Donnerstag, 14.03.2013 | Autor: Heidi Hecht, Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2006

Vorsicht vor Fliegerbomben beim Grundstückskauf

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2006
Worum geht´s
  • Vorsicht bei Fliegerbomben-Fund auf Grundstück
  • Grundstück vor Kauf auf Fliegerbomben checken

Immer noch liegen Blindgänger alter Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg zu Tausenden im Boden, vor allem in den Städten. Grundstückskäufer sollten diese Gefahren nicht unterschätzen: Ein Blindgänger-Fund führt nämlich in der Regel zu Bauzeitverzögerung, Baustillstand und zusätzlichen Kosten.

Beim Grundstückskauf wird häufig auf die Lage, den Preis und die Infrastruktur geachtet. Nur selten denkt der Käufer über reale Gefahren nach: Blindgänger alter Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg. Der Verband Privater Bauherren (VPB) rät in einer aktuellen Pressemitteilung dazu, sich beim Grundstückskauf über die Geschichte des Grundstücks zu informieren.

Informationen zum Grundstück sammeln

"Viele Städte waren Kriegsschauplätze. Wer in einer solchen Stadt baut, der sollte klären, ob auf dem ins Auge gefassten Grundstück Bombenabwürfe verzeichnet sind und eventuelle Blindgänger im Boden liegen könnten", rät VPB-Rechtsanwalt Holger Freitag. "Leider sind die Zuständigkeiten von Kommune zu Kommune und auch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Grundstückskäufer müssen sich vor dem Kauf immer erst zu den zuständigen Behörden durchfragen. Erste Anlaufpunkte sind Bauämter, Ordnungsämter oder das Regierungspräsidium. Sie helfen klären, ob es in der Gegend, in der man bauen möchte, Bombenabwürfe gab." In stark betroffenen Regionen existieren sogenannte Verdachtsflächenkataster. Liegt das ins Auge gefasste Grundstück in solch einer Verdachtsfläche, müssen Kaufinteressenten frühzeitig einen Antrag auf Prüfung stellen, da die Untersuchung oft ein halbes Jahr dauert.

Verdacht auf Fliegerbomben auf dem Grundstück

Besteht der Verdacht, dass auf dem Grundstück Fliegerbomben liegen könnten, dürfen nur zugelassene Kampfmittelräumdienste weitere Untersuchungen vornehmen. "Die Kosten für alle notwendigen Untersuchungen auf dem Grundstück trägt in der Regel der Grundstückseigentümer. Bei sehr hohen Kosten können private Bauherren unter Umständen Billigkeitsentschädigungen beantragen. Die werden aber angesichts leerer öffentlicher Kassen in Zukunft sicher immer seltener gewährt", vermutet Rechtsanwalt Freitag, erinnert aber auch: "Werden tatsächlich Blindgänger gefunden, finanziert in der Regel die öffentliche Hand wenigstens deren Beseitigung."

Kostenrisiken bei Fliegerbomben-Fund auf Grundstück

"Wer ein Baugrundstück erst kaufen möchte und mit Problemen rechnet, der sollte die Frage der Kostenübernahme für die Kampfmittelfreiheit vertraglich regeln. Auf der sicheren Seite sind - zumindest theoretisch - die Käufer von Bauträgerhäusern. Wer beim Bauträger kauft, der erwirbt Haus und Grund aus einer Hand. Bauherr bleibt bis zur Übergabe der Immobilie immer der Bauträger, der ja auch für die Kampfmittelfreiheit des Bodens verantwortlich ist. Kümmert er sich nicht rechtzeitig und müssen während der Bauzeit Blindgänger entsorgt werden, kann der Käufer aber auch mit Fertigstellungsverzögerungen konfrontiert werden", gibt der VPB-Anwalt zu bedenken. "Besser steht sich in der Regel, wer ein Grundstück von der Kommune kauft. Die öffentliche Hand als Verkäufer übernimmt nicht selten solche Kostenrisiken."

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Wenn auf einem Baugrundstück Gras und Blumen wachsen, heißt das nicht, dass der Boden darunter frei von gefährlichen Substanzen ist. Die Fläche könnte früher mal eine Mülldeponie gewesen sein oder im Boden befinden sich Reste eines asbestverseuchten Hauses, das vor längerer Zeit abgerissen wurde. Da Altlasten oft nicht sichtbar sind, sollte ein Baugrundgutachten erstellt werden.
Ob Öl, Benzin oder andere Schadstoffe im Boden: Mit Altlasten belagerte Grundstücke bergen nicht nur Gesundheitsgefahren, sondern können im Extremfall den Immobilienwert mindern.
Vor dem Kauf eines Baugrundstückes sollte der Käufer sich genauestens über das Bauland informieren. Dabei hilft das meineimmobilie.de-Dossier rund um das Grundstück.

 meineimmobilie.de-Tipp

Wird während der Baumaßnahmen zufällig eine Fliegerbombe gefunden, müssen Sie dies sofort bei der Polizei melden. Die Polizei leitet dann alle weiteren Schritte ein.