Freitag, 25.10.2013 | Autor: Judith Engst, Foto: © electra kay-smith - Fotolia.com

Haushaltsnahe Dienstleistungen: So umgehen Sie die Höchstgrenze

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Worum geht´s

• haushaltsnahe Dienstleistungen
• 6.000 Euro Höchstbetrag
• Verteilung auf zwei Jahre

Haushaltsnahe Dienstleistungen können Sie als Eigenheimbesitzer von der Steuer absetzen. Allerdings nur bis zu einem Höchstbetrag von 6.000 Euro. Was tun, wenn dieser Betrag überschritten ist? Welche Möglichkeiten Sie dann haben, lesen Sie hier.

Zunächst für Sie die steuerlichen Regeln: Haushaltsnahe Dienstleistungen sind vor allem handwerkliche Arbeiten, die direkt auf Ihrem Grundstück oder in Ihrer Immobilie ausgeführt werden. Also Gartenarbeiten, Elektroinstallationen, die Reparatur einer defekten Wasserleitung etc.

Diese Rechnungen sollten Sie sammeln und in der Steuererklärung geltend machen. Ihre Steuerersparnis können Sie ganz einfach ausrechnen: Es sind 20 % von dem Teil der Rechnungssumme, der die reinen Anfahrts- und Arbeitskosten umfasst.   ((Diesen Betrag können Sie direkt von Ihrer Steuerschuld abziehen. Beachten Sie: Die Materialkosten sind nicht absetzbar.

Allerdings gilt pro Kalenderjahr ein Höchstbetrag von 6.000 Euro   (1.200 Euro Steuerersparnis)  . Was darüber hinaus geht, kann nicht abgesetzt werden. Theoretisch. In der Praxis aber gibt es durchaus Möglichkeiten, diese Grenze zu umgehen.

Wann Sie den Betrag auf zwei Jahre verteilen können
Es liegt nahe, die Summe aller Rechnungen in zwei Teile aufzusplitten und in zwei aufeinanderfolgenden Jahren steuerlich geltend zu machen. Das klappt allerdings nicht immer.

Denn absetzbar sind nur Zahlungen, die Sie auch tatsächlich im betreffenden Jahr geleistet haben. Dabei kommt es nicht auf das Rechnungsdatum an, sondern auf den tatsächlichen Zahlungszeitpunkt.

 

Kommentare (2)

26.10.2013, 10:31 Uhr von Jengst Profil ansehen
Danke für den Hinweis. Sie haben recht, und ich habe den Text sofort berichtigt.
25.10.2013, 15:49 Uhr von saulheimer Profil ansehen
Ist dieser Hinweis tatsächlich richtig? 'Ihre Steuerersparnis können Sie ganz einfach ausrechnen: Es sind 20 Prozent der Rechnungssumme. Diesen Betrag können Sie direkt von Ihrer Steuerschuld abziehen.' Ich ging bisher davon aus, dass 20 % der Arbeitskosten aus haushaltsnahen Handwerkerleistungen, höchstens 1.200 Euro (also von 6.000 Euro) berücksichtigt werden. Zu den Arbeitskosten gehören neben den Lohnkosten noch Fahrtkosten und Kosten für Maschineneinsätze oder Gebühren für den Einsatz von Diagnosegeräten. Der Rechnungsbetrag enthält ja in der Regel auch Materialkosten. Diese bleiben m.E. unberücksichtigt.
Weniger Steuern zahlen - davon träumt auch Ihr Mieter. Deswegen sollten Sie in Ihrer Betriebskostenabrechnung bei den Rechnungen, in denen haushaltsnahe Dienstleistungen stecken, diese dem Mieter auch ausweisen. Viel Arbeit ohne Geld? Ja, aber Vermieterpflicht, wenn der Mieter darauf besteht!
MEHR WISSEN: Auch Ihr Mieter dankt es Ihnen, wenn Sie die haushaltsnahen Dienstleistungen ausweisen. Denn diese kann er von den Steuern absetzen.

 meineimmobilie.de-Tipp

Prüfen Sie, ob bei Ihnen die 6.000-Euro-Grenze schon überschritten ist oder noch nicht. Falls ja, sprechen Sie mit Ihren Dienstleistern (Handwerksbetrieben oder sonstigen Dienstleistern). Bitten Sie um Zahlungsaufschub bis im Januar des nächsten Jahres. Überweisen Sie das Geld dann erst im neuen Jahr.

 

Beachten Sie: Die Absetzbarkeit haushaltsnaher Dienstleistungen gilt für Eigenheimbesitzer. Als   Vermieter   sind Sie dagegen an keine Höchstgrenze gebunden - und es ist auch egal, ob die Dienstleistung „haushaltsnah“ erbracht wurde oder nicht. Hauptsache, sie betrifft die Mietwohnung. Dann sind die Kosten in voller Höhe absetzbar, und zwar nicht nur mit 20 % der Rechnungssumme, sondern mit ihrem persönlichen Steuersatz, der in der Regel deutlich höher sein wird.