Montag, 25.02.2013 | Autor: Heidi Schnurr

Jährlicher Gas-Check: Was Sie laut Gesetz tun müssen

Worum geht´s

Strenge Prüfpflichten: Wie oft und von wem Sie Ihre Gasleitungen prüfen lassen müssen.

Vielleicht haben Sie auch schon von Ihrem Schornsteinfeger oder Ihrer Heizungsfirma ein Angebot über den jährlichen Gas-Check erhalten. Klar, wollen Sie Ihren gesetzlichen Prüfpflichten nachkommen und nachts ruhig schlafen können, weil Ihre Gasleitungen sicher sind. Doch wie oft müssen Sie Ihre Gasleitungen tatsächlich prüfen lassen und wie viel ist Ihnen ein reines Gewissen und die Sicherheit aller Bewohner wert? 

 

Tatsächlich gibt es zu den Prüfpflichten von Gasleitungen eine Regelung: TGRI Stand 2008. TGRI steht für „Technische Regel für Gasinstallationen“. Und das ist sie auch nur: Eine technische Regel und kein Gesetz!

Das heißt für Sie: Eine technische Regel ist keine Rechtsvorschrift, sondern nur eine private technische Regelung mit Empfehlungscharakter. Bezüglich so einer Regel hat der BGH schon einmal entschieden(BGH, Urteil v. 15.10.2008, VIII ZR 321/07, GE 2008, S. 1555).

Dabei ging es um die DIN VDE 0105 und die Pflicht des Vermieters zum E-Check. Damals lehnte das Gericht eine gesetzliche Prüfpflicht ab.

Unterscheiden Sie eine Hausschau von einem Gas-Check

Gemeint ist, dass Sie einmal im Jahr eine „Hausschau“ durchführen müssen: Also nur „gucken“, ob die frei verlegten Gasleitungen in Ordnung sind. Oder förmlicher ausgedrückt: Die Regelung schreibt lediglich eine optische Kontrolle der Gasinstallation vor. 

Prüfpflicht: "Gucken" darf jeder

Das bedeutet: Sie können die jährliche Kontrolle der Leitungen selbst ausführen bzw. die auf den Schornsteinfeger oder sogar auf Ihren Mieter übertragen. Dagegen dürfen weder Sie noch Ihr Mieter oder der Schornsteinfeger selbst Hand an die Gasinstallation anlegen.

Dies darf ausschließlich ein beim Versorgungsunternehmen dafür eingetragenes Installationsunternehmen (VIU) oder der Gasversorger selbst.

Ein Gas-Check ist nur alle 12 Jahre ein Muss

Von der einfachen „Hausschau“ müssen Sie den vorgeschriebenen „Gas-Check" unterscheiden. Der ist nur alle 12 Jahre notwendig und darf ausschließlich von einem beim Gasversorgungsunternehmen dafür eingetragenen Installationsunternehmen oder vom Gasversorger selbst durchgeführt werden.

Zum Gas-Check gehört eine sehr umfangreiche optische Kontrolle der Gasinstallation inkl. einer anschließenden "Leckmengenmessung" oder auch "Gebrauchsfähigkeitsprüfung".

Wie viel Sie ein Gas-Check bzw. eine Hausschau kostet

Der kleine Unterschied zwischen der jährlichen „Hausschau“ und dem alle 12 Jahre fällig werdenden „Gas-Check“ schlägt sich übrigens auch im Preis nieder: Die jährliche Hausschau bieten manche Schonsteinfeger jährlich für ca. 14,90 EUR an.

Dagegen kostet der alle 12 Jahre fällig werdende Gas-Check um die 150 EUR.

Kommentare (1)

27.2.2013, 11:33 Uhr von t.frisch Profil ansehen
Aus welcher Rechtsgrundlage folgt die 12jährliche Pflicht zur Prüfung der "Gebrauchsfähigkeit" von Gasanlagen? Das wird im Artikel nicht klar. Resultiert dies aus Nebenpflichten des Mietvertrages bzw. dem BGB oder aus einer Spezialnorm? Grüße T. Frisch
Foto: Heidi Schnurr / Bildschön, Laila Weber
Foto: Heidi Schnurr / Bildschön, Laila Weber

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 meineimmobilie.de-Tipp

E-Check statt Gas-Check: Die Experten empfehlen, alle 4 Jahre Ihr Stromnetz überprüfen zu lassen. So ein E-Check garantiert Ihnen, dass Ihre elektrischen Anlagen keine Sicherheitsmängel haben.

 

Dafür gibt es als sichtbaren Beweis eine Plakette und ein Prüfprotokoll.

 

Die Kosten dafür können Sie allerdings nur auf den Mieter als Betriebskosten umlegen, wenn Sie das bereits im Mietvertrag unter "Sonstige Betriebskosten" so vereinbart haben und der Check nicht dem Beseitigen von Mängeln dient, sondern allein der regelmäßigen Prüfung der Betriebsbereitschaft (BGH, Urteil v. 14.02.2007, VIII ZR 123/06).