Donnerstag, 03.04.2014 | Autor: Judith Engst, Foto: © styleuneed - Fotolia.com

Welche Werbungskosten Sie als Vermieter nicht vergessen sollten

Foto: © styleuneed - Fotolia.com
Worum geht´s

• Werbungskosten Vermietung
• Anlage V
• Steuererklärung

„Gibt es für Vermieter eigentlich eine Werbungskostenpauschale?“ Leider nein, lautet die Antwort auf diese Leserfrage. Die Werbungskostenpauschale von 1.000 € gilt nur für Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit. Aber damit Sie wirklich alles geltend machen, was Ihnen als Vermieter eine Steuerersparnis bringt, finden Sie hier eine Auflistung dessen, was Sie nicht vergessen sollten.

Eine Vielzahl von Werbungskosten dürfte Ihnen bekannt sein. So beispielsweise die jährliche Abschreibung für Ihre Immobilie (in der Regel 2 Prozent pro Jahr), die kommunalen Gebühren, die Grundsteuer, die Hausnebenkosten, Makler- und Rechtsanwaltsgebühren. Und natürlich die Kosten für die Renovierung, Erneuerung oder Modernisierung der vermieteten Immobilie.

Kennen Sie aber auch folgende Werbungskosten? Die dürften es Ihnen leicht machen, noch einige hundert Euro mehr an Steuerersparnis für sich herauszuholen:

Fahrtkosten: Jede Fahrt zu Ihrem Mietshaus oder Ihrer Mietwohnung sollten Sie sich akribisch notieren. Auch sonstige Fahrten im Zusammenhang mit der Vermietung (etwa zum Baumarkt, zum Notar, zum Rechtsanwalt oder zu einem Handwerker, zur Eigentümerversammlung) halten Sie fest. Am besten mit einer Art Fahrtenbuch, in dem Sie Datum, Uhrzeit von Abfahrt und Rückkehr sowie Anfangs- und Schlusskilometerstand und Zweck der Fahrt aufschreiben. Ihr Vorteil: Sie können für jeden gefahrenen Kilometer 0,30 Euro von der Steuer absetzen. Sie werden sehen: Das läppert sich!

Darlehenszinsen: Wenn Sie Ihre Mietwohnung oder Ihr Mietshaus finanzieren, machen Sie die Zinszahlungen in der Steuererklärung geltend. Denn auch das sind absetzbare Werbungskosten.

Computer: Die Kosten für den Computer, den Sie zur Immobilienverwaltung nutzen, sind ebenfalls absetzbar. Allerdings müssen Sie sie über eine Nutzungsdauer von 3 Jahren abschreiben und dürfen die Kosten nur zeitanteilig geltend machen. Wenn Sie also 20 Prozent Ihrer Arbeitszeit mit der Immobilienverwaltung verbringen an einem Computer, der 1.200 € gekostet hat, können Sie 240 € verteilt über drei Jahre geltend machen. Das sind 80 € pro Jahr.

Bücher, Zeitschriften und Büromaterial: Alle Bücher und Zeitschriften, die sich mit dem Thema Immobilien bzw. Vermietung befassen, sind absetzbar. Absetzbar sind auch Fotokopien und Büromaterial, das Sie für Ihre Vermietungstätigkeit brauchen.

Kleinwerkzeuge: Wenn Sie sich für kleinere Reparaturen Werkzeuge zulegen, dann setzen Sie auch diese ab. Bei einem Anschaffungspreis unter 410 Euro netto (das sind 487,90 Euro brutto) können Sie sie sofort absetzen und müssen sie nicht über die Nutzungsdauer abschreiben. Die Kosten machen Sie einfach als Arbeitsmittel geltend.

Kontoführung: Wenn Sie ein Konto ausschließlich für Ihre Vermietungstätigkeit nutzen, dann sind die Kontogebühren als Werbungskosten absetzbar.

Verbandsbeiträge: Sie sind Mitglied in Vermieterverein, Vermieterschutzbund oder Vermieterverband? Dann machen Sie die Mitgliedsbeiträge geltend. Denn auch das sind Werbungskosten.

Inserate und Exposés: Wenn Sie Ihr Mietobjekt anbieten, können Sie die Kosten dafür selbstverständlich auch absetzen. Also beispielsweise die Kosten für Zeitungs- und Online-Anzeigen und natürlich die Kosten für die Erstellung eines Exposés (Kopierkosten, ggf. Kosten für Fotograf oder Grafiker).

Kommentare (1)

15.4.2014, 22:00 Uhr von Julanic Profil ansehen
Sehr lobenswert der Artikel. Wird vielen helfen, denn es ist nicht einfach an alles zu denken, was man wo eintragen soll.

 meineimmobilie.de-Tipp

Belege zu sammeln lohnt sich

Sie sehen: Es lohnt sich, Belege über die einzelnen Ausgaben zu sammeln. Zunächst genügt notfalls auch ein Schuhkarton, in den Sie alle Belege hineinwerfen, die Ihre Mietimmobilie betreffen. Ordnen können Sie sie später immer noch. Wenn Ihnen übrigens für kleinere Ausgaben ein Beleg fehlt, ist das nicht weiter schlimm. Fertigen Sie dann einfach einen Eigenbeleg an.


Eigenbeleg: So geht‘s

Sie notieren Datum und Höhe der Ausgabe, den Zweck und den Empfänger mit Adresse. Notieren Sie auch, ob Barzahlung oder Banküberweisung/Lastschrift. Unterschreiben Sie diesen Eigenbeleg eigenhändig, bei Banküberweisungen oder Lastschriften heften Sie am besten eine Kopie des Kontoauszugs an, aus dem die entsprechende Ausgabe hervorgeht. Ist die Ausgabe plausibel, wird das Finanzamt sie anerkennen.