Montag, 21.07.2014 | Autor: Jörg Stroisch , Foto: © tinadefortunata - Fotolia.com

Traumhaus: Besser mit dem Architekten oder dem Bauträger bauen?

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Worum geht´s
  • Hausbau: Ein Vergleich zwischen Bauträger und Architekten 
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Das schlüsselfertige Haus vom Bauträger oder doch lieber die individuelle Lösung vom Architekten? Beide Konzepte haben ihre Vor- und ihre Nachteile. Ein Vergleich, der sich lohnt!

Die Wand soll gerundet, die Küche etwas kleiner und der Balkon optimalerweise ein Stück größer sein: Wer starken Einfluss auf sein Traumhaus nehmen will, bekommt es nicht von der Stange, sondern braucht einen Architekten. Der hilft dann beim Realisieren der Wünsche.

Ein Vertrag, ein komplettes Haus - so einfach könnte es sein. Obendrein noch kein Ärger mit den Handwerkern und dafür am Ende einfach alles schlüsselfertig übernehmen. Das ist das Konzept des Bauträgers.

Den Architekt müssen Sie nach Leistungsphasen honorieren

Die Gesamtkosten für das Architekten-Haus sind nicht komplett im Voraus kalkulierbar, denn die Kosten mit den Handwerkern müssen erst noch verhandelt werden.

Dafür übernimmt aber der Architekt Planung und geht ständig auf Ihre individuellen Wünsche ein. Das hat natürlich seinen Preis: Seine Arbeit wird nach der sogenannten HOAI honoriert, je nachdem, welche Leistungsphasen er betreut – er kann zum Beispiel neben der Zeichnung des Bauplans auch die komplette Bauplanung übernehmen.

Bauträger: Schlüsselfertig und pauschal zum eigenen Haus

Beim Bauträger wird hingegen der Hausbau zum Pauschalpreis beauftragt. Der Bauherr ist hier - formal betrachtet - auch nur der Erwerber des Hauses. Dafür haben Sie auf der Baustelle aber auch nur ein wesentlich kleineres Mitspracherecht.

Dazu kommt, dass die Gestaltung des Bauträgervertrags einige Fallstricke birgt. Und: Individuelle Abänderungen, etwa in der Reihenhaussiedlung, sind nur in kleinem Rahmen möglich.

Bauträgervertrag: Für Sonderwünsche gibt es Sonderpreise

Bei "Sonderwünschen" wird der Vertrag wieder aufgeschnürt und das kostet dann in der Regel einen ordentlichen Aufpreis

Und außerdem bedeutet schlüsselfertig nicht unbedingt, dass wirklich alles komplett fertig ist. Viele Verträge orientieren sich an der sogenannten  VOB/B – wobei die Betonung auf „Orientierung“ liegt. Sie sollten sich beim Beurteilen Ihres Vertrags sicherheitshalber von einem auf Baurecht spezialisierten Rechtsanwalt beraten lassen.

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Foto: Sebastian Fery / Haufe
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Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
Jörg Stroisch
Schlüsselfertighäuser gehören zu den am meisten verkauften Immobilien. Dabei sollten Bauherrn beim Abschluss eines Vertrags die Augen aufhalten, denn zwischen den Versprechungen von Verkaufsberatern, auf Webseiten oder in Prospekten und dem tatsächlichen Bauvertrag klaffen oft Welten.
Wer Grundstück und die spätere Bebauung von einem Anbieter bezieht, zahlt für das Gebäude gleich zweimal Steuern: Einmal Umsatzsteuer auf sämtliche Bauleistungen und einmal Grunderwerbsteuer, also auch eine Art von Umsatzsteuer auf den Gebäudepreis. Das geht so nicht, findet das Finanzgericht Niedersachsen.
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass sechs Monate nach Einzug des Bauherrn die Architektenleistung als abgenommen gilt. Allerdings sind die Planer mit diesem Urteil nicht automatisch aus dem Schneider. 

 meineimmobilie.de-Tipp

Oftmals haben Sie gar nicht die Wahl: Wenn Sie ein Baugrundstück haben wollen, hat dort vielerorts bereits der Bauträger seine Hand drauf. Und da Baugrundstücke gerade in attraktiven Lagen Mangelware sind, lässt sich mancher die Vertragsbedingungen diktieren.

 

Darauf sollten Sie sich auf gar keinen Fall einlassen. Für Bauträger und Architekt gilt gleichermaßen: Lassen Sie sich Referenzen nennen und kontrollieren Sie diese auf jeden Fall auch!

 

Neben den Dokumentationsunterlagen der Handwerker, Bauträger und Architekten sollten Sie auch ein eigenes Bautagebuch führen, um Fortschritte und Probleme sowie Absprachen genau zu dokumentieren.