Donnerstag, 08.12.2011

Hans-Dieter Hegner

Hans-Dieter Hegner ist Diplom-Bauingenieur und zuständiger Baudirektor im Bundesbauministerium.
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In der Energiesparverordnung haben Bund und Länder klargemacht, dass die geltenden Regelungen zum Energiesparen durchaus ernst gemeint sind: Wer seine Heizung nicht wie vorgesehen umrüstet oder bei Vermietung seiner Immobilie keinen gültigen Energieausweis vorlegen kann, muss mit bis zu 50.000 Euro Bußgeld rechnen.

Der Gesetzgeber hat den Energieausweis unter anderem deshalb verpflichtend eingeführt, damit neue Mieter besser über den Energieverbrauch eines Hauses informiert sind. Eine Verpflichtung, den Energieausweis bei einer Vermietung zum Vertragsbestandteil zu machen, gibt es nicht. Wer trotzdem einen solchen Vertrag schließt, sollte sich über mögliche Rechtsfolgen im Klaren sein.

Wer einen Energieausweis für sein Gebäude braucht, muss sich zunächst einen Aussteller suchen. Davon gibt es viele, doch nicht alle sind gleichermaßen qualifiziert. Hauseigentümer sollten deshalb bei der Wahl des Ausstellers genau hinsehen.

Viele Vermieter sind inzwischen gesetzlich dazu verpflichtet, einen Energieausweis für ihr Gebäude bereitzuhalten. Wer sich einen Ausweis ausstellen lassen will, muss dafür je nach Art des Energieausweises und Aufwand mit einer dreistelligen Summe rechnen. Diese Kosten können Vermieter nicht auf die Mieter übertragen.

Wenn ein Fachmann die Energiebilanz eines Hauses erstellen soll, muss er genaue Informationen über Maße und verwendete Bauprodukte haben - die sogenannten Eingangsgrößen. Bei neueren Gebäuden können diese Angaben den Bauplänen entnommen werden, bei Bestandsgebäuden fehlen solche Unterlagen häufig. Wer dennoch eine zuverlässige Energiebilanz bekommen möchte, wird nicht drumherum kommen, den Fachmann zur Vor-Ort-Besichtigung ins Haus zu bestellen.

Hausbesitzer, die einen Energieausweis brauchen, müssen den Energiebedarf ihrer Immobilie errechnen lassen und erhalten dann vom Fachmann eine Energiebilanz für ihr Haus. Der Fachmann ermittelt diesen Wert über eine komplizierte Formel. Entscheidend ist dabei vor allem der sogenannte Primärenergiebedarf.

Hauseigentümer, die für eine Immobilie einen Energieausweis ausstellen lassen, sollen nach dem Willen des Gesetzgebers auch Modernisierungsempfehlungen für ihr Haus erhalten. Deshalb müssen die Fachleute, die den Ausweis erstellen, dem Eigentümer praktische Maßnahmen vorschlagen, wie er seine Immobilie energetisch und wirtschaftlich sinnvoll modernisieren kann.

Für einen Energieausweis, der den tatsächlichen Energieverbrauch eines Hauses einordnet, muss zunächst eine Verbrauchsermittlung vorgenommen werden. Dafür müssen Fachleute beauftragt werden, denn die Erhebung der Daten ist sehr komplex.