Montag, 12.06.2017 | Autor: Jörg Stroisch, Foto: © styleuneed - Fotolia.com

Teure Grunderwerbsteuer: Wie Sie der ein Schnippchen schlagen

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Die Grunderwerbsteuer vergessen viele in der Euphorie des Hauskaufs mit einzukalkulieren. Dabei schlägt sie beim Kauf einer Immobilie ordentlich zu Buche und bringt manche Finanzierung nochmals an ihre Grenze.

 

Alles, was deshalb nicht in den Gebäudepreis einfließt, ist deswegen herzlichst willkommen, denn das senkt die Steuer. So wie etwa das Mobiliar: Auch das sorgt unterm Strich für weniger Steuern. Nur leider funktioniert das nicht grenzenlos. 

Wenn Sie eine Immobilie kaufen, übernehmen Sie dabei vielleicht auch noch die schicke Einbauküche oder eine Sauna. Das zählt als nicht fest eingebautes Mobiliar, beschreibt die Eigentümergemeinschaft Haus & Grund Deutschland in einer Pressemitteilung.

Und wenn Käufer darauf achten, dass diese Einbauten im Kaufvertrag gesondert aufgeführt werden, dann fallen auf diese Beträge auch keine Grunderwerbsteuer an.

Setzen Sie besser keine Fantasiepreise für Mobiliar an 

Fantasiepreise für das Zubehör anzugeben, sei jedoch nicht ratsam, so der Eigentümerverband. Das Finanzamt akzeptiere solche steuerfreien Extras in der Regel nur in Höhe von etwa 15 Prozent des gesamten Kaufpreises.

Wird diese Grenze überschritten oder erscheinen die angesetzten Werte generell als unrealistisch, wird das Finanzamt einen entsprechenden Nachweis durch Belege verlangen.

Vorsicht: Zu hohe Zubehörkosten gefährden Ihren Bankkredit 

Und es gibt noch eine weitere Tücke: Die Kreditsicherheit könnte leiden. Deshalb empfiehlt Haus & Grund vor Abschluss eines entsprechenden grunderwerbsteuerlich optimierten Kaufvertrags die Rücksprache mit der finanzierenden Bank.

Durch das Herausrechnen von Zubehör verliere die Kreditsicherheit, welche die Bank erhält, an Wert. Dadurch könne sich die Beleihungsgrenze verändern. Dies könne den Kredit insgesamt unter Umständen verteuern.

Haus & Grund warnt deshalb: Insbesondere in Bundesländern mit noch vergleichsweise geringem Grunderwerbsteuersatz könne es passieren, dass die Steuerersparnis durch eine Verteuerung der Finanzierung wieder aufgezehrt werde.

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Foto: Sebastian Fery / Haufe
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Jörg Stroisch arbeitet als selbstständiger und freier Journalist. Seine Themenschwerpunkte sind informative Ratgeberartikel rund um die privaten Finanzen, insbesondere über die Themengebiete Immobilien, Vorsorge ...
Jörg Stroisch
Kaufen Sie eine Immobilie, ist es mit der Kaufpreiszahlung allein noch nicht getan, denn auch das Finanzamt will bei einem Immobilienwechsel "mitverdienen": Abhängig vom Kaufpreis fallen bis zu 6,5 % Grunderwerbsteuer an.   Die lässt sich zum Glück mit einem Trick senken: Indem Sie aus dem Kaufpreis die Kosten für übernommene Möbel und andere bewegliche Gegenstände herausrechnen. Allerdings will das Finanzamt manchmal dafür die Nachweise sehen. Und dann wird's knifflig. Wie Sie sich aus dieser "Beweislast" wieder befreien können, lesen Sie hier.
Die Grunderwerbsteuer steigt und steigt. In drei Bundesländern (Schleswig-Holstein, Saarland, Nordrhein-Westfalen) liegt sie jetzt schon bei 6,5 Prozent. Umso wichtiger ist es für den Käufer, genau hinzusehen, was da eigentlich beim Berechnen der Grunderwerbsteuer alles mitgerechnet wird.  Die Finanzämter sind dabei nämlich sehr erfinderisch und rechnen auch gern mal Kaufnebenkosten wie die Maklerkosten mit dazu.
Grundstücke sind teuer – und jetzt will auch noch das Finanzamt kräftig von Ihrem Kauf profitieren: mit der Grunderwerbsteuer. Über die Höhe darf jedes Bundesland selbst bestimmen. Aktuell hat Thüringen die Grunderwerbsteuer zum 1.1.2017 auf 6,5 % erhöht. Wann und wie tief Sie pro Bundesland in die Tasche greifen müssen und wo Immobilienerwerb noch günstig ist, zeigt diese aktuelle Steuer-Tabelle.

 meineimmobilie.de-Tipp

Generell ist es ratsam, dass Sie sich rund um einen Immobilienkaufvertrag umfassend von einem Experten beraten lassen. Denn neben der Grunderwerbsteuer können noch einige andere Fallen im Vertrag lauern.