Montag, 31.08.2015 | Autor: Heidi Hecht, Foto: © bluedesign - Fotolia.com

Zu spät fertig: Wann eine Entschädigung für verspätete Fertigstellung winkt

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Worum geht´s
  • Entschädigung nach verzögerter Fertigstellung der Immobilie 

Sie sitzen auf gepackten Kisten. Die Miete wird pünktlich jeden Monat vom Konto abgebucht, die Handwerkerrechnungen treffen täglich ein und auch die Bank zieht schon die erste Finanzierungsrate für Ihr neues Eigenheim ein.

Lediglich der Generalunternehmer scheint alle Zeit der Welt zu haben: Verschiebt immer mal wieder die Fertigstellung der gekauften Wohnung und so wird sie Ihnen erst viel später übergeben. Pech für Sie oder können Sie jetzt zumindest eine saftige Entschädigung für die Verspätung fordern?

Wird eine Eigentumswohnung nicht zum vereinbarten Zeitpunkt übergeben, haben die Eigentümer Anspruch auf eine Entschädigung für den Nutzungsausfall. Dies geht aus einer aktuellen Pressemitteilung des Bauherren-Schutzbundes hervor.

Verzögert sich die Übergabe, haben Sie Anspruch auf Entschädigung

Die Käufer einer Eigentumswohnung mussten aufgrund der verspäteten Fertigstellung der Wohnung statt auf einer Wohnfläche von 136 Quadratmetern weiter in ihrer 72 Quadratmeter großen Mietwohnung leben. Für das Vorenthalten der neuen, fast doppelt so großen Wohnung gestand ihnen der BGH eine Entschädigung für Nutzungsausfall zu.

Ein ebenfalls bestehender Schadensersatzanspruch in Höhe der gezahlten Miete für die alte Wohnung kann zwar parallel geltend gemacht werden. Allerdings wird er auf die Entschädigung angerechnet.

Eine Nutzungsausfallentschädigung winkt auch, wenn die Wohnung wegen Mängeln nicht genutzt werden kann (BGH, Urteil vom 20.2.2014, VII ZR 172/13).

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News: Mit dem Forderungssicherungsgesetz hat der Gesetzgeber die Rechte von Hauskäufern gestärkt. Wer im Kaufvertrag einen Übergabezeitpunkt festgelegt hat, bekommt Schadenersatz, wenn das Haus nicht rechtzeitig fertig ist.

 meineimmobilie.de-Tipp

Wenn Ihnen in der Planung oder während der Baudurchführung etwas "spanisch" vorkommt oder wenn Ihr gesunder Menschenverstand Ihnen sagt, dass das so nicht richtig sein kann, dann scheuen Sie sich nicht, dies auch zu artikulieren.

 

Dokumentieren Sie alles, sofern dies notwendig sein sollte, schriftlich oder mit der Kamera. Zeigen Sie den Beteiligten ganz deutlich, dass Sie damit nicht einverstanden sind. Akzeptieren Sie keine faulen Kompromisse, denn Sie haben Anspruch auf eine vertragsgerechte und mangelfreie Leistung.