendige Reparaturen selbst vorzunehmen. Das kostet Zeit, die eigentlich als Erholung geplant war. Und wenn im Ferienhaus während des Urlaubs dauernd gehämmert wird, könnte vielleicht auch bald der Familiensegen schief hängen, so der VPB.

Wer sich in eine alte Reetdachkate verliebt oder in ein romantisch gelegenes Schwarzwaldhaus, der sollte vor dem Kauf klären, ob das Anwesen unter Denkmalschutz steht. Möglicherweise darf es dann weder erweitert noch umgebaut werden. Auch die Frage, welche bautechnischen Investitionen und Nachrüstpflichten in den nächsten Jahren auf die neuen Eigentümer zukommen, lässt sich nicht bei zwei kurzen Besichtigungsterminen klären. Dazu brauchen die Kaufinteressenten fachliche Beratung. Auf die Einschätzungen des Maklers alleine sollten sie sich nicht verlassen. Er lebt vom Verkauf der Immobilie. Besser beraten sind Käufer mit einem von ihnen selbst beauftragten, unabhängigen Bausachverständigen aus der Gegend. Er kann den baulichen Zustand der Immobilie verlässlich beurteilen und weiß, was dahintersteckt, wenn das Haus müffelt, die Kellerwand feucht ist oder der Dachbalken hohl klingt.

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 meineimmobilie.de-Tipp


Wenn Sie sich für eine Ferienimmobilie im Ausland interessieren, sollten Sie doppelt gut planen. Denn hier gelten zum Teil andere Regeln als in Deutschland: Andere Steuern, andere Auflagen zum Energieverbrauch, manchmal auch Sonderregelungen für ausländische Immobilienbesitzer. Informieren Sie sich über diese Gegebenheiten genau und sprechen Sie nach Möglichkeit mit anderen Eigentümern vor Ort über Erfahrungen mit Behörden, Handwerkern und Einheimischen.