Dienstag, 13.12.2016 | Autor: Judith Engst, Foto: © Cynthia van der Pol - Fotolia.com

Weihnachtsgeschenk für den Mieter: Was das Finanzamt dazu sagt

Foto: © Cynthia van der Pol - Fotolia.com
Worum geht´s
  • Geschenke absetzen
  • Vermieter
  • Weihnachtsgeschenk für Mieter 
  • Geschenk für Mieter
  • Werbungskosten

 

 

"Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, zu kleine gefährden sie", das Sprichwort kennen Sie sicherlich auch. Als kleine Aufmerksamkeit wollen Sie Ihrem Mieter dieses Jahr zu Weihnachten ein Geschenk zukommen lassen. Das sollte jedoch auch nicht zu teuer ausfallen, denn sonst spielt das Finanzamt nicht mit und Sie dürfen es nicht von der Steuer absetzen.

Bestimmt wollen auch Sie Ihren Mieter nicht mit einem Luxusgeschenk zu Weihnachten überraschen. Steuerlich würde das auch wenig Sinn machen, denn das Finanzamt erkennt Ihnen zu teure Geschenke nicht als Werbungskosten an. Aber immerhin: 35 EUR darf das Geschenk an den "Geschäftspartner" maximal kosten. Pro Person, versteht sich.

Weihnachtsgeschenk: 35 EUR pro Jahr ist die Obergrenze

Aufpassen müssen Sie trotzdem, wenn´s um das Geschenk an Ihren Mieter geht: Denn der Betrag von 35 Euro gilt für das gesamte Jahr! Haben Sie Ihrem Mieter also beispielsweise schon für 15 EUR etwas zum Geburtstag geschenkt, dürfen Sie fürs Weihnachtsgeschenk nur noch maximal 20 EUR ausgeben.

Es handelt sich bei den 35 EUR um eine Freigrenze. Freigrenze heißt: Ist diese Grenze auch nur um einen Cent überschritten, dürfen Sie überhaupt nichts von der Steuer absetzen!

Immerhin gilt: Versand und Verpackung zählen bei der 35-EUR-Grenze nicht mit. Wird die Freigrenze nur wegen der Versand- und Verpackungskosten überschritten, können Sie trotzdem alles von der Steuer absetzen.

Geschenke an den Mieter: Wie Sie die Umsatzsteuer mitrechnen müssen

Jetzt stellt sich noch die Frage, ob bei der Obergrenze von 35 Euro im Jahr der Brutto- oder der Nettobetrag ausschlaggebend ist. Ganz einfach: Wenn Sie als Vermieter mehrwertsteuerpflichtig sind, dann gilt der Nettobetrag.

Das heißt: Inklusive einer Mehrwertsteuer von 19 Prozent dürfen Sie dann 41,65 EUR für das jeweilige Geschenk an den Mieter ausgeben.

Verschenken Sie etwa Bücher, Zeitschriftenabos oder Lebensmittel, worauf nur 7 Prozent Mehrwertsteuer fällig werden, liegt der maximal mögliche Bruttopreis nur bei 37,45 EUR.

Die im Preis enthaltene Mehrwertsteuer machen Sie dann als Vorsteuer geltend, das heißt: Sie mindert die Umsatzsteuer, die Sie ans Finanzamt abführen müssen.

Die meisten Vermieter sind allerdings nicht umsatzsteuerpflichtig. Deshalb gilt für sie der Bruttopreis. Mehr als 35 EUR brutto darf dann Ihr Geschenk  - beziehungsweise alle Geschenke des Jahres an eine Person - nicht kosten.

Kommentare (1)

9.12.2015, 15:15 Uhr von ffg777 Profil ansehen
Ein Gutschein als Geschenk wäre ja auch möglich, oder?
Foto: Judith Engst / Redaktion meineimmobilie.de
Foto: Judith Engst / Redaktion meineimmobilie.de

Es schreibt für Sie

Judith Engst hat sich als Wirtschafts- und Finanzjournalistin auf die publizistische Beratung im Bereich Finanzen, Geldanlage, Recht und Steuern spezialisiert. Für sie sind Immobilien ein unentbehrlicher Baustein zur ...
Judith Engst
Eigentlich eine gute Idee: Sie laden den Mieter zum Jahresende zu einem Weihnachtsessen ins Restaurant ein, damit Ihr bisher gutes Mietverhältnis noch ein bisschen gefestigt wird. Ihr Mieter freut sich, Sie freuen sich, nur das Finanzamt freut sich vielleicht nicht unbedingt.   „Sind die Kosten dafür steuerlich absetzbar?“, wollte deshalb ein Leser wissen.
"Geburtstag, Geschäftsjubiläum und Weihnachten. Zu diesen drei Anlässen habe ich meinem Mieter je ein Geschenk gemacht. Kann ich das absetzen? Und wenn ja, was muss ich dabei beachten?" Die Antwort auf diese Leserfrage ist sicher auch für Sie interessant.
Um Erbschaftssteuer zu sparen, kann es sinnvoll sein, eine vermietete Immobilie schon zu Lebzeiten auf die eigenen Kinder zu übertragen. Doch nicht immer zeigen sich die Beschenkten hoch erfreut und wollen die Immobilie am liebsten gleich wieder verkaufen.   Dabei stellt sich die Frage: Können sie die geschenkte Immobilie gleich wieder steuerfrei verkaufen oder müssen sie erst 10 Jahre warten, um die Spekulationssteuer zu vermeiden?

 meineimmobilie.de-Tipp

Bewahren Sie die Belege gut auf!

Damit Sie als Vermieter (nicht Eigenheimbesitzer!) Geschenke an Ihren Mieter, die Handwerker, den Hausmeister, die Reinigungskraft oder den Gärtner absetzen können, müssen Sie Ihren Dokumentationspflichten nachkommen. Bewahren Sie von jedem Geschenk am besten den Beleg auf und fügen Sie ihn Ihrer Anlage V bei den Werbungskosten aus Vermietung und Verpachtung hinzu. 

Schreiben Sie außerdem auf, für wen es bestimmt war und aus welchem Anlass (z. B. Weihnachten, Geburtstag).
 

Wichtig: Das Geschenk darf keine Gegenleistung sein für etwas, das Sie erhalten haben, etwa in Form von Arbeit oder tatkräftiger Hilfe. Schreiben Sie deswegen als Anlass nicht "Dank" drauf, sonst wird das Finanzamt misstrauisch.
 

Wenn Sie all diese Tipps jedoch beherzigen, bietet Ihnen die Bescherung für den Mieter & Co. ebenfalls eine steuerliche Bescherung: Nämlich eine Ersparnis, die einen Teil der Kosten aufwiegt. Wie hoch die Ersparnis ausfällt, hängt von Ihrem persönlichen Steuersatz ab. Dieser kann aktuell zwischen 14 und 42 Prozent liegen.