Sonntag, 02.03.2014 | Autor: Judith Engst, Foto: © Kadmy - Fotolia.com

Haushaltsnahe Dienstleistung: Auch Wohnungsausbau ist absetzbar

Foto: © Kadmy - Fotolia.com
Worum geht´s

• haushaltsnahe Handwerkerleistungen
• Erhaltungs- und Herstellungsaufwand
• Ausbau und Neuschaffung von Wohnraum

Stichworte zu diesem Thema

Ihre Handwerkerrechnungen sollten Sie gut aufheben. Auch dann, wenn sie den Ausbau eines Zimmers oder Geschosses betreffen. Denn: Auch das können Sie steuerlich absetzen, hat das Bundesfinanzministerium klargestellt.

Bislang akzeptierten die Finanzämter nur Rechnungen von Handwerkern, die im eigenen Haushalt etwas reparierten, renovierten oder modernisierten. Das soll allerdings nicht der Maßstab sein, hat das Bundesfinanzministerium jetzt mit einem entsprechenden Schreiben klargestellt.

Konkret: Es ist vollkommen egal, ob die Handwerkerleistung steuerlich als Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsaufwand oder als stattdessen als Herstellaufwand eingeordnet wird. Hauptsache, diese Leistung wird in einem bereits bestehenden Haushalt erbracht. Dann ist der Anteil der Rechnungen, der auf die reinen Arbeitskosten entfällt, auf jeden Fall absetzbar. 20 Prozent (maximal 1.200 Euro) pro Jahr können Sie direkt von Ihrer Steuerschuld abziehen.

Entsteht zusätzliche Wohnfläche? - Kein Problem!

Bislang haben die Finanzämter sehr sorgfältig geprüft, was da abgesetzt werden sollte. Sobald etwas Neues entstand, haben sie die entsprechenden Handwerkerleistungen nicht akzeptiert. Jetzt müssen sie großzügiger sein.

Konkret: Auch der Ausbau eines Zimmers oder Dachgeschosses ist absetzbar. Auch der Anbau eines Wintergartens an einen vorhandenen Haushalt muss steuerlich akzeptiert werden. Das gilt übrigens auch dann, wenn dadurch neue, zusätzliche Wohnfläche entsteht. Ebenso absetzbar ist beispielsweise die Errichtung eines Carports auf Ihrem Grundstück oder die Überdachung Ihrer Terrasse (jeweils nur die Arbeitskosten).

Nicht absetzbar: Fertigstellung von neuem Wohnraum

Nicht absetzbar sind dagegen Handwerkerleistungen, die an einem noch unfertigen Haushalt vorgenommen werden. Die also noch im Zusammenhang mit dem unfertigen Neubau stehen.

Wie lässt sich das abgrenzen? Ganz einfach: Solange die gesamte Wohnung oder das gesamte Haus noch nicht bezugsfertig ist, sind die entsprechenden Handwerkerleistungen nicht haushaltsnah. Dann - und nur dann - darf das Finanzamt Ihnen die Anerkennung verweigern.
 

Kommentare (0)

Kommentieren, ergänzen Sie jetzt den Artikel oder geben Sie dem Autor Feedback. Einfach anmelden und losschreiben.
  Mit haushaltsnahen Handwerkerrechnungen lassen sich Steuern sparen. Darunter ...
„Unser Schornsteinfeger kassiert das Geld für seinen Besuch immer gleich in bar ab“, so die Zuschrift eines Lesers. „Ich lasse mir dafür immer eine Quittung geben. Das kann ich doch absetzen, oder?“ Aufgepasst, heißt es hier. Das kommt darauf an, ob Sie Vermieter oder Eigenheimbesitzer sind.

 meineimmobilie.de-Tipp

Prüfen Sie den Steuerbescheid

Sie haben in Ihrer Steuererklärung haushaltsnahe Handwerkerleistungen geltend gemacht? Dann prüfen Sie, ob das Finanzamt dafür auch die vollen Arbeitskosten anerkannt hat. Hat es die Absetzbarkeit verneint, weil die arbeiten angeblich „Herstellaufwand“ beziehungsweise „kein Erhaltungs-, Modernisierungs- oder Renovierungsaufwand“ waren, legen sie Einspruch ein. Verweisen Sie auf das BMF-Schreiben (Az. (IV C 4 - S 2296 - b/07/000 3 :004) und verlangen Sie die steuerliche Anerkennung in voller Höhe.


Den genauen Wortlaut des Schreibens finden Sie übrigens hier. Interessant ist vor allem die Anlage I. Dort finden Sie eine beispielhafte Aufzählung von absetzbaren und nicht absetzbaren Leistungen. Hier können Sie nachsehen, ob und in welchem Umfang Ihre jeweilige Rechnung absetzbar ist. Die Mehrzahl aller üblichen Handwerkerleistungen finden Sie darin.