Mittwoch, 10.06.2009 | Autor: Heidi Schnurr

Wo bei Immobilien der Hammer hängt

Bei Zwangsversteigerungen soll man ja angeblich noch echte Schnäppchen machen können. Getreu dem Motto: Des einen Leid, des anderen Freud'. Doch die Realität sieht mittlerweile ganz anders aus. Das erzählte mir gestern mein Segel-Freund Toni am Telefon.

Er kam gerade mal wieder von einer solchen Bietstunde. "Da geht es mittlerweile zu wie in einer Spielhölle!", beschrieb er die gespannte Atmosphäre bei einer Zwangsversteigerung. Ein Kommen und Gehen, dass man meinen würde, hier gäbe es was umsonst.

"Du, da schalten manche ihr Gehirn aus, bevor sie dort hin gehen!" erzählte er mir. Vor der Finanzkrise da konnte man noch Häuser für 30 % unter dem Verkehrswert ersteigern - das waren noch echte Schnäppchen.

Mittlerweile würden die Leute Preise weit über dem normalen Verkehrswert zahlen. "Wieso?", habe ich ihn gefragt. "Die Leute wissen nicht mehr, wohin mit ihrem Geld! Die zahlen dort höhere Preise für Immobilien, wie auf dem freien Markt!"

Klar, Toni kommt aus München - da mögen die Uhren noch anders ticken.

Waren Sie schon einmal auf einer Zwangsversteigerung? Welche Erfahrungen haben Sie dort gemacht? Oder spielen Sie immer nur mit dem Gedanken, einmal zu einer solchen Bietstunde zu gehen? Was hat Sie bisher davon abgehalten?

Vielleicht haben Sie ja die gleiche Erfahrung gemacht wie Toni: Der Hammer ist bei solchen Zwangsversteigerungen immer nur Preis oder was meinen Sie?
 

Kommentare (3)

21.6.2009, 12:27 Uhr von rolf600 Profil ansehen
War bisher nur ein Mal auf einer Zwangsversteigerung - allerdings als Versteigernder im Rahmen einer erbschaftlichen Auseinandersetzung. Das war schon sehr aufregend.... würde der von uns erhoffte Preis überhaupt erreicht werden? Ja, er wurde, und er wurde sogar übertroffen. Das Objekt war allerdings nicht im Osten, sondern so ziemlich das Gegenteil, nämlich ein Seegrundstück am Starnberger See.
17.6.2009, 18:06 Uhr von Matulla Profil ansehen
Zwangsversteigerungen von Immobilien sind in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise an der Tagesordnung. Als Interessent und Bieter sollte man das Objekt, woran man interssiert ist, zuvor persönlich in Augenschein nehmen, wenn das möglich ist; sich dabei nicht allein auf das Gutachten, das beim Gericht vor der Versteigerung vorliegt, verlassen. Geld, das man in das Gutachten eines Bausachverständigen investiert, zahlt sich am Schluß immer aus, auch auf das Risiko hin, dass man nicht den Zuschlag erhält. Der Bieter, der den Zuschlag erhält, hat weder ein Reklamations- noch Rückgaberecht. Ein absolutes MUSS ist, sich ein preisliches Limit zu setzen, das man im Vorfeld ermittelt hat, durch die örtliche Marktbeobachtung und das Gutachten. Dieses Limit unbedingt einhalten und nicht in einen Bieterrausch verfallen, aus dem es dann ein böses Erwachen gibt.
12.6.2009, 11:25 Uhr von immobilienpool.de Profil ansehen
Als technischer Dienstleister veröffentlichen wir für viele deutsche Amtsgerichte die Zwangsversteigerungen und sind daher im ständigen Kontakt mit den Rechtspflegern. Eine Entwicklung, wie es von "Segel-Freund Toni" beschrieben wird, mag es vielleicht tatsächlich für München geben. In den meisten anderen Regionen werden die Immobilien leider immer noch durchschnittlich für rund die HÄLFTE des angesetzten Verkehrswertes verkauft. In manchen Regionen - vor allem in Ostdeutschland - werden manchmal sogar nicht einmal 50% des Verkehrwertes erreicht und die Immobilien quasi verschenkt - zum Leid aller Beteiligten: gerade Schuldner, die bspw. durch eine unerwartete Krankheit oder plötzliche Arbeitslosigkeit die Kredite nicht mehr bedienen können, werden durch diese schlechten Erlöse dann sogar noch doppelt bestraft: sie verlieren einerseits das Dach über dem Kopf, bleiben aber andererseits auf den Schulden sitzen! ;-(