Mittwoch, 03.12.2014 | Autor: Heidi Schnurr, Foto: © Ezio Gutzemberg - Fotolia.com

Steuerpläne 2015: Niedrigerer Handwerkerbonus dafür höhere AfA bei energetischer Sanierung

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Worum geht´s

Welche Steueränderungen der Gesetzgeber in 2015 für Immobilieneigentümer plant. 

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Von wegen Steuergeschenk zu Weihnachten: Die Bundesregierung will die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerkosten von derzeit 20 % der Kosten auf 15 % absenken.

Was damit gespart wird – die Rede ist von 400 Mio. Euro – soll in eine höhere Abschreibung bei einer energetischen Gebäudesanierung fließen.

Die Fördergelder für Gebäudesanierungen sollen erhöht werden

Die Regierung hat beim Thema „Energie sparen“ hoch gesteckte Ziele. Was sie dazu plant, hat sie im Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (Nape) beschlossen.  

Danach will sie unter anderem das Fördervolumen für die Gebäudesanierungen erhöhen. Sprich: Wer energetisch saniert, soll auf eine staatliche „Finanzspritze“ hoffen dürfen.

Höhere steuerliche Abschreibung bei energetischer Gebäudesanierung

Außerdem soll die steuerliche Abschreibung bei Effizienzmaßnahmen im oder am Gebäude erhöht werden.

Dadurch sollen Sie als Wohnungseigentümer animiert werden, gezielt nach Effizienzpotenzialen in und an Ihrem Gebäude zu suchen.

Steuerliche Förderung soll bis Ende Februar 2015 beschlossen werden

Die Pläne zur steuerlichen Förderung sollen möglichst schnell umgesetzt werden: Die Bundesregierung will deswegen kurzfristig Gespräche mit den Ländern führen, mit dem Ziel, spätestens bis Ende Februar 2015 eine finale Entscheidung zu treffen.

Für die steuerliche Absetzbarkeit von energetischen Gebäudesanierungen sollen zwischen 2015 und 2019 jährlich 1 Mrd. Euro zur Verfügung gestellt werden. Außerdem soll das KfW Gebäudesanierungsprogramm ab 2015 um 200 Mio. Euro auf jährlich 2 Mrd. Euro aufgestockt werden.

Die haushaltsnahen Handwerkerleistungen sollen auf 15 % gekürzt werden

Des einen Freud` ist des anderen Leid: Im Gegenzug zur höheren Abschreibung sollen Hauseigentümer bei der steuerlichen Absetzbarkeit von Handwerkerrechnungen den Gürtel enger schnallen müssen.

Derzeit können Sie als Eigenheimbesitzer bei Handwerkerrechnungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsarbeiten die Arbeitskosten einschließlich der Umsatzsteuer von der Steuer absetzen.

Beispielsweise, wenn Sie im Haus Türen und Fenstern streichen, lackieren, reparieren oder austauschen lassen. Oder wenn Sie die Fliesen, das Parkett oder den Teppich im Haus austauschen lassen. Gleiches gilt für die Reparatur, Wartung oder der Austausch von Heizungsanlagen, Elektro-, Gas- und Wasserinstallationen, die Modernisierung des Badezimmers oder der Austausch der Einbauküche.

Die maximale Absetzbarkeit soll von 1.200 EUR auf 900 EUR sinken

Von den dafür anfallenden Arbeitskosten sowie ggf. die Maschinen- und Fahrtkosten (nicht die Materialkosten!) können Sie derzeit noch bei Ihrer Steuererklärung 20 % vom jeweiligen Rechnungsbetrag plus der anteiligen Umsatzsteuer steuerlich geltend machen.

Maximal aber nur 20 % von 6.000 EUR. Das entspricht einer maximalen Steuerersparnis von 1.200 EUR pro Haushalt und Jahr.

Geplant ist, die Steuerersparnis nun auf 15 % abzusenken. Damit würde die maximale Steuerersparnis auf 900 EUR pro Haushalt und Jahr sinken.

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Foto: Michaela Harderer
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Heidi Schnurr arbeitet als Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Mietrecht für Vermieter. Ihre Praxis-Tipps speziell für Vermieter finden sich in zahlreichen Fachpublikationen, Loseblattwerken, Büchern und ...
Heidi Schnurr
Jetzt ist höchste Zeit für einen kleinen Kassensturz: Legen Sie einmal alle Handwerkerrechnungen zusammen, die Ihr Wohneigentum betreffen. Betrachten Sie dabei nur die Arbeitskosten (inklusive Anfahrt).   Kommen dabei schon 6.000 Euro zusammen? Falls ja, verschieben Sie anstehende Aufträge bzw. die Rechnungszahlung unbedingt ins neue Jahr. Falls nein: Lassen Sie sie noch im Dezember erledigen und abrechnen.
Sie haben den Maler, den Elektriker oder den Fliesenleger im Haus. Hinterher ist zwar alles schöner und besser, aber natürlich bekommen Sie dafür auch eine Rechnung präsentiert. Heften Sie diese Rechnung zu Ihrer Steuererklärung, denn dafür bekommen Sie vom Finanzamt was geschenkt: 20 % des Rechnungsbetrags als Ihr persönliches „Steuerbonbon!“

Haushaltsnahe Dienstleistungen können Sie als Eigenheimbesitzer von der Steuer absetzen. Allerdings nur bis zu einem Höchstbetrag von 6.000 Euro. Was tun, wenn dieser Betrag überschritten ist? Welche Möglichkeiten Sie dann haben, lesen Sie hier.

 meineimmobilie.de-Tipp

Quasi "aus dem Nichts", kam diese geplante Steueränderung. Und: Noch handelt es sich dabei nur um einen Plan. 

 

Freuen können sich darüber Immobilieneigentümer, die in 2015 eine energetische Sanierung planen und die Kosten abschreiben wollen. Dagegen müssen Selbstnutzer, die 2015 Handwerkerrechnungen absetzen, mit 300 EUR weniger an Steuerersparnis rechnen...

 

....wenn die geplante Gesetzesänderung überhaupt kommt!