Freitag, 02.01.2015 | Autor: Judith Engst , Foto: © fuxart - Fotolia.com

Teurer Immobilienkauf: Die Grunderwerbsteuer steigt und steigt

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Worum geht´s

• Grunderwerbsteuer
• Steuersätze ab 2015
• Sparmöglichkeiten für Immobilienkäufer

„Wer bietet mehr?“ Diese Frage könnte man sich auch bei der Grunderwerbsteuer stellen. Denn deren Steuersatz kennt seit einigen Jahren nur noch eine Richtung: nach oben! Wie die neuesten Grunderwerbsteuersätze für 2015 aussehen, lesen Sie in diesem Beitrag.

Die guten alten Zeiten sind vorbei, auch in Sachen Grunderwerbsteuer. Galt noch vor wenigen Jahren bundesweit der einheitliche Steuersatz von 3,5 Prozent, ist das inzwischen in den meisten Bundesländern Geschichte. Lediglich Bayern und Sachsen verlangen noch diesen vergleichsweise moderaten Steuersatz.

Vor dem Finanzamt lässt sich nichts verheimlichen 

Wer allerdings glaubt, damit sei das Ende der Fahnenstange erreicht, der irrt. Die Bundesländer haben offensichtlich entdeckt, wie lukrativ diese Steuer ist und wie bequem sie sich eintreiben lässt. Schließlich muss jeder Notar, der einen Immobilien-Kaufvertrag aufsetzt, automatisch das zuständige Finanzamt darüber informieren. Einen Immobilienkauf vor dem Finanzamt zu verbergen, ist damit schlichtweg unmöglich.

Und prompt haben einige Bundesländer beschlossen, die Grunderwerbsteuer ab Januar 2015 weiter zu erhöhen.

Bundesland

Höhe der

Grunderwerb-

steuer in %

Gültig seit

Baden-Württemberg

5,00

seit 5.11.2011

Bayern

3,50

 

Berlin

6,00

seit 1.1.2014

Brandenburg

5,00

seit 1.1.2011

Bremen

5,00

seit 1.1.2014

Hamburg

4,50

seit 1.1.2009

Hessen

6,00

seit 1.8.2014

Mecklenburg-Vorpommern

5,00

seit 1.7.2012

Niedersachsen

5,00

seit 1.1.2014

Nordrhein-Westfalen

6,50

ab 1.1.2015

Rheinland-Pfalz

5,00

seit 1.3.2012

Saarland

6,50

seit 1.1.2015

Sachsen

3,50

 

Sachsen-Anhalt

5,00

seit 1.3.2012

Schleswig-Holstein

6,50

seit 1.1.2014

Thüringen

5,00

seit 7.4.2011

 

 

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Foto: Judith Engst / Redaktion meineimmobilie.de
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Judith Engst hat sich als Wirtschafts- und Finanzjournalistin auf die publizistische Beratung im Bereich Finanzen, Geldanlage, Recht und Steuern spezialisiert. Für sie sind Immobilien ein unentbehrlicher Baustein zur ...
Judith Engst
Grundstücke sind teuer – und jetzt will auch noch das Finanzamt kräftig von Ihrem Kauf profitieren: mit der Grunderwerbsteuer. Über die Höhe darf jedes Bundesland selbst bestimmen. Aktuell hat Thüringen die Grunderwerbsteuer zum 1.1.2017 auf 6,5 % erhöht. Wann und wie tief Sie pro Bundesland in die Tasche greifen müssen und wo Immobilienerwerb noch günstig ist, zeigt diese aktuelle Steuer-Tabelle.

 meineimmobilie.de-Tipp

Grunderwerbsteuer sparen lässt sich dadurch, dass Möbel und die Einbauküche separat als solche im Kaufvertrag ausgewiesen werden. Deren Wert wird dann bei der Bemessung der Grunderwerbsteuer vom Kaufpreis abgezogen. Abgezogen wird auch die Instandhaltungsrücklage bei Wohnungseigentümergemeinschaften. Auch diese darf das Finanzamt nicht besteuern.


Grunderwerbsteuer sparen kann auch, wer neu baut anstatt eine fertige Immobilie zu erwerben. Dann wird nur der Kauf des unbebauten Grundstücks mit der Grunderwerbsteuer belastet. Aber Achtung beim sogenannten Bauträgermodell: Das Grundstück muss unabhängig vom Bauvorhaben gekauft werden und auf keinen Fall von der Firma, die später den Bau realisiert.


Richtig teuer wird es, wenn Grundstückskauf und Gebäudebau in einem einheitlichen Vertrag geregelt werden. Dann nämlich unterliegt auch das Gebäude der Grunderwerbsteuer. Auch sonstige Verknüpfungen sollten Sie besser vermeiden. Also beispielsweise den Kauf des Grundstücks von einer Tochterfirma des Unternehmens, das später das Haus errichtet.


Vorsicht ist zudem geboten, wenn Grundstücksverkäufer und Bauunternehmen zusammen Werbung machen, etwa in einer gemeinsamen Broschüre. Auch dann ist die Immobilie nicht mehr von der Grunderwerbsteuer befreit, entschied der Bundesfinanzhof (27.09.2012, Az. II R 7/12). Sie sollten bei einem geplanten Immobilienbau also vorsichtig sein, um nicht vom Staat über Gebühr geschröpft zu werden.