Montag, 04.07.2011 | Autor: Jörg Stroisch

Die Kontrolle der Substanz

Professionelle Sachverständige und Gutachter haben einen erfahrenen Blick für Probleme rund um Immobilien. Deshalb ist es für Laien häufig ratsam, sich bei Fachfragen an sie zu wenden. Dies erspart Ärger und unnötige Kosten. Die Profis begutachten auch die Substanz einer Immobilie.

Im Vorfeld einen professionellen Blick auf die Immobilie zu werfen, erspart meist ein böses Erwachen. Denn zu spät entdeckte Problemfelder wie beispielsweise unvermeidbare Sanierungsmaßnahmen für das Dach oder die Leitungssysteme sind extrem teuer und mindern den Wert einer Immobilie erheblich.

Indizien für Schäden und Mängel

Viele Indizien für Schäden und Mängel bleiben dem ungeübten Auge des Laien zunächst verschlossen. Nicht erst dann, wenn bei der ersten Besichtigung ein beunruhigendes Gefühl auftritt, schafft die Beauftragung eines Bausachverständigen oder eines Immobiliengutachters Klarheit.

Regional können sehr unterschiedliche Kosten für ein Gutachten durch einen Gutachterausschuss auf den Auftraggeber zukommen, wohingegen sich Sachverständige an einer einheitlichen Honorartabelle orientieren.

Spürsinn beweisen

Um die Immobilie richtig einzuschätzen, ist das Erkennen von Baumängeln und Bauschäden sehr wichtig. Die Beseitigung eines Schadens kostet viel Geld und strapaziert das Portmonee. In schwerwiegenden Fällen kann die Beseitigung sogar unmöglich sein.

Baumängel und Bauschäden

Wann ist konkret von einem Baumangel die Rede? Dies ist immer dann der Fall, wenn durch fehlerhafte Planung oder Bauausführungen behebbare und nicht behebbare Mängel entstehen, die den Wert mindern. Ein Baumangel kann beispielsweise eine schlechte Schall- oder Wärmeisolierung oder auch eine falsche statische Berechnung sein.

Bauschäden hingegen treten durch äußere Einwirkung auf. Unter Umständen entwickeln sie sich aber auch aus Baumängeln. So kann beispielsweise der Baumangel "fehlerhafte Fassadenkonstruktion" zum Bauschaden "Mauerwerksdurchnässung" führen. Auch wenn notwendige Instandsetzungen lange Zeit verzögert werden, kann hierdurch ein Bauschaden entstehen.

Richtiges Vorgehen bei Problemen

Nachdem Probleme festgestellt werden, ist zu ermitteln, wie sich die einzelnen Bauschäden und Baumängel auf den Wert der Immobilie auswirken. Dabei sollte der Eigentümer wie folgt vorgehen:

  • Kostenvoranschläge für die Beseitigung einholen.
  • Beschädigung begutachten und anhand von Normalherstellungs-kosten die Beseitigungskosten schätzen lassen.
  • Beschädigung begutachten und anhand einer Bauteiletabelle die Wertminderung berechnen lassen.
  • Bei nicht behebbaren Schäden die Verkürzung der Gesamtnutzungsdauer schätzen lassen.

Prinzipiell kann der Eigentümer davon ausgehen, dass sich der Verkehrswert einer Immobilie um die finanziellen Aufwendungen für die Beseitigung der Schäden und Mängel reduziert. Die Bausubstanz sollte systematisch kontrolliert und die einzelnen Bereiche der Immobilie untersucht werden.

Kommentare (0)

Kommentieren, ergänzen Sie jetzt den Artikel oder geben Sie dem Autor Feedback. Einfach anmelden und losschreiben.
Foto: Sebastian Fery / Haufe
Foto: Sebastian Fery / Haufe

Es schreibt für Sie

Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
Jörg Stroisch

 meineimmobilie.de-Tipp


Wenn Sie einen Gutachter für eine Immobilienbewertung brauchen, können Sie sich an einen Eigentümer- oder Bauherrenverband wenden. Dort erhalten Sie eine Liste von Sachverständigen in Ihrer Region.