Donnerstag, 28.07.2011 | Autor: Jörg Stroisch

Umzugskosten absetzen: Neue Pauschalen ab 1. August

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Umzüge gehen ganz schön ins Geld: Zwischen 3.500 und 6.500 Euro fallen für einen Haushalt mittlerer Größe schnell an. Da ist es nur natürlich, sich nach Sparmöglichkeiten umzusehen.

Eine Sparmöglichkeit, an die viele nicht denken, ist die steuerliche Absetzbarkeit von Umzugskosten. Denn Umzugskosten können Sie immer dann steuerlich geltend machen, wenn sie beruflich veranlasst sind.

Das Schöne ist: Ab 1. August 2011 können Sie dafür sogar höhere Pauschalen geltend machen, die immer dann greifen, wenn Sie die Kosten nicht einzeln nachweisen wollen.

Und selbst bei privat veranlassten Umzügen gibt es einige Möglichkeiten, eine Steuerersparnis zu erzielen.

Aber der Reihe nach: Beruflich bedingte Umzüge können Sie auf jeden Fall von der Steuer absetzen.

Was heißt "beruflich bedingt"?

Beruflich bedingt sind Umzüge, die die Fahrzeit zur Arbeitsstelle erheblich verkürzen. Das ist etwa der Fall, wenn Sie eine neue Arbeitsstelle in einer anderen Region antreten. Aber auch wenn Sie Ihre bisherige Arbeitsstelle behalten, können Sie die Umzugskosten absetzen, wenn Sie in die Nähe des Arbeitgebers ziehen und der Umzug Ihnen eine erhebliche Zeitersparnis bringt. "Erheblich" heißt, die Fahrzeit für den Hin- und Rückweg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte muss sich um mindestens eine Stunde verkürzen.

Auch Freiberufler können den Umzug von der Steuer absetzen. Sie müssen nachweisen können, dass dies sachlich notwendig war. Das ist beispielsweise der Fall, wenn ein wichtiger Kunde oder Mandant in der entsprechenden Region angesiedelt ist, den Sie häufig besuchen müssen.

Welche Umzugskosten absetzbar sind

Abesetzen können Sie nicht nur den Transport von Möbeln und Einrichtungsgegenständen. Sondern auch die Fahrtkosten für die Haus- oder Wohnungsbesichtigung. Auch die Makler-Rechnung können Sie steuerlich geltend machen. Und ebenso die Nachhilfe-Stunden für die Kinder, die sie brauchen, um in der neuen Schule mitzukommen.

Bis zu welcher Höhe lassen sich Umzugskosten absetzen?

Sie haben zwei Möglichkeiten, die Umzugskosten abzusetzen: Entweder, Sie weisen die gesamten Kosten mit Rechnungen nach. Dann gibt es keine Beschränkung. Oder Sie fügen keine Belege für das Finanzamt bei und nehmen dafür die Umzugskostenpauschale in Anspruch. Diese erhöht sich zum 1. August 2011 von 636 Euro auf 641 Euro (bei Alleinstehenden), beziehungsweise von 1.283 Euro auf 1.271 Euro (bei Ehepaaren).

Nicht in dieser Pauschale inbegriffen sind die Nachhilfestunden für die Kinder. Hier gilt ab August eine Begrenzung auf maximal 1.617 Euro (früher 1.603 Euro).

Was sich bei rein privaten Umzügen absetzen lässt

Wenn der Umzug nicht aus beruflichen Gründen geschieht, können Sie immerhin die Kosten des Umzugsunternehmens und der gegebenenfalls eingesetzen Handwerker steuerlich geltend machen, und zwar als haushaltsnahe Dienstleistung.

Dafür gelten allerdings zwei Voraussetzungen. Erstens: Sie brauchen eine Rechnung. Zweitens: Sie dürfen die Rechnung nicht in bar bezahlen, sondern müssen das Geld überweisen oder von Ihrem Konto abbuchen lassen. 20 Prozent der Rechnungsssumme, maximal aber 4.000 Euro, können Sie auf diese Weise direkt von Ihrer Steuerschuld abziehen.

Aber Vorsicht: Die Kosten für den geliehenen Transporter können Sie bei privaten Umzügen nicht steuerlich geltend machen.

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Foto: Sebastian Fery / Haufe
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Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
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