Dienstag, 09.06.2015 | Autor: Heidi Schnurr, Foto: © bluedesign - Fotolia.com

Immobilienanzeige: Was zum Energieausweis mit rein muss

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Worum geht´s

Vermietungs- und Verkaufsanzeigen: Was unbedingt in Ihre Anzeige mit rein muss.

Zugegeben: Auf den ersten Blick haben eine Immobilienanzeige und der Energieausweis wenig gemeinsam.

 

Auf den zweiten Blick jedoch schon, denn schon seit dem 1.5.2014 müssen Sie in Ihrer Immobilienanzeige den Energieausweis erwähnen. Wenn Sie´s nicht oder falsch tun, droht seit dem 1.5.2015 sogar ein Bußgeld!

Energieausweis: Warum es seit dem 1.5.2015 teuer werden kann

Mal eben was vergessen: Das kann jedem Mal passieren und bestenfalls bleibt es auch ohne Folgen. Wer dagegen künftig in seiner Immobilienanzeige in der Zeitung oder im Internet vergisst, dort die Pflichtangaben zum Energieausweis anzugeben, für den kann es künftig teuer werden.

Trotz drohendem Bußgeld können Sie jedoch noch auf einem glimpflichen Ausgang hoffen, denn laut den Erhebungen der Deutschen Umwelthilfe wird bisher kaum kontrolliert, ob Ihre Verkaufs- oder Vermietungsanzeige korrekt ist.

In jeder 2. Anzeige fehlen Angaben zum Energieausweis

Schon seit dem Inkrafttreten der EnEV am 1.5.2014 muss in Immobilienanzeigen der energetische Zustand des Gebäudes angegeben werden, sofern Sie für das Gebäude einen gültigen Energieausweis besitzen.

Eine Untersuchung von rund 3.500 Immobilienanzeigen hat ergeben, dass derzeit nur 66 Prozent der gewerblichen Angebote und 14 Prozent der privaten Immobilienangebote Informationen zum Energieausweis enthalten. Insgesamt hätten in 62 Prozent der Anzeigen diese Angaben gefehlt.

Fehlen in Ihrer Anzeige die Pflichtangaben zum Energieausweis, müssen Sie seit dem 1.5.2015 mit einem Bußgeld rechnen. Dieses kann bis zu 15.000 EUR betragen.

Welche Pflichtangaben zum Energieausweis Ihre Anzeige enthalten muss

Eine gute Ausrede für die fehlenden Angaben in der Anzeige ist diese hier: „Der Energieausweis lag noch nicht vor, als ich die Anzeige geschaltet habe!“. In diesem Fall darf die Immobilie auch ohne Angaben zur energetischen Beschaffenheit des Gebäudes beworben werden.

Allerdings müssen Sie dann spätestens beim Besichtigungstermin einen gültigen Energieausweis vorlegen können. Der Vermieter bzw. Verkäufer ist für das Einhalten der Vorlagepflicht verantwortlich.

Pflichtangaben: Es kommt drauf an, was Sie vermieten oder verkaufen

Welche Angaben Ihre Immobilienanzeige enthalten muss, hängt zum einen davon ab, ob Sie ein Wohngebäude oder ein Nichtwohngebäude vermieten bzw. verkaufen wollen. Zum anderen davon, wann Ihr Energieausweis ausgestellt worden ist. In den nachfolgenden Übersichten sind die Pflichtangaben, die Ihre Anzeige enthalten muss, mit einem „Ja“ gekennzeichnet („Ja“=Mussangabe).

Wichtig: Bei Wohngebäuden müssen Sie mehr Pflichtangaben machen als bei Nichtwohngebäuden!

Wenn Ihr Energieausweis ab dem 1.5.2014 ausgestellt wurde

 

Wohngebäude

Nichtwohngebäude

Art des Energieausweises (Bedarfs- oder Verbrauchsausweis)

Ja

Ja

Wert des Endenergiebedarfs oder Endenergieverbrauchs des Gebäudes

Ja

Ja, für Wärme und Strom getrennt

Im Energieausweis genannter wesentlicher Energieträger der Heizung

Ja

Ja

Baujahr des Gebäudes lt. Energieausweis

Ja

Nein

Energieeffizienzklasse

Ja

Nein

Wenn Ihr Energieausweis zwischen Oktober 2007 und April 2014 ausgestellt wurde

 

Wohngebäude

Nichtwohngebäude

Art des Energieausweises (Bedarfs- oder Verbrauchsausweis)

Ja

Ja

Wert des Endenergiebedarfs des Gebäudes

Bei Bedarfs-ausweisen Wert des Endenergie-bedarfs, bei Verbrauchs-ausweisen Energiever-brauchskenn-wert

Bei Bedarfsausweisen Gesamtwert des Endenergiebedarfs, bei Verbrauchs-ausweisen Heizenergie- und Stromverbrauchs-kennwert

Im Energieausweis genannter wesentlicher Energieträger der Heizung

Ja

Ja

Baujahr des Gebäudes lt. Energieausweis

Ja

Nein

Energieeffizienzklasse

Angabe freiwillig

Nein

 

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Foto: Heidi Schnurr / Bildschön, Laila Weber
Foto: Heidi Schnurr / Bildschön, Laila Weber

Es schreibt für Sie

Heidi Schnurr arbeitet als Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Mietrecht für Vermieter. Ihre Praxis-Tipps speziell für Vermieter finden sich in zahlreichen Fachpublikationen, Loseblattwerken, Büchern und ...
Heidi Schnurr
Seit dem 1.7.2015 sind Energieausweise für alle Nichtwohngebäude Pflicht, die vermietet, verkauft oder verpachtet werden sollen.   Doch einer Umfrage zufolge kann derzeit erst für 35 Prozent aller Nichtwohngebäude ein Energieausweis vorgelegt werden.
Am 1.5.2014 trat die neue Energiesparverordnung in Kraft und damit gab es auch beim Energieausweis ein paar wichtige Neuerungen.  Die sind nicht nur rein optischer Natur, sondern wirken sich auch auf den Inhalt aus, wie z. B. die Gebäudedaten, die Registriernummer, das Energielabel mit den neuen Energieeffizienzklassen sowie Vergleichswerte und Modernisierungsempfehlungen. All diese Daten müssen in Energieausweisen, die ab dem 1.5.2014 ausgestellt werden, angegeben sein.  
In Sachen Energieausweis waren Sie einer der Ersten? Bravo! Allerdings kann das auch einen Nachteil haben, denn alte Energieausweise, die vor dem 01.10.2007 ausgestellt wurden, laufen zum 31.10.2014 ab! 

 meineimmobilie.de-Tipp

Ganz gleich, ob Sie eine Immobilie vermieten oder verkaufen wollen: Ihre Immobilienanzeige muss Informationen zum energetischen Zustand des inserierten Gebäudes beinhalten. Seit dem 1.6.2015 droht Vermietern und Immobilienverkäufern ein Bußgeld, wenn sie keine oder nur unvollständige Angaben zum energetischen Zustand des Gebäudes machen.

 

Liegt zum Zeitpunkt der Inserierung kein Energieausweis vor, müssen Sie spätestens beim Besichtigungstermin dem Mieter oder Käufer den Energieausweis vorlegen. Damit soll er sich ein Bild davon machen können, wie energieeffizient das Gebäude ist.

 

Zudem erhält er eine erste Orientierung, wie hoch die Heizkosten sein werden, die künftig auf ihn zukommen können. Eine Skala von Grün bis Rot verdeutlicht den energetischen Zustand.