Freitag, 14.12.2012 | Autor: Judith Engst , Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2006

Steuerportal Elster: Elektronische Authentifizierung ab 2013 Pflicht

Foto: © Pitopia, Harald Richter, 2006
Worum geht´s
  • Umsatzsteuer-Voranmeldung
  • Lohnsteuer-Anmeldung
  • Abgabe über Elster
  • elektronisches Zertifikat / elektronische Authentifizierung

Gehören Sie zu den Vermietern, die umsatzsteuerpflichtig sind? Oder die Mitarbeiter beschäftigen? Dann aufgepasst: Ab 2013 nimmt das Finanzamt nur noch Umsatzsteuer-Voranmeldungen und Lohnsteuer-Anmeldungen mit elektronischer Authentifizierung entgegen. Was bedeutet das für Sie?

Betroffen sind vor allem Nutzer von Steuerprogrammen, die über das jeweilige Programm ihre Umsatzsteuer-Voranmeldungen, aber auch ihre Anträge auf Dauerfristverlängerung und ihre Anmeldungen der Sonderverauszahlung in Höhe von 1/11 der Umsatzsteuer-Zahllast des Vorjahres. Auch Lohnsteuer-Anmeldungen durch Arbeitgeber dürfen künftig nur noch authentifiziert abgegeben werden.

Dazu brauchen Sie ein elektronisches Zertifikat, mit dem Sie Ihre Identität gegenüber dem Finanzamt eindeutig nachweisen. Dieses elektronische Zertifikat sollten Sie – sofern noch nicht vorhanden - schnellstens bei der Finanzverwaltung beantragen. Denn ab 01.01.2013 wird das Finanzamt keine (Vor-)Anmeldungen mehr ohne dieses elektronische Zertifikat akzeptieren. Die Finanzbehörden sind angewiesen, entsprechende Dokumente ohne ausreichende Authentifizierung abzulehnen.

Es drohen Verspätungszuschläge, weil ein ohne Zertifikat an die Steuerverwaltung geschicktes Dokument so lange als nicht abgegeben gilt, bis es schließlich mit dem verlangten elektronischen Zertifikat beim Finanzamt eingegangen ist. Dieses Zertifikat ersetzt gewissermaßen Ihre eigenhändige Unterschrift. Anhand dieses Zertifikats kann die Finanzverwaltung eindeutig nachvollziehen, dass die eingereichte (Vor-)Anmeldung oder Dauerfristverlängerung auch wirklich von Ihnen stammt. Das elektronische Zertifikat gibt es in drei Varianten:

Elster Basis ist ganz einfach eine Datei mit der Endung „pfx“. Diese Datei speichern Sie auf Ihrem Rechner ab. Wenn Sie sich im Portal www.elsteronline.de einloggen, wird nach dem Speicherort dieses Zertifikats gefragt. Mit einem zusätzlichen Passwort melden Sie sich an. Dieses Zertifikat genügt in der Regel für Vermieter vollkommen. Es ist mit keinen weiteren Kosten verbunden.

Elster Spezial ist ebenfalls eine Datei. Sie wird aber nicht direkt auf dem Rechner gespeichert, sondern auf einem speziellen, per USB-Schnittstelle an den Rechner angeschlossenen Elster-Stick. Dieser Stick kostet rund 40 Euro, bietet aber ein mehr an Sicherheit. Diese Variante empfiehlt sich, wenn Sie Ihre Umsatzsteuer-Voranmeldungen, Dauerfristverlängerungen oder Lohnsteuer-Anmeldungen häufig von verschiedenen Rechnern aus erledigen.

Elster Plus ist ein Zertifikat auf einer Signaturkarte. Diese kann nur zusammen mit einem Kartenlesegerät genutzt werden. Von welchen Anbieter Signaturkarte und Lesegerät stammen, ist dabei nicht von Belang. Elster unterstützt den Einsatz von fast allen gängigen Modellen. Die Preise sind dabei je nach Anbieter höchst unterschiedlich. Diese Variante empfiehlt sich, wenn Sie ohnehin schon andere Anwendungen (etwa das Online-Banking) ebenfalls schon mit Signaturkarte und Lesegerät erledigen und deshalb die notwendige Ausrüstung schon zuhause haben.

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 meineimmobilie.de-Tipp

Achtung: Beantragen können Sie dieses Zertifikat ausschließlich online über das Elsterportal. Es ist kein schriftlicher Antrag möglich. Gehen Sie dazu auf www.elsteronline.de. Klicken Sie auf "zur Registrierung". Eingeben müssen Sie Ihren Namen, Ihre Steuernummer und Ihre E-Mail Adresse. Die Aktivierungsdaten für den Gebrauch erhalten Sie dann auf zwei Wegen: Ein Teil wird Ihnen per E-Mail zugesendet, ein anderer Teil per Post.

 

Rechnen Sie mit rund zwei Wochen Bearbeitungszeit, auch wegen der kommenden Feiertage. Falls noch nicht geschehen, sollten Sie das Zertifikat also schleunigst beantragen, damit es Ihnen zur Verfügung steht, wenn Sie es ab Januar 2013 einsetzen wollen beziehungsweise müssen. Rechnen Sie nicht mit Kulanz von Seiten des Finanzamts, wenn Sie Ihre Dokumente ohne Authentifizierung einreichen.