Donnerstag, 19.04.2012 | Autor: Jörg Stroisch, Foto: Sebastian Fery / Haufe

Hustende Mieter als Ärgernis

Foto: Sebastian Fery / Haufe

Eigentlich ist die Hausgemeinschaft ja sehr nett. Aber leider hustet eine Nachbarin so lautstark im Hausflur, dass allen anderen die Haare zu Berge stehen. Ein Ärgernis, beschreibt Jörg Stroisch.

Es könnte ja alles so schön sein, wäre da nicht die Nachbarin mit dem Raucherhusten. Wenn ich mich morgens an den Schreibtisch setze, kommt gegen 10 Uhr die Post. Und danach gibt es die Hustenattacke. Die Nachbarin läuft von der zweiten Etage ins Erdgeschoss und wieder zurück. Und dabei hustet sie ununterbrochen. Ich will die Art des Hustens jetzt auch nicht näher beschreiben... Konzentration ist in diesem Moment allerdings unmöglich.

Interessanterweise haben andere Menschen ähnliche Erlebnisse in ihrem eigenen Hausflur durchaus auch schon gemacht. Aber eine Lösung hatten auch sie nicht. Zum einen müsste ich die Nachbarin abpassen, um sie auf frischer Tat bei ihrem Husten zu erwischen.

Zum anderen: Was sagt man dann? „Unterlassen Sie bitte diesen ekelhaften Husten?“ - Das ist schließlich einfacher gesagt als getan. Und außerdem ist es mir auch unangenehm, andere Menschen auf so persönliche Dinge wie die eigene Gesundheit anzusprechen.

Noch schwerer stelle ich mir das für Vermieter vor: Ist ein solcher Husten eine Störung des Hausfriedens? Oder muss man Krankheiten erdulden? Was mache ich als Vermieter, wenn sich ein anderer Mieter darüber bei mir beschwert? Darf dieser Mieter dann deswegen gar die Miete mindern? - Auch, wenn ich das für unwahrscheinlich halte: Zu einem echten Ärgernis wird es allemal.

Bei Freunden von mir, die auch mal einen solchen „Huster“ als Nachbar hatten, löste sich das Problem dann von alleine: Der Nachbar ist ausgezogen.

Na, dann werde ich mir vielleicht doch sicherheitshalber Ohrenstöpsel zulegen müssen...

Kommentare (2)

2.5.2012, 17:38 Uhr von Gilhorn Profil ansehen
Es gibt ganz sicher Wohngeräusche, verursacht durch Mieter, welche man als störend für andere Mieter einstufen kann. Hierzu gehören besonders Geräusche, welche sich noch dazu über einen längeren Zeitraum erstrecken. Hierzu könnten gehören, laute Musik, lauter Besuch, andauerndes Kindergeschrei, Hundegebell, andauerndes Heimwerken und nicht zu vergessen den täglichen Streit zwischen Paaren und die lautstarken Erziehungsversuche von überforderten Müttern. Ein hustender Nachbar, der nur zwei Minuten bis zum Briefkasten und zurück benötigt und dabei hustet, ist da wohl eher erträglich und vernachlässigbar und nicht der Rede wert. Man kann die eigene Empfindlichkeit auch übertreiben. Anzumerken ist noch, dass in einem solchen Haus, in dem die Geräusche im Treppenhaus so schlecht gedämmt werden, die Wohnungstüren zum Treppenhaus nicht einmal den kleinsten technischen Standard einer schalldämmenden und schalldichten Tür erfüllen.
2.5.2012, 15:24 Uhr von erasmus Profil ansehen
Hustende Mieter als Ärgernis ! Wenn ein Mieter dauerhaft hustet, wäre dies wohl eine behandlungsbedürftige Krankheit. Hustet ein Mieter jedoch nur dann, wenn er morgens an den Briefkasten geht, dann würde ich den Mieter darauf ansprechen. Sog. Raucherhusten hört sich ekelhaft an und mit etwas Disziplin kann man die Husterei im Treppenhaus auch unterdrücken. Eine Mietminderung glaube ich, kann man daraus nicht ableiten, da es sich nicht um eine dauerhafte, sondern nur zeitlich begrenzte Störung handelt. Als Vermieter könnte man den Mieter ansprechen/anschreiben und ihn bitten, vor Begehen des Treppenhauses am Morgen, sich vorher in seiner Wohnung "auszuhusten", da die Husterei im Treppenhaus von anderen Mietern als Störung empfunden wird.