Mittwoch, 15.10.2008 | Autor: heihec

Über 500 Euro Unterschied bei den Müllgebühren

Topstory: Müll kostet Geld, jährlich müssen dafür die Haushalte bezahlen. Die Gebühren variieren von Stadt zu Stadt massiv, wie jetzt eine aktuelle Studie auch noch einmal bestätigte.

In 100 deutschen Großstädten haben Wissenschaftler der IW Consult im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) die Müllgebühren systematisch untersucht. Der Kostenvergleich zeigt enorme Preisunterschiede. So kostet die wöchentliche Abholung einer durchschnittlichen Müllmenge von 98 Litern, die bei einer vierköpfigen Familie anfällt, in Gelsenkirchen ab Bürgersteig jährlich 171 Euro. In Mönchengladbach hingegen sind für denselben Service 674 Euro im Jahr fällig.

Kostenunterschiede bei Serviceart, Abfuhrintervall und Müllmenge

Die Anzahl, die Volumengröße der Mülltonne und auch die Anzahl der Leerungen pro Jahr entscheiden über die Müllgebühr. Mülltonnen gibt es in einer Volumengröße von 60 Liter bis 1100 Liter. Abgeholt wird die Tonne wöchentlich oder alle zwei Wochen. Auch Zusatzleistungen, wie beispielsweise der Service des Herausbringens und Wiederzurückstellens der Tonne, machen die Höhe der Müllgebühr aus. Wie die Studie zeigt, gibt es auch hier je nach Stadt erhebliche Kostenunterschiede.

Während die Stadt Potsdam für die Abholung von 98 Liter Müll im Zweiwochen-Rhythmus vom Grundstück aus 195 Euro im Jahr berechnet, müssen die Aachener dafür 664 Euro zahlen. Bei einer wöchentlichen Müllmenge von 30 und 60 Litern schwanken die Preise bundesweit zwischen 247 und 385 Euro im Jahr - je nach wöchentlicher Menge, dem gebotenen Service und dem Abholrhythmus.

Entsorgungskostenindex für die 100 größten deutschen Städte

Über alle untersuchten Servicearten, Müllmengen und Abfuhrrhythmen hinweg errechneten die Wissenschaftler der Studie einen Entsorgungskostenindex für die 100 größten deutschen Städte. Demnach ist die Abfallentsorgung im wohlhabenden Wiesbaden bundesweit am preiswertesten. Die Plätze zwei bis fünf dieses Indexes belegen die Städte Gelsenkirchen, Chemnitz, Potsdam und Magdeburg. Am teuersten ist die Müllabfuhr so in den Städten Moers, Leverkusen, Aachen, Mönchengladbach und Bergisch Gladbach. INSM-Geschäftsführer Max. Höfer zur Studie: "Unterschiede bis zum vierfachen Preis des günstigsten Anbieters sind nicht nachvollziehbar."

Teurere Müllgebühr einfach vermeiden

Teurere Müllgebühr lässt sich ganz einfach durch die Mülltrennung vermeiden. Was in andere Tonnen gehört, sollte deshalb nicht in der Restmülltonne landen. Beim Mülltrennen gilt: Verpackungen gehören in die blaue oder gelbe Tonne, da die Abholung dieser Wertstofftonnen kostenlos ist. Küchenabfälle werden in der Biotonne entsorgt. Deren Abholung ist auch kostenlos.

Hat der Hauseigentümer die Möglichkeit, einen Kompost im hauseigenen Garten zu platzieren, sollte er das nutzen und auf die Biotonne ganz verzichten. Gläser und Flaschen, elektronische Geräte, Kleidungsstücke und Schrott sowie alle Dinge, die Schadstoffe enthalten, sollten zur Entsorgungsstelle gebracht werden.

Durch diese Maßnahmen wird sich die bisherige Tonne schnell als zu groß entpuppen, sodass der Eigentümer durch den Wechsel des Tonnenvolumens und des Abfuhrrhythmus' einige Euros am Ende des Jahres in der Tasche hat. "Manche Städte setzen finanzielle Anreize, Müll einzusparen. In Nürnberg beispielsweise spart man 50 Prozent der Abfuhrkosten, wenn man die wöchentliche Müllmenge von 98 auf 60 Liter reduziert", so der Studienleiter Dr. Karl Lichtblau.

Gemeinschaftsrestmülltonnen bieten ebenfalls Sparpotenzial. Die Tonne sowie die anfallenden Kosten können so mit dem Nachbarn geteilt werden. Manche Städte geben sogar Rabatt auf die Müllgebühr für Nutzer dieser Tonne. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass die Grundstücke direkt benachbart sind und pro Person ein Mindestvolumen von 15 Litern zur Verfügung steht.

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